Einspruch

Sozialpolitik ist essenziell

Aron Schuster Foto: Gregor Matthias Zielke

Einspruch

Sozialpolitik ist essenziell

Aron Schuster fordert, wichtige gesellschaftliche Themen im Wahlkampf nicht zu vernachlässigen

von Aron Schuster  02.02.2025 18:42 Uhr

Maßnahmen gegen den wirtschaftlichen Abschwung, die Begrenzung von Zuwanderung und die Unterstützung der Ukrai­ne sind die Schwerpunktthemen des laufenden Bundestagswahlkampfes. Fragen der sozialen Sicherung und Gerechtigkeit rücken dagegen in den Hintergrund.

Für die jüdische Gemeinschaft sind neben der Antisemitismusbekämpfung jedoch zahlreiche sozialpolitische Herausforderungen, für die es keine populistische Augenwischerei, sondern nachhaltige Lösungen braucht, von großer Relevanz.

93 Prozent der jüdischen Zugewanderten im Rentenalter beziehen Sozialleistungen. Armut zu überwinden, muss weiterhin Ziel der Politik sein. Die Grundsicherung ist integraler Bestandteil des Sozialstaates. Umso mehr braucht es bedarfsgerechte Regelsätze. Auch der 2022 ins Leben gerufene Härtefallfonds für jüdische Kontingentflüchtlinge kann nur ein Anfang gewesen sein.

93 Prozent der jüdischen Zugewanderten im Rentenalter beziehen Sozialleistungen.

Die demografische Entwicklung trifft auch die jüdische Gemeinschaft hart. Die Pflegeversicherung steht finanziell am Rand der Zahlungsunfähigkeit und benötigt dringend eine Reform sowie stabilisierende Sofortmaßnahmen.

Bürgerschaftliches Engagement ist der Kern einer aktiven Demokratie. Jüdische Gemeinden und Organisationen werden maßgeblich durch ein ausgeprägtes ehrenamtliches Netzwerk getragen. Freiwilligendienste müssen durch Bundesmittel ausreichend ausgestattet werden. Soziale Dienste und Einrichtungen stehen unter erheblichem finanziellen Druck. Steigende Lohnkosten, höhere Preise und wachsende Bedarfe werden kaum ausgeglichen. Ein Wegbrechen sozialer Anlaufstationen würde vor allem vulnerable Zielgruppen alleinlassen.

Es braucht endlich eine auskömmliche Finanzierung der Wohlfahrtspflege. In Zeiten zunehmenden Populismus ist Sozialpolitik essenziell für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie hat auch im aktuellen Bundestagswahlkampf mehr Aufmerksamkeit verdient.

Der Autor ist Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST).

Teheran

Bericht: Revolutionsgarden bestimmen Irans Kurs nach Tod Chameneis

Modschtaba Chamenei spielt offenbar bislang eher eine moderierende als eine dominierende Rolle

 24.04.2026

Berlin

Rücktritt? Kultursenatorin kündigt Statement an

Senatorin Wedl-Wilson steht wegen der Vergabe von Millionen-Fördermitteln erheblich unter Druck. Nun hat sie ein Statement angekündigt. Es dürfte nach dpa-Informationen um einen Rücktritt gehen

 24.04.2026

Washington D.C.

Trump kündigt Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und Libanon an

Der Präsident sagt auch, die Vereinigten Staaten wollten mit Beirut zusammenarbeiten, damit sich das Land besser gegen die Hisbollah schützen könne

 24.04.2026

Straße von Hormus

US-Marine soll jeden Minenleger versenken

Der amerikanische Präsident Donald Trump verschärft seinen Kurs gegen den Iran

 23.04.2026

Berlin

Bundesregierung sieht Chance bei Verhandlungen zwischen USA und Iran

Kehren die Washington und Teheran zurück an den Verhandlungstisch? Die Bundesregierung sieht in Verhandlungen eine Chance für den Frieden

 23.04.2026

Parteien

Streit um Israel: Linke auf der Sandbank?

Die Linke ringt weiter über ihre Haltung zu Israel und zum Nahostkonflikt. Der Parteivorstand will mit einem Leitantrag für den Parteitag in Postdam im Juni den Streit befrieden. Doch auch eine Personalie sorgt für Diskussionen

von Michael Thaidigsmann  23.04.2026

Zukünftige Führung

Schah-Sohn Reza Pahlavi wirbt in Berlin für härteren Kurs gegen Mullahs

Reza Pahlavi sieht keine Reformer in der iranischen Führung und wirbt für einen politischen Wandel. Vor seinem Auftritt wurde er mit Tomaten beworfen

 23.04.2026 Aktualisiert

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026

Arlington (Virginia)

Pentagon warnt: Räumung von Minen in Straße von Hormus könnte ein halbes Jahr dauern

Der Streitkräfteausschusses im Repräsentantenhaus wird darüber informiert, dass Teheran mindestens 20 Minen in und um der wichtigen Meerenge platziert haben soll

 23.04.2026