Gaza

USA: Hamas nutzt Krankenhäuser für militärische Zwecke

John Kirby, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Nach Angaben aus dem Weißen Haus verfügen die USA über Informationen, dass die islamistische Hamas im Gazastreifen Krankenhäuser für militärische Zwecke missbraucht.

»Hamas und Mitglieder des Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ) nutzen einige Krankenhäuser im Gazastreifen - auch die Schifa-Klinik - und unter ihnen liegende Tunnel, um ihre Militäroperationen zu verbergen und voranzutreiben und um Geiseln festzuhalten«, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats in den USA, John Kirby, am Dienstag.

Die Schifa-Klinik in der Stadt Gaza sei ein »Kommando- und Kontrollknoten« für diese Gruppierungen. Wahrscheinlich würden dort auch Ausrüstung und Waffen gelagert, hieß es. Diese Informationen stammen laut Kirby »aus einer Vielzahl eigener Geheimdienstmethoden«.

Kirby sagte weiter, die USA unterstützten weder Luftangriffe auf Krankenhäuser, noch Feuergefechte in deren Nähe. »Unschuldige Menschen, hilflose Menschen, kranke Menschen«, die »lediglich versuchten, die medizinische Versorgung zu erhalten, die sie verdienen«, dürften nicht ins Kreuzfeuer geraten.

Deutlich schwieriger

Die Hamas habe sich unter die Zivilbevölkerung gemischt. Die Nutzung der Schifa-Klinik für militärische Zweck sei ein Kriegsverbrechen und mache den Einsatz des israelischen Militärs »deutlich schwieriger«, sagte Kirby.

Die Terroristen der Hamas wiesen die Anschuldigungen zurück und warfen den USA vor, »Lügen« Israels zu verbreiten. Die Einrichtungen würden nicht »als Versteck für gefangene israelische Soldaten oder als Kommandozentralen« genutzt. »Wir bekräftigen unsere Forderung an die Vereinten Nationen, ein internationales Komitee einzurichten, das alle Krankenhäuser im Gazastreifen inspiziert«, hieß es in einer Mitteilung.

Die Erkenntnis der USA über den Missbrauch von Krankenhäusern durch die palästinensischen Terroristen kommt nicht überraschend. Israel wies bereits in früheren Kriegen mit der Hamas, in die das Land ebenfalls hineingezogen wurde, darauf hin. Am Dienstag lieferten die israelischen Streitkräfte Videomaterial, die die Anschuldigungen belegen. dpa/ja

Debatte

Nach Rede zu Iran-Krieg: Spahn kritisiert Bundespräsidenten

Bundespräsident Steinmeier hatte den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als völkerrechtswidrig bezeichnet. Der Unionsfraktionschef hält das für anmaßend

 24.03.2026

Krieg

Iran lässt wenige Schiffe durch Straße von Hormus

Die iranischen Behörden lassen nur wenige Schiffe durch die für den Energiehandel wichtige Wasserstraße. Viele Reedereien meiden die Route angesichts von Angriffen und fehlender Versicherungen

 24.03.2026

Berlin

Urteil gegen mutmaßliche Hamas-Mitglieder erwartet

Die Terrororganisation Hamas soll in Europa Waffenlager haben, um Anschläge verüben zu können. Vom Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder erhoffte man sich auch weitere Erkenntnisse. Ist das gelungen?

 24.03.2026

Interview

»Geschichten, die Kindern guttun«

Die Jiddisch-Professorin Miriam Udel über Kinderliteratur, Ethik und Menschlichkeit

 24.03.2026

Meinung

Wie lange müssen wir noch so leben?

Seit Beginn des Iran-Kriegs werden jüdische Einrichtungen noch häufiger Ziel von Terrorattacken. Das Absurde ist: Dieser Zustand ist für Jüdinnen und Juden längst zur Norm geworden

von Laura Cazés  24.03.2026

Erinnerungskultur

Felix Klein verteidigt Wolfram Weimer gegen Buchenwald-Verbände

Zwei Angehörigen-Verbände wollen verhindern, dass der Kulturstaatsminister eine Rede in der Gedenkstätte Buchenwald hält. Mit ihrer Kritik würden sie sich selbst schaden, sagt der Antisemitismusbeauftrage

 24.03.2026

Kommentar

Bedingt lernfähig

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übt harte Kritik am Vorgehen der USA gegen den Iran. Über den Terror der Mullahs verliert er dagegen kein Wort – wieder einmal

von Ralf Balke  24.03.2026

Teheran

Bericht: Neuer Generalsekretär in Irans Sicherheitsrat

Nach der Tötung von Ali Laridschani ist im Iran ein neuer Generalsekretär für den mächtigen Nationalen Sicherheitsrat benannt worden. Das Amt bekleidet nun ein bisher eher Unbekannter

 24.03.2026

Nahost

Libanon weist iranischen Botschafter aus

Die Lage zwischen der Hisbollah und Israel spitzt sich immer weiter zu. Die Regierung in Beirut trifft nun weitere Maßnahmen, um den iranischen Einfluss einzudämmen

 24.03.2026