EILMELDUNG! USA greifen Ziele im Iran an. Teheran reagiert mit Gegenschlägen

München

Wissenschaftliche Edition von Hitlers »Mein Kampf« vorgestellt

Umstritten: wissenschaftlich kommentierte Gesamtausgabe von Adolf Hitlers Propagandaschrift »Mein Kampf« Foto: dpa

Das Münchner Institut für Zeitgeschichte (IfZ) hat am Freitag die wissenschaftlich kommentierte Gesamtausgabe von Adolf Hitlers Propagandaschrift Mein Kampf vorgestellt. IfZ-Direktor Andreas Wirsching bezeichnete die Edition bei der Präsentation in München als politisch-moralisch notwendig. Ein Verbot sei der falsche Weg. Es wäre »schlicht unverantwortlich, dieses Konvolut der Unmenschlichkeit gemeinfrei und kommentarlos vagabundieren zu lassen, ohne ihm eine kritische Referenzausgabe entgegenzustellen«, sagte Wirsching.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sieht in der kommentierten Ausgabe einen »ganz wichtigen Beitrag für die politische Bildung«. Es sei wichtig, dass Lehrer und Schüler auf »dieses zentrale Buch zurückgreifen können, um das es auch viele Mythen gibt«. Die Gefahr, dass junge Leute nun vom Gedankengut Hitlers beeinflusst werden könnten, sieht Wanka nicht. Die Jugendlichen könnten nun selbstständig denken und eben nicht auf populistische Verführer hereinfallen, sagte sie.

Jüdischer Weltkongress
Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, sprach mit Blick auf die kommentierte Ausgabe von »Unsinn« und fordert, die NS-Propagandaschrift in den »Giftschrank der Geschichte« zu verbannen. Seiner Meinung nach verdiene Mein Kampf keine kritische Ausgabe. Es sei zwar richtig, wenn sich deutsche Studenten mit dem Inhalt und den »schrecklichen Auswirkungen« des Buches auseinandersetzen. Doch dafür gebe es bereits genügend Ausgaben dieses »abscheulichen und giftigen Buches« in Antiquariaten und im Internet.

Rüdiger Mahlo, Repräsentant der Claims Conference in Deutschland, meint, dass eine erneute Veröffentlichung für viele Überlebende ein Schlag ins Gesicht sei und sie das Ansehen Deutschlands international beschädige: »Gerade von Deutschland aus dürfen die irren rassistischen Parolen nicht noch einmal Verbreitung finden. Das Machwerk erfüllt unzweifelhaft den Tatbestand der Volksverhetzung.« Die Claims Conference begrüße die Forderung des Bayerischen Justizministers Winfried Bausback, jedwede Ausgabe von Mein Kampf in Deutschland zu verbieten. ja

Krieg

USA greifen Ziele im Iran an. Teheran reagiert mit Gegenschlägen

Die Lage im Überblick

 28.05.2026

Teheran

Chamenei droht USA und Israel

Die Kämpfer der »Widerstandsfront« hätten »bemerkenswerte Siege« gegen »die beiden amerikanisch-zionistischen Terrorarmeen« errungen, sagt der neue Oberste Führer

 27.05.2026

Medien

Nicholas Potter wechselt zu Axel Springer

Der Journalist verlässt die taz und wird ab dem 1. Juli als Chefreporter redaktionsübergreifend für mehrere Marken des Springer-Verlags arbeiten

 27.05.2026

Berlin

DIG warnt vor Wahl der Linken, des BSW und der AfD

Während alle Parteien erklärten, gegen Judenhass vorgehen zu wollen, vermisse man insbesondere bei Linken und BSW eine klare Benennung von israelbezogenem Antisemitismus, so Jochen Feilcke

 27.05.2026

München

Rückgang bei antisemitischen Straftaten in Bayern, Fallzahlen aber weiterhin hoch

Einen Mordversuch und weitere Gewalttaten mit antisemitischer Motivation registrierte die bayerische Polizei

 27.05.2026

Texas

Demokraten in Texas verhindern Kandidatur antisemitischer Bewerberin

Trotz ihrer Forderung, »amerikanische Zionisten« müssten inhaftiert werden, bekam die Kandidatin 36 Prozent der Stimmen

 27.05.2026

Kiel

Als Feinde markiert

In der Hafenstadt wurden Dutzende Plakate mit roten Hamas-Dreiecken aufgehängt, auf denen zu Gewalt gegen israelsolidarische Aktivisten aufgerufen wird. Was macht das mit den Betroffenen?

von Pascal Beck  27.05.2026

München

Mann wegen KZ-Nachbauten vor Finanzamt in U-Haft

Ein 33-Jähriger soll Holzbauten mit eindeutigen Bezügen zu den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten vor ein Finanzamt in Niederbayern gestellt haben. Was daraufhin passiert ist

 27.05.2026

Berlin

Anschlag am Holocaustmahnmal: Zweiter Verdächtiger festgenommen

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll der Mann den Angreifer vor der Tat bestärkt haben

 27.05.2026