Diplomatie

US-Botschafterin Gutmann überreicht Beglaubigungsschreiben

Amy Gutmann, Botschafterin der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland, wird von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue akkreditiert. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die USA sind nach fast zwei Jahren wieder mit einem Botschafter bei ihrem wichtigen Partner Deutschland vertreten. Die Politikprofessorin Amy Gutmann überreichte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag ihr Beglaubigungsschreiben. Die Top-Position an der US-Vertretung war lange Zeit wegen einer Blockade der oppositionellen Republikaner im US-Senat unbesetzt.

Pennsylvania Die von US-Präsident Joe Biden nominierte Gutmann wurde 2004 Präsidentin der renommierten Pennsylvania University. Als Politikwissenschaftlerin wurde die 72-Jährige vielfach ausgezeichnet. In der Bundesrepublik hat noch nie eine Frau die US-Botschaft geleitet, in der DDR hatte es eine US-Botschafterin gegeben.

Die Uni-Managerin hat deutsch-jüdische Wurzeln. Biden hatte Gutmann bereits im Juli vergangenen Jahres nominiert. Aufgrund einer Blockade der Republikaner versandete die Personalie aber zunächst im Senat. Die Demokraten haben dort 50 der 100 Stimmen. Um eine Abstimmung herbeizuführen, sind jedoch meist 60 Stimmen nötig, weswegen die Republikaner Bidens Nominierungen aufhalten können.

Harvard Gutmanns Vater stammt aus dem bayerischen Feuchtwangen und flüchtete nach der Machtübernahme der Nazis in Deutschland 1934 mit seiner Familie nach Indien. Später zog er nach New York, wo Amy Gutmann 1949 im Stadtteil Brooklyn geboren wurde. Sie studierte später Politologie an der Elite-Universität Harvard und lehrte fast drei Jahrzehnte an einer weiteren Spitzen-Uni, Princeton in New Jersey, bevor sie nach Pennsylvania wechselte.

Diplomatische Erfahrung hat die Uni-Präsidentin nicht. Als Wissenschaftlerin wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 2011 zählte sie das Magazin »Newsweek« zu den »150 Frauen, die die Welt bewegen«. Von der Zeitschrift »Fortune« wurde sie 2018 als eine der 50 wichtigsten Führungspersönlichkeiten der Welt eingestuft. ja/dpa

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