Einspruch

Wann, wenn nicht jetzt?

Hanna Rheinz fordert, zum neuen Jahr das Klima in den Blick zu nehmen

von Hanna Rheinz  26.09.2019 10:07 Uhr

Hanna Rheinz Foto: privat

Hanna Rheinz fordert, zum neuen Jahr das Klima in den Blick zu nehmen

von Hanna Rheinz  26.09.2019 10:07 Uhr

Hinterlasse keine Spuren, vor allem keinen CO2-Fußabdruck! Vielleicht klingt das angesichts der Hohen Feiertage befremdlich. Doch genau besehen, liegen die Diskussionen um Klimawandel, Artensterben, Plastikmüll, die Forderung nach einer Agrarwende, Drosselung der ausufernden »Fleischproduktion« und Schutz der Tiere genau auf der Linie der Tora.

Umkehr Rosch Haschana ist eine Zeit der Rückschau, der Umkehr. Wir stellen uns die Frage, ob wir anderen gegenüber gerecht waren, ob Schäden behoben wurden, ob uns verziehen wurde. Dies erweitert den Blick: von den anderen Menschen hin zum Wohlergehen der Gemeinschaft, der Natur, der Tiere, ja, sogar des Klimas.

In immer rascherem Tempo hat der Mensch die Grenzen, die ihm gesetzt wurden, missachtet, die Erde verbraucht, Rohstoffe entnommen, verseuchte Böden zurückgelassen – und damit die Lebenswelten von Mensch und Tier zerstört. Neben der Umwelt wird durch »soziale Medien« die Seele des Menschen zerstört. Der CO2-Fußabdruck wird zur Metapher einer in Destruktivität erstarrten Gesellschaft.

»Unetane Tokef« Wann, wenn nicht zu Rosch Haschana, gilt es, die Grenzen, die sich dem Menschen entgegenstellen, ins Auge zu fassen? In dem Gebet »Unetane Tokef« heißt es, der Mensch sei »wie ein Tongefäß, das leicht zerbricht. Er ist wie das Gras, das schnell verdorrt, wie eine Blume, die bald verwelkt«.

Neben den Bedrohungen durch die neue Judenfeindlichkeit gilt es auch, den Blick auf die Gemeinschaft, den anderen, das Verhältnis zu Natur und Tierwelt zu richten. Mit kleinen Änderungen der Lebensweise kann jeder tagtäglich dazu beitragen, die Welt zu verbessern.

Dies ist eine Alternative zu den zerstörerischen Wirtschafts- und Konsumpraktiken. Die Kritik am CO2-Fußabdruck, der manchen als Inbegriff einer »Klimahysterie« erscheinen mag, steht mit der Tora durchaus in Einklang, besonders zu Rosch Haschana.

Die Autorin ist Publizistin, Psychologin und Tierrechtsethikerin.

NS-Zeit

Steinmeier will Amtsgeschichte erforschen lassen

Bundespräsident knüpft damit an die von ihm angestoßene Aufarbeitung der Geschichte der Berliner Dienstvilla an

 12.12.2019

NS-Kriegsverbrecher

Verfassungsschutz muss Zugang zu Akte von Alois Brunner gewähren

Seit Jahren hatte sich ein »BILD«-Journalist mit der Behörde um die Herausgabe der Dokumente gestritten

 12.12.2019

Chemnitz

Neue Spur nach Angriff auf jüdisches Restaurant

Rund 15 Monate nach der Attacke auf das »Schalom« hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt

 12.12.2019

Justiz

Kündigung von Lehrer mit rechtsextremen Tattoos unwirksam

Das Land Brandenburg scheitert erneut mit Suspendierung des 36-Jährigen

 11.12.2019

Justiz

Schoa-Leugnerin Haverbeck soll volle Haftstrafe verbüßen

Das Landgericht Bielefeld hat entschieden, dass die 91-Jährige nicht vorzeitig auf Bewährung im Januar 2020 auf freien Fuß kommt

 11.12.2019

Zentralrat / Auschwitz Komitee

Preisgabe von Brunner-Akten gefordert

Die Unterlagen gehörten in die »Hände der Öffentlichkeit«

 11.12.2019