Pogromnacht

Zentralrat der Juden: 9. November soll Schoa-Gedenktag werden

Für die jüdische Gemeinschaft sei das Datum immer mit den Novemberpogromen 1938 verbunden, so der Zentralratspräsident. Foto: imago images/Michael Matthey

Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert, den 9. November zum »nationalen Gedenktag für die Opfer der Schoa« zu machen.

Obwohl der Tag auch an den Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 erinnere und viele damit ein freudiges Ereignis verbänden, sei der Tag für die jüdische Gemeinschaft und auch für viele nichtjüdische Deutsche Anlass zur Erinnerung an die Pogromnacht von 1938, erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Vielen sei bewusst, dass damals Synagogen zerstört und jüdische Geschäfte geplündert worden seien. Andere Fakten, etwa die Verschleppung von rund 30.000 Menschen in Konzentrationslager oder rund 1300 Tote im Zuge der Nazi-Pogrome, seien aber weitaus weniger bekannt.

AKTION »Die Pogrome von 1938, die damals keine breiten Proteste der Bürger hervorriefen, sollten in Deutschland stets als Mahnung in Erinnerung bleiben«, so Schuster. »Daher stehen wir Forderungen skeptisch gegenüber, am 9. November mehreren historischen Ereignissen gleichzeitig zu gedenken. Der 9. November sollte ein nationaler Gedenktag für die Opfer der Schoa werden«, betonte er.

Der Zentralrat erinnert in diesem Jahr gemeinsam mit dem Jüdischen Weltkongress mit einer besonderen Aktion an die Novemberpogrome von 1938: An 13 Standorten in Deutschland und fünf Standorten in Österreich sind in Videoprojektionen an Gebäuden oder auf Leinwänden digitale Rekonstruktionen von zerstörten Synagogen zu sehen. ja

Interview

»Als Nichtjude etwas beitragen«

Michael Roth (SPD) über einen Pin gegen Antisemitismus, hasserfüllte Kommentare und Rückhalt

von Sophie Albers Ben Chamo  24.05.2026

Kiev

Israelischer Unternehmer klagt gegen Selenskyj

Timur Mindich reicht Klage gegen ein Präsidialdekret ein, mit dem persönliche Sanktionen gegen ihn verhängt worden waren

 21.05.2026

Sachsen-Anhalt

Szenario: Gegängelte Bildung, mehr rechte Gewalt mit AfD-Regierung

Laut Umfragen könnte die AfD im September in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen. Was das für Auswirkungen hätte, hat die Amadeu Antonio Stiftung skizziert

von Lukas Philippi  21.05.2026

Meinung

Iranischer Staatsterror: Zeit zu handeln, Herr Bundeskanzler!

Die Islamische Revolutionsgarde des Iran wollte den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zufolge Josef Schuster und Volker Beck ermorden lassen. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben

von Michael Thaidigsmann  21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026

Hamburg

Teheraner Regime soll Ermordung von Josef Schuster geplant haben

Das iranische Mord-Komplott richtete sich auch gegen den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck

 21.05.2026 Aktualisiert

Berlin

Zentralrat startet Initiative gegen Antisemitismus im Fußball

Slogans wie »Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus« sowie »Mitfiebern. Gegen Antisemitismus« sollen zum DFB-Pokalfinale auf digitalen Werbetafeln zu sehen sein

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Nahost

Strategische Oberhand

War der Krieg gegen das iranische Regime ein Fehlschlag? Eine Analyse

von Michael Wolffsohn  21.05.2026