Einspruch

Wo Schatten ist, ist auch Licht

Daniel Neumann wünscht sich, dass die breite Israel-Solidarität in Deutschland stärker gewürdigt wird

von Daniel Neumann  18.05.2018 11:15 Uhr

Daniel Neumann Foto: privat

Daniel Neumann wünscht sich, dass die breite Israel-Solidarität in Deutschland stärker gewürdigt wird

von Daniel Neumann  18.05.2018 11:15 Uhr

Es is schwer zu sein a Jid!« Und wir haben ja auch Grund zu klagen: der alte neue Antisemitismus; das Wiederaufflammen des Nahostkonflikts, bei dem Juden hierzulande für die Politik Israels in Haftung genommen werden; die Angriffe auf jüdische Schulkinder und Kippaträger. All das sind nur einige Fragmente des deutsch-jüdischen Bodens, der immer brüchiger zu werden scheint.

Aber: Wo viel Schatten ist, ist auch viel Licht! Denn auch, wenn die jüdische Großwetterlage derzeit nicht die beste ist, gibt es doch vieles, das Hoffnung macht: Erstens geht es uns – gemessen an den zahllosen stürmischen Episoden unserer Geschichte – heute immer noch vergleichsweise gut.

übergriffe Zweitens vermelden Medien zwar eine außergewöhnliche Zunahme judenfeindlicher Stimmungen und Übergriffe. Doch nur, weil der Judenhass stärker beleuchtet wird, heißt es nicht, dass es ihn vorher nicht gab. Ganz im Gegenteil! Das macht die Situation nicht besser, aber es hilft, sie richtig einzuordnen.

Drittens gibt es viel Zuspruch und Solidarität. So etwa jüngst die Kabinettssitzung der Hessischen Regierung in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt – ein starkes Signal. Oder dass derzeit zunehmend Antisemitismusbeauftragte eingesetzt werden, die engagiert arbeiten. Oder die zumindest gut gemeinten Wir-tragen-Kippa-Aktionen, die zwar ziemlich mau besucht waren – erst recht, wenn man die jüdischen Teilnehmer herausrechnet –, aber wenigstens manch einen aufzurütteln vermochten. Mehr war kaum zu erwarten.

Und viertens der überwältigende Sieg des jüdisch-israelischen Paradiesvogels Netta beim Eurovision Song Contest, die vor allem bei Millionen von Zuschauern punktete: trotz ihrer Nationalität und trotz ihrer Religion – als Künstlerin und als Mensch!

Es ist also wirklich schwer, ein Jude zu sein, definitiv! Aber es könnte schlimmer sein, oder?

Der Autor ist Direktor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen.

Schleswig-Holstein

Carstensen wird Antisemitismus-Beauftragter

Der frühere Ministerpräsident soll das neu geschaffene Amt am 1. März antreten

von Michael Thaidigsmann  25.02.2020

Sachsen-Anhalt

Untersuchungsausschuss benennt Zeugen

Landtag will dem rechtsextremistischen Anschlag von Halle auf den Grund gehen

 24.02.2020

Fußball

»Großer und überwältigender Moment«

Makkabi-Präsident Alon Meyer: »Nazis raus«-Rufe der Fans von Eintracht Frankfurt sind »Meilenstein«

 22.02.2020

Antisemitismus

Nazischmöker bei Amazon

Online-Händler bietet auf diversen Webseiten judenfeindliche Hetzschriften an, darunter das Kinderbuch »Der Giftpilz«

von Michael Thaidigsmann  21.02.2020

Thüringen

Sprengstoff gefunden

Bei der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora wurde im Januar ein Sprengkörper entdeckt. Der Staatsschutz ermittelt

 21.02.2020

Frankfurt

»Ich wurde als Nazi beschimpft«

Der FDP-Kommunalpolitiker Michael Rubin über Anfeindungen nach der Thüringen-Wahl und verloren gegangenes Vertrauen

von Katharina Schmidt-Hirschfelder  21.02.2020

Gedenken

»Wir halten zusammen«

Nach dem Anschlag: Mahnwache mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

von Canan Topçu  20.02.2020

Bayern

Letztes Urteil in Saal 600

Ort der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse soll Museum werden

 20.02.2020

Hanau

»Rechtsextreme Blutspur« in Deutschland

Zentralratspräsident Schuster fordert Politik und Zivilgesellschaft nach dem rassistischen Anschlag zum Handeln auf

 20.02.2020