Meinung

Vertrieben und verstrickt

Die Reihen lichten sich. Zwei Historiker und eine Publizistin sind bereits aus dem Beirat der Vertriebenenstiftung ausgetreten. Nun droht auch Salomon Korn, der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, mit dem Rückzug. Er werde dem Beirat fernbleiben, wenn das Thema Vertreibung nicht in Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und dem NS-Menschheitsverbrechen dargestellt wird. So zeichnet sich immer deutlicher ab: Die Stiftung, die die vornehme Vokabel »Versöhnung« im Namen führt, droht zu scheitern. Der »Kompromiss«, auf den sich Anfang Februar die Regierungskoalition und die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach, geeinigt haben, scheint der ursprünglichen Idee den Todesstoß zu versetzen. Dass der BdV doppelt so viele Sitze im Beirat erhält wie zunächst geplant, verschiebt die Akzente über das erträgliche Maß hinaus. Eine Chance jedoch, das fragile Projekt zu retten, tut sich auf: Die Tatsache, dass die Ausstellungsfläche in dem geplanten Dokumentationszentrum um 1.000 Quadratmeter vergrößert werden soll, eröffnet dem BdV die Möglichkeit, Verstrickungen späterer Vertriebenenfunktionäre im Dritten Reich aufzuklären und zu dokumentieren. Dieses Kainsmal nicht länger zu verheimlichen, wäre ein erster Schritt auf dem Weg zur Versöhnung.

NRW

Laschet reist für politische Gespräche und Papstaudienz nach Rom

Begleitet wird der Ministerpräsident unter anderen vom Kölner Gemeindechef Abraham Lehrer

 30.09.2020

Köln

Schild mit KZ-Spruch auf Corona-Demo – Anklage erhoben

Ein 43-Jähriger muss wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung vor Gericht

 30.09.2020

Halle

Bundespräsident bei Gedenken

Auch Ministerpräsident Haseloff und Zentralratspräsident Schuster erinnern an den Terroranschlag

 30.09.2020

Rechtsextremismus

Neonazi Horst Mahler soll aus Haft entlassen werden

Der Schoa-Leugner verbüßt eine langjährige Haftstrafe wegen zahlreicher Fälle von Volksverhetzung

 30.09.2020

Paris

Norwegen soll arabischen Terroverdächtigen ausliefern

Der Mann soll 1982 an dem Anschlag auf das jüdische Restaurant Jo Goldenberg beteiligt gewesen sein

 30.09.2020

Vereinte Nationen

Netanjahu warnt vor Hisbollah-Waffendepot

Israels Regierungschef bei Generaldebatte der UN-Vollversammlung: In Beirut »könnte eine weitere Explosion passieren«

 30.09.2020

US-Wahlkampf

Schläge unter der Gürtellinie

TV-Duell zwischen Trump und Biden – Chef der ADL fordert Erklärung des US-Präsidenten für Antwort auf Frage zu Rechtsextremismus

von Michael Thaidigsmann  30.09.2020

Solidarität

»Unsere Herzen bluten«

Der Jüdische Weltkongress gedachte mit einem Besuch in Halle der Opfer des Anschlags vor knapp einem Jahr

von Michael Thaidigsmann  29.09.2020

Extremismus

Reichsfahnen auf deutschen Straßen: Kommt bald ein Verbot?

Die Rufe nach einem Verbot mehren sich. Doch sind die Fahnen wirklich das Problem?

von Anne-Béatrice Clasmann  29.09.2020