Meinung

Terror, der von innen kommt

London, na klar. Paris, kommt sehr wohl infrage. Berlin, gut vorstellbar. Aber Stockholm? So richtig mag es auf den ersten Blick nicht einleuchten, warum der Selbstmordattentäter Taimour Abdulwahab in Schwedens Hauptstadt ein Massaker anrichten wollte. Das nordeuropäische Land gilt unter militanten Islamisten als unbedeutend im Vergleich zu Großbritannien, Frankreich oder auch Deutschland. Dennoch hat wohl nur das vorzeitige Explodieren eines Sprengkörpers Schlimmeres verhütet. Den gebürtigen Iraker kümmerte wenig, dass Schweden unter Dschihadisten keineswegs als Top-Ziel gilt und das Land ihn einst als Flüchtling aufgenommen hatte. Der Terrorist handelte ideologisch betrachtet auf eigene Faust. Für ihn stand fest: Seine Wahlheimat hatte wegen des Afghanistaneinsatzes und eines Mohammed-Karikaturisten einen blutigen Anschlag »verdient«. Somit spricht einiges dafür, dass Abdulwahab in die Kategorie »hausgemachter Terrorismus« gehört – vielleicht die gefährlichste Form des »Heiligen Krieges«. Weil die Täter als unauffälliger Teil der Gesellschaft mitten unter uns leben. Scheinbar Menschen wie du und ich, in Wirklichkeit aber Bomben, die jederzeit Leid und Verderben bringen können. Das macht sie, die den Tod schätzen, so gefährlich. Und uns, die wir das Leben lieben, ziemlich hilflos.

Washington D.C.

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