Kunstbiennale

Yael Bartana: »Wir haben so viel zerstört«

Yael Bartana Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die israelische Künstlerin Yael Bartana sieht die Erde am Rande der ökologischen und politischen Zerstörung. Kurz vor der offiziellen Eröffnung des Deutschen Pavillons an diesem Donnerstag bei der Kunstbiennale in Venedig, in dem sie mit anderen Künstlern ausstellt, sagte sie im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur: »Wir als Menschen haben so viel zerstört, dass wir diesen Ort verlassen müssen, damit die Erde heilen kann.« In ihrer Arbeit lässt sie in einem Raumschiff verschiedene Generationen von Menschen zu Galaxien fliegen.

Als Teil des deutschen Beitrags bei dem weltbekannten Kunstereignis in der norditalienischen Lagunenstadt zeigt die in Amsterdam und Berlin lebende Künstlerin in den verschiedenen Räumen des Pavillons eine postapokalyptische Science-Fiction-Arbeit mit Videoanimationen. Im Fokus steht ein Raumschiff mit dem Namen »Light to the Nations« (zu Deutsch: »Licht unter den Völkern«, benannt nach einer Passage aus der Bibel).

Unbekannte Galaxien

In diesem Raumschiff verlassen die Menschen die Erde in Richtung unbekannter Galaxien. Die aktuellen Zeiten seien extrem beängstigend, sagte Bartana. »Hat die Menschheit es verdient, noch länger hier auf der Erde zu sein?«, fragte sie mit Blick auf ihre utopische Arbeit. »In meiner Erzählung und Vorstellung wird sich die Erde selbst heilen.« Die Hoffnung besteht aber: »Und vielleicht kommt eines Tages das Raumschiff auf die Erde zurück und wir werden viel bessere Menschen geworden sein.«

Mit ihrem Raumschiff richtet die 53-Jährige den Blick auf die Zukunft. »Es ist eine messianische Zeit, in der wir leben. Dieses Raumschiff als messianisches Vehikel ist meine Antwort auf unsere Zeit«, sagte sie. Seine große Reise soll der kollektiven Heilung und Erlösung dienen. Bartana sprach dabei auch von dem jüdischen Konzept der sogenannten Reparatur der Welt. »Sie ist einfach eine Metapher für meinen Versuch als Künstlerin, über eine bessere Zukunft nachzudenken«, betonte sie.

Heute sollte der Deutsche Pavillon offiziell eröffnet werden. Beteiligt an dem deutschen Beitrag ist auch der Berliner Theaterregisseur Ersan Mondtag. Bartana und Mondtag stellen in den Giardini aus, dem Hauptort der Biennale. Vier Künstler zeigen ihre Arbeiten auf der benachbarten Insel La Certosa: Michael Akstaller, Nicole L’Huillier, Robert Lippok und Jan St. Werner. dpa

Bundesrat

Länder: Aufrufe zur Vernichtung Israels sollen strafbar werden

Der Bundesrat hat am Freitag einen Vorschlag Hessens gebilligt, wonach die öffentliche Leugnung des Existenzrechts Israels bestraft werden soll. Ob ihn die Bundesregierung aufgreift, ist noch unklar

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026

Warschau

Vor 85 Jahren wurden die Juden von Jedwabne ermordet

Ein Massaker 1941 belastet das Verhältnis von Juden und Polen: Anstifter waren Deutsche, doch die Täter waren Polen. Ein Ex-Präsident hat zu dem Gedenktag eine klare Botschaft

 10.07.2026

Ramallah

Abbas kündigt Wahlen an

Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde legt den 28. November als Termin für die Neuwahl des Parlaments fest, 2027 soll auch über die Präsidentschaft neu abgestimmt werden.

 10.07.2026

Großbritannien

»Wir haben das nicht richtig gemacht«

Andy Burnham, designierter Nachfolger von Keir Starmer als Labour-Chef und Premierminister, kündigt eine Kurskorrektur in der britischen Nahostpolitik an

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026

Hamburg/Haifa

Netanjahu bremst Milliarden-Fusion von Hapag Lloyd und Zim

Hapag-Lloyd würde die israelische Reederei gerne übernehmen. Doch der israelische Ministerpräsident hat Sicherheitsbedenken

 10.07.2026

Hamburg

Ein Jahr nach Beginn des Block-Prozesses kein Ende in Sicht

Am 11. Juli 2025 startete am Landgericht der spektakuläre Prozess um die Entführung der Block-Kinder. 63 Verhandlungstage gab es seither. Was ist noch offen?

 10.07.2026

Tirana

Albaniens Premier gibt Millionen für Kanye-Konzert aus

Ein geplanter staatlich geförderter Auftritt spaltet das Land – und verstärkt die ohnehin seit langem wachsende Kritik an Ministerpräsident Rama. Die jüdische Gemeinde will eine Absage

 10.07.2026

New York

Bericht: Israel warnte USA vor neuem iranischem Anschlagsplan gegen Trump

Seit der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani Anfang 2020 droht der Iran Trump mit Vergeltung

 10.07.2026

Islamabad/Doha

Vermittler wollen Atomgespräche zwischen USA und Iran retten

Pakistan, Katar und andere Staaten bemühen sich laut einem amerikanischen Pressebericht, die jüngste Eskalation einzudämmen

 10.07.2026