Debatte

Saarland verpflichtet alle Schüler zum Besuch von NS-Stätten

Gedenkstätte Gleis 17 am S-Bahnhof Grunewald in Berlin Foto: imago images/Jürgen Ritter

Schulkinder im Saarland sollen künftig verpflichtende Besuche in Gedenkstätten zur NS-Zeit absolvieren. Das hat der saarländische Landtag bald 80 Jahre nach der Befreiung des deutschen NS-Vernichtungslagers Auschwitz beschlossen. Alle saarländischen Schüler sollen demnach künftig mindestens einmal im Laufe ihrer Schulzeit eine Gedenkstätte oder ein Konzentrationslager der NS-Zeit besucht haben.

Die Initiative kam vom Fraktions- und Parteichef der Saar-CDU, Stephan Toscani. »Bei der Bekämpfung von Antisemitismus müssen wir so früh wie möglich ansetzen. Schon bei unseren Kindern und Jugendlichen«, sagte Toscani im Oktober während einer Landtagsdebatte aus Anlass des Überfalls der Hamas auf Israel im Herbst 2023. »Ich bin dafür, dass jede Schülerin und jeder Schüler mindestens einmal in der Schulzeit eine KZ-Gedenkstätte besucht«, erklärte er.

Opposition überzeugt Regierungsfraktion

Nachdem die CDU-Fraktion im November einen entsprechenden Antrag vorlegte, schloss sich auch die SPD-Fraktion diesem Vorhaben an. Im Saarland regiert seit 2022 die SPD mit absoluter Mehrheit und stellt derzeit die bundesweit einzige Alleinregierung. CDU und AfD bilden die parlamentarische Opposition im kleinsten Flächenbundesland Deutschlands.

»Ein verpflichtender Gedenkstättenbesuch als fester Bestandteil der schulischen Bildung ist ein entscheidender Schritt, um die historische Verantwortung Deutschlands für die Schoah wachzuhalten und jungen Menschen ein tiefes Verständnis für die Bedeutung von Demokratie und Toleranz zu vermitteln«, heißt es im Antrag.

NS-Zeit in Schulen stärker beleuchten

Es gehe darum, authentische Orte der NS-Diktatur »wesentlich stärker in den Schulunterricht« einzubinden. Deutschland trage gerade vor dem Hintergrund der Schoah eine besondere Verantwortung. Während der NS-Herrschaft von 1933 bis 1945 sind mehr als sechs Millionen europäische Juden planmäßig ermordet worden.

Zahlreiche weitere haben Europa verlassen oder sind untergetaucht und haben so ihr Leben retten können. Auch Sinti und Roma sowie weitere Gruppen wurden systematisch in Deutschland und in den von ihm während des Zweiten Weltkriegs eroberten Ländern Europas ausgegrenzt, verfolgt und vernichtet.

Erwiderung

An allem sind ... oder, Herr Ahmetović?

Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetović, macht keinen Hehl daraus, wen er zum Hauptverantwortlichen für nahezu sämtliche Probleme, Konflikte und Krisen in Nahost erklärt

von Sacha Stawski  02.06.2026

Teheran

Iran bereitet Beisetzung von Chamenei vor

Drei Monate nach Chameneis Tötung äußert sich erstmals ein Politiker im Iran zum geplanten Begräbnis und den Trauerfeiern in mehreren Städten

 02.06.2026

Teheran

Iran: Keine Gespräche mehr mit USA

Für den Iran gilt eine Waffenruhe im Libanon als Teil der Verhandlungen mit den USA. Jetzt berichten iranische Medien, dass wegen der Kämpfe dort Teheran nicht mehr mit Washington verhandelt

 02.06.2026

Berlin

Senat macht Weg für Yad-Vashem-Straße frei

In Deutschland sollen zwei Niederlassungen der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen. Auch ein Straßenabschnitt im Herzen Berlins soll den Namen der Gedenkstätte tragen

 02.06.2026

Berlin

Merz: Hisbollah muss »ihre Waffen niederlegen«

Der Bundeskanzler ruft zur Deeskalation im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon auf. Die schiitische Terrororganisation müsse sich entwaffnen, so der CDU-Politiker

 02.06.2026

Berlin

Bericht: Wenn die Hautfarbe in der Eisdiele zum Problem wird

Rassismus, Antisemitismus und andere Formen des Menschenhasses: 13.000 Mal beriet die Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2025 Menschen, die sich im Alltag benachteiligt oder gedemütigt sahen

von Verena Schmitt-Roschmann  02.06.2026

Epstein-Affäre

Cooper: Mandelson hätte nie Botschafter in USA werden dürfen

Die Berufung von Epstein-Freund Peter Mandelson zum diplomatischen Vertreter in Washington stürzte die britische Regierung in eine schwere Krise. Die britische Außenministerin meldet sich nun mit klaren Worten

 02.06.2026

Hannover

Zahl der antisemitischen Vorfälle auf Höchststand

Anders als nach früheren Eskalationen im Nahostkonflikt sei die Zahl antisemitischer Vorfälle anschließend nicht wieder zurückgegangen, sagt RIAS

 02.06.2026

Hintergrund

»Lady Gaza« kommt in die Schweiz

Ein sozialdemokratischer Abgeordneter hat die umstrittene französische Europaabgeordnete Rima Hassan nach Bern eingeladen und damit Empörung ausgelöst. Erste Stimmen fordern nun ein Einreiseverbot

von Nicole Dreyfus, Michael Thaidigsmann  02.06.2026