Analyse

Was der russisch-ukrainische Konflikt mit den Mullahs in Teheran zu tun hat

Russlands Präsident Wladimir Putin Foto: imago images/ITAR-TASS

Eine potenzielle russische Invasion der Ukraine könnte aus Sicht von US-Generalleutnant Erik Kurilla die Instabilität im Nahen Osten verschärfen.

Möglich sei etwa ein Überschwappen des Konflikts nach Syrien, wo Russland bereits einen Militärstützpunkt und Truppen habe, sagte Kurilla am Dienstag in einer Anhörung vor dem zuständigen Senatsausschuss im Rahmen seiner Nominierung als Leiter des Kommandos der US-Streitkräfte im Nahen Osten (Centcom). Zugleich stellte er klar, dass der Iran weiterhin als größte Bedrohung für die USA und deren Verbündete in der Region betrachtet werde.

Dem Senatskomitee für die Aufsicht über die US-Streitkräfte sagte Kurilla zudem, dass China seinen Einfluss und seine Ausgaben im Centcom-Zuständigkeitsbereich stetig ausbaue. Dazu gehörten Länder, die die USA für die Gewinnung geheimdienstlicher Informationen über extremistische Aktivitäten in Afghanistan bräuchten.

»Die Vereinigten Staaten sind mit einer neun Ära des strategischen Wettbewerbs mit China und Russland konfrontiert, der sich nicht auf eine geografische Region beschränkt und in den Verantwortungsbereich des Zentralkommandos hineinragt«, sagte Kurilla am Dienstag. Sollte seine Nominierung wie erwartet bestätigt werden, würde er auf General Frank McKenzie folgen, der nach drei Jahren als Centcom-Leiter in den Ruhestand geht.

McKenzies Ägide fällt in eine von Tumulten geprägte Zeit in der Region, etwa der chaotische amerikanische Rückzug aus Afghanistan, die Zerschlagung der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien und zunehmende Spannungen mit dem Iran und dessen Verbündeten. ap

Hintergrund

Wenn Juden- und Israelfeindlichkeit Extremisten aller Couleur vereint

Der Verfassungsschutzbericht 2025 verdeutlicht einmal mehr: Antisemitismus und Antizionismus sind der Bindekitt zwischen ansonsten inkompatiblen extremistischen Strömungen

von Michael Thaidigsmann  01.07.2026

Meinung

Warum Hessens Vorstoß mit der Meinungsfreiheit vereinbar ist

Die Landesregierung will die Leugnung des Existenzrechts Israels unter Strafe stellen. Mit einer veränderten Begründung und anderen leichten Modifikationen wäre der umstrittene Entwurf grundgesetzkonform

von Fiete Kalscheuer  01.07.2026

Extremismus-Bericht

Auschwitz Komitee macht AfD für gestiegenen Rechtsextremismus verantwortlich

Die Zahl der Extremisten in Deutschland ist nach Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz weiter gestiegen. Dafür macht das Komitee vor allem die AfD verantwortlich

 01.07.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  30.06.2026

Interview

»Es fehlte am fußballerischen Können, nicht am Glück«

Sportreporter-Legende Marcel Reif über das WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft, Jürgen Klopp und die Zukunft von Julian Nagelsmann als Bundestrainer

von Michael Thaidigsmann  30.06.2026

Meinung

Maccabiah ist gelebte Selbstbehauptung

Gerade jetzt ist es für jüdische Sportlerinnen und Sportler wichtig, in Israel Kraft zu tanken. Es geht nicht nur um Sport, sondern auch um Selbstbehauptung und ein tieferes Verständnis für das Land

von Alon Meyer  30.06.2026

Berufung

Hamburg hat wieder eine Beauftragte gegen Antisemitismus

Nach Monaten der Vakanz ist das Amt wieder besetzt: Anna von Villiez wird Hamburgs neue Beauftragte gegen Antisemitismus. Ein Rechtsstreit hatte die Auswahl verzögert

von Michael Althaus  30.06.2026

Kommentar

Für Islamisten existiert kein Kindeswohl

In glühender Hitze wurden Kinder von Islamisten gefesselt durch Berlin geführt. Dass so etwas mitten in der Hauptstadt geschehen kann, ist die Folge einer fehlgeleiteten Migrationspolitik

 30.06.2026

Aufruf

Jüdische Hochschullehrer fordern besseren Schutz gegen Antisemitismus

Hochschulen können ihre jüdischen Studierenden und Lehrenden nicht ausreichend gegen Antisemitismus schützen. Das NJH will das ändern und fordert unter anderem die Möglichkeit zur Exmatrikulation von Störern

 30.06.2026