Metzitzah Be Peh

»Wir befürworten dies nicht«

Dieter Graumann Foto: Rafael Herlich

Metzitzah Be Peh

»Wir befürworten dies nicht«

Zentralrat der Juden distanziert sich von besonderer Methode als Teil der Beschneidung

 15.04.2013 11:52 Uhr

In der Diskussion um die Metzitzah Be Peh hat Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, noch einmal dessen Position deutlich gemacht: »Wir haben immer wieder erklärt, dass wir diese besondere Methode als Teil der Beschneidung – das Absaugen der Wunde mit dem Mund – ausdrücklich nicht befürworten.« Diese Auffassung sei jetzt auch nochmals durch die Führungsgremien des Zentralrats bestätigt worden.

»Wir haben als jüdische Gemeinschaft im letzten Jahr vehement und engagiert um die weitere Legalität und Legitimität des für das Judentum absolut elementaren Gebotes der Beschneidung gekämpft.« Es ging dabei durchaus um die grundsätzliche Frage, ob jüdisches Leben in Deutschland überhaupt möglich bleibt, so Graumann. »Deutlich zu sagen ist aber zu der hier infrage stehenden Methode: Dafür haben wir nicht gekämpft. Das haben unsere Experten während der verschiedenen Anhörungen auch immer wieder vernehmlich gesagt. Dazu stehen wir selbstverständlich auch jetzt.«

Verfahren In diesem Zusammenhang verweist Graumann auf die Europäische Rabbinerkonferenz, die erst kürzlich ausdrücklich erklärt habe, dass die Metzitzah Be Peh, wenn sie denn angewandt werde, religionsgesetzlich zulässig und medizinisch ratsam sei, wenn sie mit einer Pipette – und eben gerade nicht mit dem Mund – durchgeführt werde.

Graumann betont, dass der Zentralrat der Juden jetzt gerade aktiv und intensiv dabei sei, das zugesagte Zertifizierungsverfahren für die in Deutschland zugelassenen Mohelim zu entwickeln: »In diesem Verfahren wird auch unserer klaren Auffassung in dieser Frage selbstverständlich Rechnung getragen. Wer also eine solche Methode praktiziert, wird vom Zentralrat keine Zertifizierung erhalten.«

Strafanzeige Anlass der Diskussion um die Metzitzah Be Peh war eine Strafanzeige wegen Körperverletzung im Zusammenhang mit der Beschneidung des Sohnes vom Berliner Rabbiner Yehuda Teichtal am 3. März des Jahres. Dazu sagte Zentralratspräsident Dieter Graumann: »Was die Strafanzeige angeht, so vertrauen wir sehr darauf, dass die Justizbehörden in unserem Land gewissenhaft, klug und sensibel entscheiden werden.« Nach wie vor sei die Politik in Deutschland dafür zu loben, dass sie mit dem Gesetz rasch und verantwortungsbewusst gehandelt habe.

»Wir sind froh, dass durch die vom Bundestag gefundene Regelung endlich wieder Rechtsfrieden herrschen kann«, so Graumann weiter. »Diesen Frieden sollten nun alle würdigen – und auch diejenigen, die die Beschneidung von Jungen im Judentum und im Islam weiter mit belehrender Bevormundung geradezu fanatisch bekämpfen, wie das bei den Anzeigestellern der Fall ist, sollten diesen frischen Frieden jetzt nicht aufkündigen. Dafür hätten wir absolut kein Verständnis.« ja

Teheran

Trotz Angriffen: Iran mobilisiert zu Al‑Kuds‑Protesten

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan findet im Iran immer eine staatlich-inszenierte Großdemonstration gegen Israel statt. Die Führung rief die Bevölkerung auf, es dem »Feind« zu zeigen

 13.03.2026

Andenes

Kanzler Merz sieht keinen Anlass für Militäreinsatz in Straße von Hormus

Der französische Präsident treibt die Idee eines Militäreinsatzes zum Schutz von Öltankern und Handelsschiffen in der Straße von Hormus voran. Kanzler Merz ist da deutlich zurückhaltender

 13.03.2026

Washington D.C.

»Schaut mal, was heute mit diesen geistesgestörten Drecksäcken passiert«

»Wir verfügen über beispiellose Feuerkraft, unbegrenzte Munition und viel Zeit«, schreibt der amerikanische Präsident auf seiner Plattform Truth Social

 13.03.2026

Maskat

Bericht: Tote und Verletzte durch Drohne im Oman

Woher die Drohnen kamen, war zunächst nicht bekannt. Trotz Vermittlungsbemühungen wurde der Oman mehrfach zum Ziel iranischer Angriffe

 13.03.2026

Meinung

Iran: Der Verrat des Westens

Die Islamische Republik ist angeschlagen, doch ihre Unterstützer im Westen sind nach wie vor aktiv

von Jacques Abramowicz  13.03.2026

Paris

Nationaler Widerstandsrat will Übergangsregierung im Iran stellen

Die Gruppe exilierter Iraner will nach dem Sturz der Mullahs innerhalb von sechs Monaten Wahlen durchführen. Der Widerstandsrat ist jedoch höchst umstritten

 13.03.2026

Nahost

US-Tankflugzeug bei Einsatz im Irak abgestürzt

Vier der fünf Crew-Mitglieder starben

 13.03.2026

Incirlik

Iranische Rakete auf NATO-Stützpunkt in der Türkei abgefeuert

Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung verstärkt die Allianz ihre Luftverteidigung in der Region. Ankara droht derweil dem Regime in Teheran

 13.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  13.03.2026