Meinung

Sex, Lügen und Vorwürfe

Eine Frau trifft einen Mann auf der Straße. Er sagt, er sei Dudu und Single, sie heißt Maja. Nach ein paar Minuten belangloser Konversation einigen sie sich auf Sex in einer schummrigen Ecke und sehen sich nie wieder. Über Geschmack lässt sich ja nicht streiten, über das, was folgt, schon. Denn Dudu ist nicht der, den sein typisch jüdischer Name glauben machen will. Eigentlich heißt er Sabbar und ist Araber. »Vergewaltigung durch Betrug«, lautet nun das israelische Gerichtsurteil, Sabbar soll 18 Monate hinter Gitter, seit zwei Jahren schon steht er unter Hausarrest. Doch dieses Urteil riecht nicht gut. Es hinterlässt den faulen Gestank von Rassismus und sagt zwischen den Zeilen: »Ihr Araber, rührt bloß unsere jüdischen Mädchen nicht an!« Mal ehrlich, einer retuschiert die Ehefrau weg, der andere schummelt sich zehn Jahre jünger, wenn einem daran gelegen ist, jemanden ins Bett zu bekommen. Ginge es um Lügen beim Sex, müsste nach diesem Urteil wohl die halbe Welt eingekerkert werden. Vergewaltigung ist kein Kavaliersdelikt und muss hart bestraft werden. Aber nur dann, wenn es wirklich eine war.

Ukrainereise

Prien bei Gedenken in Babyn Jar: Erinnerung verpflichtet uns

Bundesfamilienministerin Prien ist in die Ukraine gereist. Am heutigen Dienstag sprach sie beim Gedenken an die ermordeten Juden in Babyn Jar. Sie betonte auch, Deutschland stehe weiter an der Seite der Ukraine

von Birgit Wilke  06.10.2026

Fokus

Aktionswochen gegen Antisemitismus gestartet - Zahlen zu Hochschulen

Die bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus nehmen dieses Jahr die Lage an den deutschen Universitäten in den Blick. Die Amadeu-Antonio-Stiftung nennt erhobene Vorfallszahlen - und stellt Forderungen

von Daniel Zander  06.10.2026

Sachsen-Anhalt

Bitterer Vorgeschmack

Die heutige Wahl des ersten AfD-Landtagspräsidenten zeigt, wie die rechtsextreme Partei im Dezember auch den Ministerpräsidenten stellen könnte

von Mascha Malburg  06.10.2026 Aktualisiert

Dialog

Zwischen Vatikan und Juden geht nach dem 7. Oktober kaum noch was

Seit Jahrhunderten ist das Verhältnis zwischen katholischer Kirche und Juden turbulent. Nach einem Zwischenhoch unter Johannes Paul II. kühlte es wieder ab. Und seit dem Gazakrieg nähert es sich einem neuen Tiefpunkt

von Ludwig Ring-Eifel  06.10.2026

Berlin: das Rote Rathaus mit Fernsehturm im Hintergrund

Glosse

Ein Coach berät die Berliner Linke

Unser Autor ist Psychologe, Coach und Berater. Der Linkspartei und ihrer Regierenden Bürgermeisterin in spe, Elif Eralp, hilft er an dieser Stelle kostenlos

von Louis Lewitan  06.10.2026

Düsseldorf

Nach Angriff auf Juden: Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto

Die Tatverdächtigen sollen einen Mann verprügelt haben, weil der ein T-Shirt mit »IDF«-Schriftzug getragen hatte

 06.10.2026

Sachsen-Anhalt

Tobias Rausch zum ersten AfD-Landtagspräsidenten gewählt

Er ist jetzt der protokollarisch ranghöchste Politiker in Sachsen-Anhalt. Nach ihrem Wahlsieg im September stellt die AfD mit Tobias Rausch den Landtagspräsidenten.

 06.10.2026

Essay

Der 7. Oktober und das Ungeheuer

Damals ist das Ungeheuer namens Judenhass neu ausgebrochen und wütet seitdem mit einem Furor, dem wir fassungslos gegenüberstehen. Sein Appetit ist ungebrochen, und es wird täglich gefüttert

von Esther Schapira  06.10.2026

Aufruf

Buchpreis-Trägerin Shida Bazyar warnt vor AfD

Shida Bazyar ist mit dem diesjährigen Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden. In einem Vorab-Interview äußerte sie sich auch politisch

von Anita Hirschbeck  06.10.2026