Berlin

Trauer um Philipp Mißfelder

Philipp Mißfelder (1979–2015) Foto: dpa

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat mit großer Betroffenheit und Erschütterung auf den plötzlichen Tod von Philipp Mißfelder reagiert. Der CDU-Bundestagsabgeordnete sei
dem Zentralrat eng verbunden und seit vielen Jahren ein wichtiger und vertrauensvoller Gesprächspartner gewesen, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster. »Philipp Mißfelder hatte stets ein offenes Ohr für unsere Anliegen, denn die jüdische Gemeinschaft lag ihm besonders am Herzen. Mit ihm hatten wir in der Bundespolitik einen verlässlichen Partner.«

Es sei unfassbar, dass ein so junger Mensch und ein so hoffnungsvolles politisches Talent so früh sterben musste, so Schuster weiter. »Philipp Mißfelder hat sich über viele Jahre mit großem Verantwortungsbewusstsein und außenpolitischem Gespür für Israel eingesetzt. Die politische Zusicherung, dass Israels Sicherheit zur deutschen Staatsräson gehört, hat er mit Leben erfüllt. Sein Tod ist ein großer Verlust für die deutsche Politik und die jüdische Gemeinschaft. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen Kindern.«

Israel Aus Jerusalem teilte Premierminister Benjamin Netanjahu mit, dass der viel zu frühe Tod des 35-jährigen Bundestagsabgeordneten in Israel mit tiefer Trauer aufgenommen wurde: »Mißfelder war ein wahrer Freund des jüdischen Volkes und des Staates Israel und zögerte nie, seine Freundschaft mit deutlicher und klarer Stimme auszudrücken. Wir sprechen seiner Familie und seinen Kolleginnen und Kollegen im Deutschen Bundestag unser Beileid aus.«

Israels Botschafter Yacov Hadas-Handelsman sagte: »Philipp Mißfelder war ein großer Vertreter der modernen deutschen Politik und Gesellschaft. Sein Tod ist ein großer Verlust für Deutschland, aber auch für Israel.«

Mit seinem sensiblen und zugleich entschiedenen Engagement habe Philipp Mißfelder die besonderen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland mitgestaltet und unermüdlich weiterentwickelt, so Hadas-Handelsman. »Wir behalten Philipp Mißfelder als wahrhaftigen Freund und freundlichen Menschen in Erinnerung. Ich persönlich werde unsere Begegnungen vermissen und unsere regelmäßigen Gespräche, von der Lage der Weltpolitik bis Fußball.«

Jüdischer Weltkongress Auch Ronald Lauder, Präsident des Jüdischen Weltkongresses, äußerte sich bestürzt über Mißfelders Tod. »Philipp Mißfelder war nicht nur ein hochintelligenter Nachwuchspolitiker mit Potenzial, er war auch ein Freund der jüdischen Gemeinschaft.«

Mißfelder habe keine Angst davor gehabt, so Lauder, auch unpopuläre Positionen zu beziehen, wenn er sie für richtig hielt, zum Beispiel im Hinblick auf Israels Recht, sich gegen Angriffe zu verteidigen. »Philipp war auch ein Freund Amerikas und ein entschiedener Streiter für ein enge transatlantische Beziehung. Sein viel zu früher Tod reißt eine Lücke in der deutschen Politik. Unser Mitgefühl gilt seiner jungen Familie.«

Das American Jewish Committee twitterte: »Bestürzung und Trauer, dass unser Freund Philipp Mißfelder viel zu früh gestorben ist. Wir werden ihn stark vermissen. Gedanken sind bei Familie.« ja

Sachsenhausen

Prozess gegen früheren KZ-Wachmann verzögert sich

Verhandlung soll am 4. November mit der Aussage eines Nebenklägers aus Israel fortgesetzt werden

 22.10.2021

Leipzig

Gil Ofarim wehrt sich gegen Vorwurf der Verleumdung

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, stellte der Musiker weitere Strafanzeige gegen einen Mitarbeiter des Hotels

 22.10.2021

Evangelische Kirche

Friedlaender-Grab: Friedhofsordnung soll vor Neonazis schützen

Erinnerungsbeauftragte: Möglicherweise müssen die Bestimmungen geändert werden, um die Totenruhe zu wahren

 21.10.2021

Justiz

Sachsenhausen-Prozess gegen früheren KZ-Wachmann fortgesetzt

Der 100-jährige Angeklagte hatte sich am zweiten Prozesstag am 8. Oktober für unschuldig erklärt

von Yvonne Jennerjahn  21.10.2021

Judenhass

Mann in Österreich nach Angriff auf Jüdische Gemeinde Graz verurteilt

Gericht weist Angeklagten in eine Anstalt für »geistig abnorme Rechtsbrecher« ein

 21.10.2021

Einspruch

Das ZDF, der Fall Ayhan und die fatale Toleranz

Philipp Peyman Engel ärgert sich darüber, dass im Zeichen von Vielfalt und Diversität judenfeindliche Aussagen aus migrantischen Milieus immer häufiger geduldet werden

von Philipp Peyman Engel  21.10.2021

Israel

Flügel an Flügel

Die Bundesluftwaffe nimmt an einer internationalen Großübung im Negev teil. Das Manöver begann mit dem Gedenken in Yad Vashem und einem Flug israelischer und deutscher Jets über Jerusalem

von Detlef David Kauschke  21.10.2021

EU-Parlament

Votum gegen Mittelkürzungen für Palästinenser

Mit 345 zu 291 Stimmen lehnte Parlament überraschend deutlich einen Vorschlag des eigenen Haushaltsausschusses ab

von Michael Thaidigsmann  21.10.2021

Antisemitismus-Vorwurf

Westin Hotel: »Keine Maßnahmen gegen Mitarbeiter«

Anwaltliches Gutachten: Keine »objektivierbaren Anhaltspunkte« für von Gil Ofarim erhobene Vorwürfe

 20.10.2021