NRW

Schüsse auf Jüdische Gemeinde Essen: Landtag berief Aktuelle Stunde ein

Hendrik Wüst (CDU), während der Aktuellen Stunde im Landtag Foto: picture alliance/dpa

Nach Schüssen auf die Alte Synagoge in Essen haben sich die Landesregierung und die Fraktionen in Nordrhein-Westfalen mit Jüdinnen und Juden solidarisiert.

»Wenn das Blaulicht vor der Synagoge aufleuchtet, dann schauen wir nicht weg. Denn uns lässt keine Ruhe, dass auf unser Haus geschossen wurde«, sagte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Mittwoch während einer Aktuellen Stunde im Landtag. »Jüdisches Leben, Jüdinnen und Juden gehören in unsere Mitte. Wir stehen an ihrer Seite, und wir lassen uns nicht einschüchtern.«

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Kutschaty rief dazu auf, über Antisemitismus in der Gesellschaft zu sprechen. Die demokratischen Parteien im Landtag stünden in der Verantwortung, gegen Judenfeindlichkeit aufzustehen. »Jeder einzelne von uns ist gefordert, Stopp zu sagen«, betonte auch Thorsten Schick (CDU). Verena Schäffer (Grüne) warnte vor Verschwörungsmythen, die antisemitische Motive aufgreifen. Die Erzählungen seien anschlussfähig und reichten bis in die Mitte der Gesellschaft.

Auf den Anstieg antisemitischer Straftaten blickte Henning Höne (FDP). Zudem verwies er auf eine Studie, wonach rund ein Viertel der deutschen Bevölkerung meint, Jüdinnen und Juden hätten zu viel Macht in Wirtschaft und Finanzwesen. »Das sind erschreckende Zahlen, die uns wachrütteln müssen.«

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hatte laut Polizei ein Unbekannter mindestens drei Mal auf den Eingangsbereich des Rabbinerhauses an der Alten Synagoge geschossen. Den Ermittlungsbehörden liegen Videoaufnahmen vor, mit deren Hilfe sie nun nach Zeugen suchen. Die Schutzmaßnahmen an jüdischen Einrichtungen seien verstärkt worden.

Die Alte Synagoge in Essen samt dem angeschlossenen Rabbinerhaus wurde 1913 erbaut und bis zu den Novemberpogromen der Nationalsozialisten gegen die Juden 1938 als Gebetshaus genutzt. Heute befindet sich in den Räumlichkeiten das Haus der jüdischen Kultur mit einer Dauerausstellung. Im Rabbinerhaus ist das Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte der Universität Duisburg-Essen untergebracht. kna/ja

Analyse

Hält Israels Brandmauer zur AfD?

Die deutsche Rechtsaußen-Partei wird von der israelischen Regierung boykottiert. Ein prominenter AfD-Politiker versucht nun, das zu ändern

von Joshua Schultheis  18.10.2026

JU-Deutschlandtag

Brandmauer nach links: Union attackiert Rot-Grün-Rot

Die Vorbereitung eines Linksbündnisses in Berlin wird von CDU und CSU scharf kritisiert. Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union werden konkrete Konsequenzen gefordert - auch die nach einer neuen Brandmauer

 18.10.2026

Grüne

Banaszak: Rot-Grün-Rot braucht klare Absprachen vor Start

Grünen-Chef Felix Banaszak sieht Risiken für das geplante Bündnis aus Linken, Grünen und SPD in Berlin. Er warnt vor ungelösten Problemen

 18.10.2026

Jan-Philipp Hein

Flugabwehr bei VW? Aber ja!

Volkswagen, Rafael und die deutsch-israelische Rüstungskooperation

von Jan-Philipp Hein  18.10.2026

JU-Deutschlandtag

Söder fordert Brandmauer nach links

Der Begriff Brandmauer wurde in der Union bisher vor allem für die Abgrenzung nach rechts verwendet. CSU-Chef meint, sie sollte jetzt eher an anderer Stelle eingezogen werden

 18.10.2026

IWF-Tagung

KfW-Chef: »Demokratie ist ein harter Standortfaktor«

Auch aus der Finanzwelt kommen nach den Wahlerfolgen der AfD für Deutschland ungewohnte Fragen: Ist der Standort noch so verlässlich wie bekannt? Für Investitionsentscheidungen kann das wichtig sein

 18.10.2026

Iran-Krieg

Irans Parlament stimmt für neuen Verteidigungsminister

Das Verteidigungsministerium im Iran wurde mehr als ein halbes Jahr kommissarisch geleitet. Nun übernimmt ein erfahrener Funktionär aus der Rüstungsbranche das Amt

 18.10.2026

Leitantrag für Parteitag

CSU-Parteitag: Klare Kante gegen AfD und Linkspartei

Kommende Woche steht bei der CSU ein großer Parteitag an. Als Gast wird Kanzler Merz erwartet. Inhaltlich setzt die Partei auf neue Geschlossenheit durch die Benennung klarer Feindbilder

 18.10.2026

Offenburg

Özdemir zu Berliner Linken: Mit so jemandem nicht koalieren

Cem Özdemir lehnt eine Zusammenarbeit der Grünen mit der Linken in Berlin ab. Zwar verweist er auf gute Erfahrungen mit der Partei in anderen Ländern, in Berlin sieht er die Lage anders

 18.10.2026