Meinung

Vertrieben und verstrickt

Die Reihen lichten sich. Zwei Historiker und eine Publizistin sind bereits aus dem Beirat der Vertriebenenstiftung ausgetreten. Nun droht auch Salomon Korn, der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, mit dem Rückzug. Er werde dem Beirat fernbleiben, wenn das Thema Vertreibung nicht in Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und dem NS-Menschheitsverbrechen dargestellt wird. So zeichnet sich immer deutlicher ab: Die Stiftung, die die vornehme Vokabel »Versöhnung« im Namen führt, droht zu scheitern. Der »Kompromiss«, auf den sich Anfang Februar die Regierungskoalition und die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach, geeinigt haben, scheint der ursprünglichen Idee den Todesstoß zu versetzen. Dass der BdV doppelt so viele Sitze im Beirat erhält wie zunächst geplant, verschiebt die Akzente über das erträgliche Maß hinaus. Eine Chance jedoch, das fragile Projekt zu retten, tut sich auf: Die Tatsache, dass die Ausstellungsfläche in dem geplanten Dokumentationszentrum um 1.000 Quadratmeter vergrößert werden soll, eröffnet dem BdV die Möglichkeit, Verstrickungen späterer Vertriebenenfunktionäre im Dritten Reich aufzuklären und zu dokumentieren. Dieses Kainsmal nicht länger zu verheimlichen, wäre ein erster Schritt auf dem Weg zur Versöhnung.

Umfrage

Umfrage: So würde Deutschland abstimmen, wenn am Sonntag Wahlen wären

 25.10.2026

Präsidentenwahl in Frankreich

Wahlkampfstart der Rechten – Le Pen im Aufschwung?

Nach den Unruhen in Frankreich gewinnt Marine Le Pen in Umfragen weiter hinzu. Doch Antisemitismusvorwürfe gegen ihren politischen Ziehsohn, RN-Chef Jordan Bardella, belasten die Partei

 25.10.2026

Berlin

Platzwunde und Hämatome im Gesicht: Mutmaßlich antisemitische Attacke in Schöneberg

Ein Unbekannter fragte einen 60-Jährigen, ob er Jude sei – dann schlug er zu. Der Staatsschutz ermittelt

 25.10.2026

Schild des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

Sachsen

Sachsen: Jede antisemitische Diskriminierung ist verfassungswidrig

Der Schutz jüdischen Lebens ist in mehreren Landesverfassungen verankert. Der Freistaat Sachsen sieht bisher von einer expliziten Formulierung ab

 25.10.2026

Islamismus

Psychologe Ahmad Mansour: Teile der Linken verharmlosen Islamismus

Solidarität mit zweierlei Maß? Islam-Experte Mansour sieht bei Teilen der Linken eine Doppelmoral im Umgang mit Islamismus. Scharfe Kritik übt er auch am Umgang mit Israel und dem Nahostkonflikt

 25.10.2026

Feuer am Flughafen von Riad

Krieg in der Golfregion

Weiter Angriffe im Jemen und Saudi-Arabien

Riad im Norden, die jemenitische Hafenstadt Aden im Süden: An beiden Fronten greifen die Huthi-Rebellen mit Drohnen und Raketen an. Wird aus dem dauerhaften Beschuss ein Abnutzungskrieg?

 25.10.2026

Antisemitismus

Hälfte der Länder verankert Kampf gegen Antisemitismus in Verfassung

Der Kampf gegen zunehmenden Antisemitismus ist nicht erst nach dem Hamas-Überfall auf Israel 2023 im Fokus. Schon nach dem Synagogenanschlag von Halle 2019 zogen einige Länder Konsequenzen in ihren Landesverfassungen – aber bei weitem nicht alle

 25.10.2026

Kommentar

Schließt die Botschaft Irans!

Deutschland muss verstehen, dass diese Diktatur nicht mehr zu halten ist

von Saba Farzan  25.10.2026

Iran-Krieg

Bericht: Iran nimmt US-Diplomaten in Nahost ins Visier

US-Botschaftspersonal wird im Nahen Osten reduziert. Hintergrund sollen Erkenntnisse von US-Nachrichtendiensten zu Anschlagsplänen des Irans sein

 25.10.2026