Vereinte Nationen

USA zurück im UN-Menschenrechtsrat

Der in Genf ansässige Rat der Vereinten Nationen ist seit langem umstritten. Foto: imago images/photothek

Die USA kehren in den UN-Menschenrechtsrat zurück. Die UN-Vollversammlung wählte die Vereinigten Staaten am Donnerstag (Ortszeit) in New York für eine dreijährige Mitgliedschaft in das oberste UN-Gremium zum Schutz der Menschenrechte, die am 1. Januar beginnt.

ENGAGEMENT US-Außenminister Antony Blinken kündigte eine aktive Rolle seines Landes im Menschenrechtsrat an. Die USA würden diejenigen unterstützen, die gegen Ungerechtigkeit und Tyrannei kämpften. Die Verteidigung der Menschenrechte und das internationale Engagement spielten eine zentrale Rolle in der US-Außenpolitik. Gleichzeitig kritisierte Blinken, dass eine Reihe von Staaten mit autoritären Regierungen dem Menschenrechtsrat angehören.

»Wenn Länder wie Katar, Kamerun oder Kasachstan in den Rat berufen werden, ist das so, als macht man Pyromanen zu Feuerwehrleuten.«

Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte 2018 den Rückzug seines Landes aus dem Menschenrechtsrat mit Sitz in Genf beschlossen. Trump hatte dem UN-Rat vorgeworfen, einseitig für die Palästinenser und gegen Israel Partei zu ergreifen.

Der 2006 gegründete Rat umfasst 47 Mitgliedsländer und soll über die Einhaltung der Menschenrechte wachen. Das Gremium verabschiedet Resolutionen und setzt Sonderberichterstatter und Untersuchungskommissionen ein - viele davon richten sich gegen Israel.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Biden-Regierung versprach, sich ausdrücklich gegen eine Fokussierung auf Israel zur Wehr zu setzen. Man habe »Bedenken« gegenüber dem Rat und werde sich dessen »unverhältnismäßiger« Aufmerksamkeit gegenüber Israel widersetzen, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Ned Price, gegenüber Reportern.

STANDARDS Die UN-Vollversammlung hatte bei Gründung des Rates gefordert, seine Mitglieder müssten die »höchsten Standards bei der Förderung und Schutz der Menschenrechte« einhalten. Die Nichtregierungsorganisation UN Watch in Genf erklärte vor der Wahl am Donnerstag, einige Staaten wie Somalia seien eindeutig nicht geeignet für eine Mitgliedschaft im Menschenrechtsrat.

Wenn Länder wie Katar, Kamerun oder Kasachstan in den Rat berufen würden, sei das so, als mache man Pyromanen zu Feuerwehrleuten, sagte UN-Watch-Geschäftsführer Hillel Neuer. Neben den neugewählten Staaten gehören dem Gremium schon jetzt Vertreter der Regierungen von China, Libyen, Pakistan und Venezuela an.

Neben den USA wurde erstmals auch Luxemburg in den Menschenrechtsrat gewählt. Außenminister Jean Asselborn sagte, sein Land sehe sich »verpflichtet, die Rechte aller Menschen zu schützen und zu fördern, und zwar im Geiste der Partnerschaft und Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedstaaten und den Menschenrechtsmechanismen der Vereinten Nationen«. epd/mth

Umfrage

AfD bleibt laut Umfrage stärkste Partei – CDU/CSU auf Tief

Die in Teilen rechtsextremistische Partei hat einen Vorsprung von 11 Prozentpunkten zur zweitstärksten Partei

 15.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  15.09.2026

Mascha Malburg und Joshua Schultheis

In eigener Sache

Mascha Malburg und Joshua Schultheis werden mit dem Georg-Stefan-Troller-Preis ausgezeichnet

Die Redakteurin der Jüdischen Allgemeinen und der freie Mitarbeiter erhalten die Auszeichnung für ihre Interviewreihe mit Juden aus Deutschland

 15.09.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

IDF-Chef prüft rechtliche Schritte gegen Film »Naza«

Generalstabschef Eyal Zamir bezeichnet bisher bekannt gewordene Teile der Doku als »Ritualmordlegenden, bewusste Verzerrungen der Realität und falsche Anschuldigungen gegen IDF-Soldaten«

 15.09.2026

Werner Graf, Spitzenkandidat der Berliner Grünen

Interview

»Keine Koalition, an der Antisemiten beteiligt sind«

Werner Graf, Spitzenkandidat der Berliner Grünen, spricht über den Kampf gegen Antisemitismus, eine mögliche Koalition mit der Linken und seine Erfahrungen in einem Bunker in Sderot

von André Anchuelo  15.09.2026

Döbeln

Jugendliche mit antisemitischen Aufklebern auf frischer Tat gestellt

Der Staatsschutz hat die weiteren Ermittlungen übernommen

 14.09.2026

Berliner Leuchtturmprojekt

Musikalische Stolpersteine jetzt in fünf Bundesländern

Mehrere Tausend in Gehwegen eingelassene »Stolpersteine« halten europaweit die Erinnerung an Verfolgte des Naziregimes wach. Jetzt gibt es auch »Stolperstein«-Podcasts

 14.09.2026

Düsseldorf

Josef-Neuberger-Medaille für Grünen-Ministerin Mona Neubaur

Mit der Josef-Neuberger-Medaille ehrt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf seit über 30 Jahren Menschen oder Institutionen der nichtjüdischen Öffentlichkeit

 14.09.2026

Reaktionen

»Ritualmordlegende« - »Pflicht, Fragen zu stellen«: Israel streitet über »Naza«

Während Rechte den Film über den Gaza-Krieg als Verleumdung verurteilen, verteidigen Linke das Recht auf Kritik. Armee weist zentrale Vorwürfe zurück

von Sabine Brandes  14.09.2026