Nahost

»Wir werden uns dagegen weiter wehren«

Von der Huthi-Miliz angegriffener Öltanker (2024) Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Deutschland und Österreich sind angesichts zunehmender Angriffe der Huthi-Miliz auf Handelsschiffe offen für eine Aufstockung der EU-Militäroperation »Aspides« im Roten Meer.

»Die Operation Aspides der Europäischen Union hat in einem schwierigen Umfeld schnell Erfolge erzielt«, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei einem Treffen mit seinem israelischen Kollegen Gideon Saar und der österreichischen Außenministerin Beate Meinl-Reisinger in Wien. Es liege nun an den militärischen Ratgebern, »Hinweise zu geben, ob das verstärkt oder angepasst werden muss«, fügte Wadephul hinzu.

Die neuerlichen Angriffe der jemenitischen Miliz auf Handelsschiffe zeigten, dass ein iranischer Verbündeter weiterhin ohne jeden Anlass die zivile Schifffahrt erheblich störe und das Leben unschuldiger Seeleute gefährde, sagte Wadephul. »Wir verurteilen das auf das Schärfste und erwarten, dass der Iran seinen Einfluss auf die Huthis ausübt, um das zu beenden.« 

Der CDU-Politiker sagte mit Blick auf die Angriffe auf die Handelsschiffe: »Wir werden uns dagegen weiter wehren.« Handels- und Seewege seien Teile der wirtschaftlichen Sicherheit. Meinl-Reisinger ergänzte, die Sicherheit der Passage durch das Rote Meer sei im ureigensten Interesse Europas. Deshalb beteilige sich Österreich mit Stabsoffizieren an der EU-Operation. Sie stehe einer Diskussion »sehr offen gegenüber, inwieweit das verstärkt oder angepasst wird«. Dies sei nun Sache der militärischen Berater. 

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Im Rahmen von »Aspides« (»Schilde«) waren zuletzt etwa 30 Bundeswehrsoldaten eingesetzt. Deutschland stellte in den vergangenen Monaten Soldaten für die Luftraumüberwachung, Stabspersonal im Hauptquartier im griechischen Larissa sowie auf dem Führungsschiff der Operation. 

Huthi-Miliz versenkt zwei Handelsschiffe

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hatte in den vergangenen Tagen zwei Handelsschiffe angegriffen, die daraufhin sanken. Die Miliz greift seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 unter anderem Handelsschiffe mit angeblichem Bezug zu Israel an. Erklärtes Ziel ist die Unterstützung der islamistischen Hamas im Gazastreifen. dpa

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