Antisemitismus

»Widerlich und abstoßend«

Plakat des sogenannten Karikaturenwettbewerbs zum Thema Holocaust aus dem Jahr 2006. Foto: dpa

Antisemitismus

»Widerlich und abstoßend«

Parteiübergreifende Verurteilung des Schoa-Karikaturenwettbewerbs im Iran

 25.02.2015 15:17 Uhr

Das Auswärtige Amt hat den Aufruf zu einem Karikaturen-Wettbewerb zum Thema Holocaust im Iran scharf verurteilt. Man sei zutiefst betroffen »von den Versuchen, den Mord an sechs Millionen Juden in Europa zum Gegenstand von Spott und Lächerlichkeit zu machen«, sagte Ministeriumssprecher Martin Schäfer am Mittwoch in Berlin. Gemeinsam mit Israel und anderen Partnern erwarte Deutschland eine angemessene und würdige Erinnerung an die Schoa.

eklatant Heftige Kritik äußerte auch Philipp Mißfelder, außenpolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion. Er bezeichnete den Aufruf als »geschmacklose Aktion«, die den »eklatanten Antisemitismus und Antizionismus im Iran« einmal mehr verdeutlichte.

Für große Empörung sorgt der Karikaturenwettbewerb ebenfalls beim Grünen-Politiker Volker Beck. »Der Wettbewerb des Iranischen Regimes ist ein Aufruf zum Judenhass und zu ihrer Vernichtung. Daher muss er auch als solcher mit aller Konsequenz behandelt werden«, sagte Beck, der zudem Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe im Bundestag ist.

Als »widerlich und abstoßend« bewertete der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, den Karikaturenwettbewerb. Er erwarte nun von der Bundesregierung und der Europäischen Union ich eine klare Distanzierung von antisemitischer Hetze, so Korte.

urheber Medienberichten zufolge zeichnet das »Haus der Karikaturen« in Teheran aus Protest gegen die Mohammed-Zeichnungen des französischen Satire-Magazins »Charlie Hebdo« für den Wettbewerb mit dem Thema Holocaust-Leugnung verantwortlich. Angesprochen sind Karikaturisten weltweit. Die »beste« Karikatur wird mit einem Preis von 12.000 Dollar prämiert.

Es ist bereits der zweite Aufrufdieser Art. Der erste Schoa-Karikaturenwettbewerb fand im Jahr 2006 statt. Mehr als 750 Zeichnungen hatten iranische Künstler damals eingereicht. epd/ja

Meinung

Die Hybris des Jens Spahn

Mit seinem Verhalten hat der CDU-Politiker nicht nur der eigenen Partei geschadet, sondern der Demokratie

von Ralf Balke  21.07.2026

Washington D.C.

US-Geheimdienste erwarten keine Kursänderung Teherans nach neuen Angriffen

Die neue Lageeinschätzung wurde der Regierung von Präsident Donald Trump bereits vorgelegt

 21.07.2026

Statistik

Opferberatungsstellen: 3.167 Fälle rechter Gewalt im Jahr 2025

Die nichtstaatlichen Opferberatungsstellen verzeichnen nach dem Rekordjahr 2024 den zweithöchsten Wert an rechter Gewalt. Am häufigsten war das Tatmotiv Rassismus. Besonders nahmen Angriffe auf politische Gegnerinnen und Gegner zu

 21.07.2026

Projekt

Ein Denkmal für gefallene Soldaten und ermordete Juden

Ein Dorf will mit einer Gedenkstätte an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Das geplante gemeinsame Gedenken an gefallene Soldaten und ermordete Juden ruft ein unterschiedliches Echo hervor

von Jens Bayer-Grimm  21.07.2026

München

Schmerz und offene Fragen auch zehn Jahre nach OEZ-Anschlag

Am 22. Juli 2016 erschoss ein rechtsextremer 18-Jähriger am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun junge Menschen. Noch immer sind für die Angehörigen viele Fragen offen

von Susanne Schröder  21.07.2026

Köln

Bewährungsstrafen gegen frühere Mitglieder antisemitischen Goyim-Netzwerks

Es geht um die Beteiligung an einer Verbreitung von Judenhass-Propaganda

 21.07.2026

Höchberg

DIG-Mitglied wegen Israel-Anstecker angegriffen und schwer verletzt

Die zuständige Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes

 21.07.2026 Aktualisiert

Beirut

USA: Erste Schritte bei »Pilotzonen« im Südlibanon

Nach jahrzehntelangem Kriegszustand gab es zuletzt Annäherungsversuche zwischen Israel und dem Libanon. Nun verkündet das US-Außenministerium als Vermittler einen weiteren Schritt

 21.07.2026

Washington D.C.

Trump: »Netanjahu wird unter keinen Umständen festgenommen«

Der amerikanische Präsident wendet sich gegen die Aussage des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani, der eine Festnahme prüfen lässt

 21.07.2026