Antisemitismus

Roger Waters geht rechtlich gegen Konzertabsagen vor

Roger Waters Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Der britische Sänger Roger Waters geht rechtlich gegen die geplanten Konzertabsagen in Frankfurt am Main und München vor. »Diese Maßnahmen sind verfassungswidrig, ungerechtfertigt und beruhen auf der falschen Anschuldigung, Roger Waters sei antisemitisch, was er nicht ist«, teilte sein Management, Mark Fenwick Management, in London mit.

Als Ergebnis dieser »einseitigen, politisch motivierten Aktion« habe Waters seine Anwälte beauftragt, »um diese ungerechtfertigte Entscheidung aufzuheben«. Waters sei der Ansicht, »dass dieser eklatante Versuch, ihn zum Schweigen zu bringen, ernsthafte und weitreichende Folgen für Künstler und Aktivisten in der ganzen Welt haben könnte, wenn er nicht angefochten wird«, teilte das Management mit.

Festhalle Im Februar 2023 kündigten die Hessische Landesregierung und der Magistrat der Stadt Frankfurt an, das für den 28. Mai in der Frankfurter Festhalle geplante Konzert von Waters abzusagen. Grund sei das »anhaltend israelfeindliche Auftreten« des Mitgründers der Rockgruppe Pink Floyd, teilte die Stadt am 24. Februar mit.

Die Stadt Frankfurt am Main ist gemeinsam mit dem Land Hessen, das sich ebenfalls für eine Absage ausgesprochen hat, Gesellschafter der Messe Frankfurt GmbH, der die Festhalle gehört.

Die Stadt Frankfurt führte an, dass Waters mehrfach einen kulturellen Boykott Israels gefordert, Vergleiche zum früheren Apartheidregime Südafrikas gezogen und Druck auf Künstler zur Absage von Veranstaltungen in Israel ausgeübt habe. Immer wieder sei der Musiker wegen antisemitischer Verschwörungstheorien aufgefallen, die er unter anderem in Medien, die der Hamas nahestünden, verbreitet habe.
Die Jüdische Gemeinde Frankfurt hatte die Absage des Waters-Konzerts zuerst gefordert und ein Bündnis gegen die Vorstellungen gebildet.

Waters Management zufolge wurde zudem am 28. Februar im Münchner Stadtrat ein Antrag eingebracht, das für den 21. Mai geplante Konzert in der Olympiahalle abzusagen. Medienberichten zufolge vertagte der Stadtrat vorerst die Entscheidung, ob Waters auftreten darf.

Im Rahmen der Tour »Roger Waters - This Is Not a Drill« sind sechs Konzerte in Deutschland geplant. epd

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