Berlin

Stiftung Topographie des Terrors bekommt neue Direktorin

Die Topographie des Terrors zählte im vergangenen Jahr rund 1,3 Millionen Besucher. Foto: Bildwerk/Stiftung Topographie des Terrors

Die Berliner Stiftung Topographie des Terrors bekommt eine neue Leitung. Die bisherige Vize-Gedenkstättenleiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Andrea Riedle, wird zum 1. Januar 2020 neue Direktorin der Stiftung, wie die Senatskulturverwaltung in Berlin am Donnerstag mitteilte. Riedle tritt damit die Nachfolge des langjährigen Stiftungsdirektors Andreas Nachama an, der Ende November 2019 in den Ruhestand geht.

Nachama habe die Topographie des Terrors mit »außerordentlichem Erfolg als einen der bundesweit bedeutsamsten Erinnerungsorte zur Vermittlung der Geschichte des Nationalsozialismus etabliert«, betonte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Mit Riedle als Nachfolgerin gewinne die Stiftung eine ausgewiesene Expertin in der Gedenkstättenarbeit, die »wertvolle Erfahrungen im Umgang mit den aktuellen Herausforderungen an die Gedenkstättenarbeit« habe.

Nachama habe die Topographie mit außerordentlichem Erfolg als einen der bedeutsamsten Erinnerungsorte zur Vermittlung der NS-Geschichte etabliert, betont Kulturstaatsministerin Grütters.

vermittlungsarbeit Der Vorsitzende des Stiftungsrates, Berlins Kulturstaatssekretär Torsten Wöhlert (Linke), würdigte Riedle als »gut vernetzte Historikerin und fachlich versierte Wissenschaftlerin, die bewiesen hat, dass sie komplexe historische Themen in Dauer- und Sonderausstellungen publikumswirksam aufbereiten kann«. Einer ihrer Schwerpunkte sei die zielgruppenspezifische Vermittlungsarbeit und Inklusion.

Andrea Riedle wurde 1972 in Plochingen geboren. Ihr Studium der Neueren Geschichte und Politikwissenschaft in Tübingen ergänzte sie den Angaben zufolge durch ein Auslandsstudium der »European Studies und Political Science« in Exeter, England. Ihre Dissertation an der Freien Universität Berlin legte sie zum Thema »Die Angehörigen des Kommandanturstabs im KZ Sachsenhausen. Sozialstruktur, Dienstwege und biografische Studien« vor. 2009 bis 2011 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der »Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkstätten im Berliner Raum« tätig, bevor sie 2012 in die KZ-Gedenkstätte Dachau der Stiftung Bayerische Gedenkstätten wechselte.

Auf dem Gelände der Topographie des Terrors unweit des Potsdamer Platzes befanden sich von 1933 bis 1945 die wichtigsten Zentralen des nationalsozialistischen Terrors: die Gestapo-Zentrale, die Reichsführung-SS, der Sicherheitsdienst (SD) der SS und während des Zweiten Weltkriegs das Reichssicherheitshauptamt. 2018 zählte die Stiftung über 1,3 Millionen Menschen. Als Berliner Landesstiftung des öffentlichen Rechts wird sie gemeinsam vom Land Berlin und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert.  epd

Offener Brief

Lieber Heinz Rudolf Kunze, ...

Malca Goldstein-Wolf schreibt dem Sänger Heinz Rudolf Kunze einen Offenen Brief, denn was sie von ihm im Fernsehen hörte, machte sie fassungslos

 12.08.2026

Die iranische Atomanlage Fordo vor den amerikanischen Angriffen

Iranisches Atomprogramm

Fordo: Der Mossad war da

Yossi Cohen leitete den israelischen Auslandsgeheimdienst von 2015 bis 2021. Unter seiner Ära hätten israelische Spione die iranische Atomanlage Fordo mehrmals in Augenschein genommen

 12.08.2026

Meinung

Warum die Begründung des OLG Zweibrücken nicht überzeugt

Der Beschluss des Pfälzischen Oberlandesgerichts zur Gleichsetzung von Davidstern und Hakenkreuz zeigt, wie die bestehende Dogmatik angesichts des Anstiegs des Antisemitismus in der Gesellschaft an Grenzen stößt

 12.08.2026

Kommentar

UNRWA: Fakten statt Tabus

Warum Kritik am Palästinenserhilfswerk auf Schweigen und Ablehnung stößt

von Duki Dror  12.08.2026

Nordhessen

Vier Meter großes Hakenkreuz in Asphalt gebrannt

Die Polizei sucht nun nach den Täter, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen

 12.08.2026

Judenhass

Tourist mit Kippa in Rom zweimal attackiert

Antisemitische Vorfälle in Italien nehmen seit Jahren zu. Nun wurde ein junger Tourist in der Hauptstadt gleich zweimal angegriffen. Er trug eine Kippa

von Severina Bartonitschek  12.08.2026

Vorfall

»Hitler« und »Freies Palästina«: Jüdisches Gebetbuch antisemitisch beschmiert

Ein Mitarbeiter des deutsch-jüdischen Vereins »WerteInitiative« bestellte einen Machsor für die anstehenden Feiertage – doch als er ihn zu Hause öffnete, fand er darin eindeutige Schmierereien

von Mascha Malburg  12.08.2026

Tel Aviv/Gaza/Brüssel

Israel verlängert zwei EU-Missionen in Palästinensergebieten

Die EU hilft bei der Ausbildung palästinensischer Polizisten und der Überwachung des Rafah-Grenzübergangs. Beide EU-Missionen können nun aus Sicht Israels bis 2027 weitergehen

von Cindy Riechau  12.08.2026

Nahost

Abbas zu Gesprächen mit Erdoğan in Ankara

Der Palästinenserpräsident will sich zwei Tage in der Türkei aufhalten. Israels Finanzminister Smotrich fordert Netanjahu auf, Abbas die Rückkehr zu verweigern

 12.08.2026