Dresden

Sachsen erhöht Zuschüsse für jüdische Gemeinden

Neue Synagoge in Dresden Foto: dpa

Sachsen erhöht seine Zuschüsse für die jüdischen Gemeinden im Freistaat um 120.000 Euro pro Jahr. Mit nunmehr 1,07 Millionen beteiligt sich das Land jährlich an den laufenden Ausgaben der jüdischen Glaubensgemeinschaft für deren religiöse und kulturelle Bedürfnisse sowie deren Verwaltung. Am Mittwoch wurde der neu angepasste Vertrag mit dem jüdischen Landesverband in der Staatskanzlei Dresden unterschrieben und ratifiziert.

Das Geld fließe vor allem in die Bezahlung der beiden Rabbiner in Sachsen, sagte Nora Goldenbogen, die Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden und der Jüdischen Gemeinde Dresden. Seit Mitte August habe nun auch die jüdische Gemeinde in Dresden mit Akiva Weingarten (34) wieder einen neuen Gemeinderabbiner.

rassismus Goldenbogen zeigte sich zuversichtlich, dass jüdisches Leben wieder stärker wahrgenommen wird. Zugleich äußerte sie sich besorgt über einen zunehmenden Rassismus in den vergangenen Jahren. Der Umgang mit Juden und ihren Gemeinden sei wie ein Brennglas für den Umgang mit Minderheiten in einer Gesellschaft, sagte Goldenbogen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erklärte: »Jüdisches Leben ist ein wichtiger Teil unserer Geschichte und Gegenwart. Der neue Vertrag ist ein starkes Zeichen dafür, wie wichtig dem Freistaat das jüdische Leben und starke Gemeinden sind.«

Weingarten werde sich Anfang September der Dresdner Gemeinde vorstellen, sagte Goldenbogen. Die Leipziger Gemeinde wird von Landesrabbiner Zsolt Balla betreut. Chemnitz hat derzeit keinen eigenen Rabbiner. In Sachsen leben Goldenbogen zufolge rund 2600 Menschen jüdischen Glaubens.

tradition Weingarten folgt auf Alexander Nachama, der im Herbst 2017 als Landesrabbiner nach Thüringen wechselte. »Wir sind glücklich, einen Rabbiner gefunden zu haben, der die liberale Tradition der Gemeinde weiterführen und ihr neue Impulse geben wird«, sagte Goldenbogen.

Akiva Weingarten wurde 1984 in New York geboren und wuchs in einer ultraorthodoxen Familie auf. Er ist nach Angaben der Gemeinde der Älteste von elf Geschwistern. Seine rabbinische Ausbildung erhielt er in New York und in Israel. Als Erwachsener wandte er sich der liberalen Strömung des Judentums zu, 2014 siedelte er nach Berlin über.

Der Vertrag zwischen dem Freistaat und dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Sachsen war 1994 geschlossen worden, um das kulturelle Erbe des Judentums zu wahren und zu pflegen. An der Vertragsunterzeichnung am Mittwoch nahm auch der Beauftragte für jüdisches Leben in Sachsen, Thomas Feist, sowie die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz, Ruth Röcher, und der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Küf Kaufmann, teil.  epd/kna

Magdeburg

Jüdische Gemeinden in Sachsen-Anhalt kritisieren Hallervorden-Wahlkampf der CDU

Der Landesverband der jüdischen Gemeinschaft schaltet sich mit deutlichen Worten in die Debatte ein

 06.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 06.08.2026

Mehrere Flaschen mit Limonade der Marke Lemonaid in verschiedenen Geschmacksrichtungen stehen im Regal in einem Getränkemarkt

Meinung

Kann politisch korrekte Limonade antisemitisch sein?

Beim FC St. Pauli ist der langjährige Kapitän Jackson Irvine weg, doch bei der politisch korrekten Brausefirma »LemonAid« sitzt der anti-israelische Australier weiter im Aufsichtsrat

von Daniel Killy  06.08.2026

Kommentar

Landtagswahlkampf mit Israelfeindlichkeit

Mit einem vielleicht auf den ersten Blick unschuldigen Satz macht das BSW Stimmung. Gegen den einzigen jüdischen Staat, die »Zionisten« und damit die Juden

von Imanuel Marcus  06.08.2026

Leipzig

Dobrindt: Deutsche Drohnenabwehr mit Unterstützung Israels

Nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Leipziger Flughafen kündigte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verstärkte Anstrengungen gegen hybride Bedrohungen an. Helfen sollen dabei auch die Ukraine und Israel

 06.08.2026

Magdeburg/Halle

Schulze: Hallervorden-Auftritt steht für Meinungsfreiheit

Der Komiker verbreitet Verschwörungstheorien über Israel und relativiert Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine

 06.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  06.08.2026

Detroit (Michigan)

Israel-Kritiker El-Sayed gewinnt demokratische Vorwahl für Senat

Der Politiker wird im November gegen den republikanischen Kandidaten antreten. Trump nennt El-Sayed einen »kommunistischen Verlierer, der Juden und Israel hasst«

 06.08.2026

Meinung

»Blaue Moschee« als Gedenkstätte für die Opfer des Islamismus?

Nach der Schließung des eng mit dem iranischen Regime verflochtenen »Islamischen Zentrums Hamburg« wird über die künftige Nutzung des Ortes diskutiert

von Ulrike Becker  06.08.2026