Meinung

Wenn die Kanzlerin frei ist

Atlantische Freundschaft: Angela Merkel und Barack Obama vor dem Weißen Haus in Washington Foto: imago

Ob sie sich wohl selbst gewundert hat, wie sie zu der Ehre kam? Am Dienstag wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel von Barack Obama in Washington die Medal of Freedom verliehen, die Freiheitsmedaille des Präsidenten – als zweite Deutsche nach Ex-Kanzler Helmut Kohl. Zwar war Merkel mit großem Tross angereist und wurde auch mit allem Pomp empfangen.

Strategie Doch von einem gemeinsamen Freiheitspathos scheinen die deutsch-amerikanischen Beziehungen derzeit nicht geprägt zu sein. Auf die Umbrüche im Nahen Osten reagiert man auf beiden Seiten des Atlantik eher mit Ratlosigkeit. Washington zeigte sich zudem irritiert, dass Deutschland im UN-Sicherheitsrat die Libyen-Resolution nicht mittragen wollte. Wobei die USA es auch versäumt haben, sich im Vorfeld zumindest mit den NATO-Partnern um eine gemeinsame Strategie zu bemühen.

In anderen Bereichen regiert Merkel derzeit amerikanischer als der US-Präsident, sowohl in der Wirtschaftspolitik als auch – bisweilen – in der Außenpolitik: Während es Obama mit der Schaffung eines Palästinenserstaates anscheinend nicht schnell genug gehen kann, hat die Kanzlerin klargestellt, dass Deutschland einen solchen gegen den Willen Israels nicht anerkennen werde. Hoffentlich kann man die Verleihung der Freiheitsmedaille so werten, dass im September, wenn in der UN über einen Palästinenserstaat abgestimmt werden soll, das transatlantische Bündnis wieder steht – und die Freiheit Israels nicht opportunistischen geopolitischen Erwägungen geopfert wird.

Washington D.C.

Berichte: Trump genehmigt Atom-Deal mit Saudi-Arabien

Die Nachricht fällt mit der Eskalation des Iran-Krieges zusammen. Kritiker warnen vor einem atomaren Wettrüsten in der instabilen Region

 22.07.2026

Meinung

Es reicht!

Im Angesicht der brutalen und mutmaßlich antisemitisch motivierten Gewalttat bei Würzburg muss endlich über Verantwortlichkeiten geredet werden

von Volker Beck  22.07.2026

Berlin

Bericht des Jüdischen Forums: 329 antisemitische Vorfälle bei Demonstrationen

Als durchgängiges Motiv nennt der Bericht den Ruf nach einer »Globalisierung der Intifada«

 22.07.2026

Berlin

Dobrindt kündigt baldige Nachfolge für Antisemitismusbeauftragten Felix Klein an

Klein selbst spricht sich für eine nahtlose Übergabe aus

 22.07.2026

Würzburg

Schuster sorgt sich um Brandmauer gegen die AfD

Im September wird in Sachsen-Anhalt gewählt. In Umfragen ist die AfD mit Abstand stärkste Kraft. Der Präsident des Zentralrats der Juden blickt mit Sorge auf die CDU

 22.07.2026

Augsburg

Acht Monate Haft für antisemitischen TikTok-Kommentar

»Adi warum hast du nicht alles ein Ende gebracht« soll der Verurteilte unter einen Beitrag der »Tagesschau« geschrieben haben

 22.07.2026

USA

Mamdani: New York kann Netanjahu nicht festnehmen

Der Bürgermeister der Metropole fordert die US-Bundesregierung auf, einen Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) zu vollstrecken. Dieser wird auch in Israel als absurd angesehen

 22.07.2026

Washington D.C.

Trump kündigt Angriff auf unterirdische Atomanlage an

Das iranische Regime könne nichts dagegen tun, sagt der US-Präsident. Aus Teheran heißt es, im Falle eines solchen Angriffs würden »alle Interessen Amerikas sowie seiner Verbündeten« attackiert

 22.07.2026

Meinung

Die Hybris des Jens Spahn

Mit seinem Verhalten hat der CDU-Politiker nicht nur der eigenen Partei geschadet, sondern der Demokratie

von Ralf Balke  21.07.2026