Meinung

Sex, Lügen und Vorwürfe

Eine Frau trifft einen Mann auf der Straße. Er sagt, er sei Dudu und Single, sie heißt Maja. Nach ein paar Minuten belangloser Konversation einigen sie sich auf Sex in einer schummrigen Ecke und sehen sich nie wieder. Über Geschmack lässt sich ja nicht streiten, über das, was folgt, schon. Denn Dudu ist nicht der, den sein typisch jüdischer Name glauben machen will. Eigentlich heißt er Sabbar und ist Araber. »Vergewaltigung durch Betrug«, lautet nun das israelische Gerichtsurteil, Sabbar soll 18 Monate hinter Gitter, seit zwei Jahren schon steht er unter Hausarrest. Doch dieses Urteil riecht nicht gut. Es hinterlässt den faulen Gestank von Rassismus und sagt zwischen den Zeilen: »Ihr Araber, rührt bloß unsere jüdischen Mädchen nicht an!« Mal ehrlich, einer retuschiert die Ehefrau weg, der andere schummelt sich zehn Jahre jünger, wenn einem daran gelegen ist, jemanden ins Bett zu bekommen. Ginge es um Lügen beim Sex, müsste nach diesem Urteil wohl die halbe Welt eingekerkert werden. Vergewaltigung ist kein Kavaliersdelikt und muss hart bestraft werden. Aber nur dann, wenn es wirklich eine war.

Universität

Gewissensprüfung

Wenn Examen auf Feiertage fallen, stehen jüdische Studierende oft vor einem Dilemma

von Ralf Balke  07.10.2022

Einspruch

Der Damm ist gebrochen

Shahrzad Eden Osterer meint, dass die Menschen auf den Straßen im Iran ihre Forderungen nicht mehr aufgeben werden

von Shahrzad Eden Osterer  07.10.2022

Hessen

Felsendom zu Jom Kippur

Die Landtagsfraktion der SPD bittet um Entschuldigung für ihren missglückten Gruß zum höchsten jüdischen Feiertag

von Joshua Schultheis  06.10.2022

Antisemitismus

»Schockierend und traurig zugleich«

Mit Bestürzung reagieren Politiker und Vertreter jüdischer Organisationen auf den mutmaßlichen Angriff auf die Synagoge

 06.10.2022

Hannover

»Ermitteln mit Hochdruck in alle Richtungen«

Nach dem Vorfall an der Synagoge dauern die Ermittlungen des Staatsschutzes an

von Michael Thaidigsmann  06.10.2022

Studie

Wachsender Antisemitismus auch in progressiven Milieus

Amadeu Antonio Stiftung zeichnet in ihrem neuen »Zivilgesellschaftlichen Lagebild Antisemitismus« ein düsteres Bild

 06.10.2022

Synagoge Hannover

»Ein weiteres Zeichen für erstarkenden Judenhass«

Zentralratspräsident Josef Schuster verurteilt den Angriff auf das jüdische Gotteshaus an Jom Kippur

 06.10.2022

Warschau

Kein einfacher Besuch

In Polen bekräftigt Annalena Baerbock die Verantwortung der Bundesrepublik für die Gräuel der NS-Zeit. Doch beim heiklen Thema Reparationen blieb die Außenministerin hart

von Philipp Peyman Engel  06.10.2022

Hannover

Unbekannte werfen an Jom Kippur Fenster der Synagoge ein

Zu diesem Zeitpunkt feierten mehr als 150 Beter den Abschluss des höchsten jüdischen Feiertags

 06.10.2022 Aktualisiert