Der Zentralrat der Juden und die Grünen reagieren positiv auf die geplante Ernennung von Katharina von Schnurbein zur neuen Antisemitismusbeauftragten des Bundes. Die Personalie soll am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden.
Von Schnurbein sei nach elf Jahren als Antisemitismusbeauftragte der Europäischen Kommission »im Kampf gegen Antisemitismus international bestens vernetzt«, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, dem »Tagesspiegel«. Sie genieße in der jüdischen Gemeinschaft sehr hohes Ansehen. »Auch ich kenne sie schon viele Jahre«, so Schuster. »Ich halte Katharina von Schnurbein sowohl persönlich als auch professionell für eine herausragende Besetzung.«
Stärkung jüdischen Lebens
Von Schnurbein stelle sich großen Herausforderungen, betonte Schuster mit Blick auf zunehmenden Antisemitismus. »Ich bin überzeugt, dass Frau von Schnurbein die Richtige ist, um diesen Herausforderungen zu begegnen.« In ihrer Zeit in Brüssel habe sie über die Jahre zahlreiche Initiativen zur Bekämpfung des Antisemitismus und zur Stärkung jüdischen Lebens vorangebracht.
Auch die Grünen befürworten die geplante Ernennung. Innenpolitikerin Marlene Schönberger sagte der Zeitung, sie freue sich, dass der Bundesinnenminister »mit Katharina von Schnurbein eine Frau mit großer Expertise in dieses Amt beruft«. Spätestens seit 2015 sei Schnurbein für ihre enge Zusammenarbeit mit jüdischen Communities in Europa bekannt.