Islamismus

Reul: Anschlag sollte »volle Synagoge« treffen

Bewaffnete Polizisten vor der Synagoge in Hagen Foto: picture alliance/dpa/Sauerlandreporter

Die nordrhein-westfälischen Sicherheitsbehörden haben derzeit 190 islamistische Gefährder und 178 sogenannte relevante Personen dieses Spektrums im Blick.

RÜCKLÄUFIG Das berichtete NRW-Innenminister Herbert Reul am Donnerstag im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags zum mutmaßlich geplanten Anschlag auf eine Synagoge in Hagen. Seit 2019 (221) sei die Zahl der Gefährder leicht rückläufig. Die Zahl antisemitischer Straftaten in NRW gehe bereits seit 2018 zurück, so Reul.

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzchefs Burkhard Freier befinden sich derzeit 110 aus Deutschland ausgereiste Personen in Syrien und im Irak, die potenziell zurückkehren könnten und beobachtet werden müssten.

»MENTOREN« Ein 16-jähriger Syrer soll vergangene Woche einen Anschlag auf eine Synagoge in Hagen vorbereitet haben und sitzt deswegen in Untersuchungshaft. Der Jugendliche hatte den Ermittlern zufolge via Handy Kontakt zu einer Person gehabt und im Chat unter anderem Informationen zum Bombenbau bekommen, berichtete Reul den Abgeordneten. Bei dessen Festnahme am 16. September habe der 16-Jährige gesagt, er habe keinen Anschlag begehen, sondern »nur schauen wollen, wie man eine Bombe baut«.

In der islamistischen Szene versuchten »Mentoren«, im Internet herauszufinden, welche Jugendliche Bilder von Terror und Hinrichtungen posteten, berichtete Freie. »Dann weiß man, dass man die weiter verführen kann. Denen kann man Instruktionen für den Bombenbau schicken.«

Nach Reuls Worten sollte der geplante Anschlag eine möglichst vollbesetzte Synagoge treffen. »Da das Jom-Kippur-Fest unmittelbar bevorstand, lag es nahe, von einem Anschlagsplan an diesem hohen jüdischen Feiertag auszugehen. Ob der Anschlag am Ende wirklich während dieses Festes - dem heiligsten und feierlichsten Tag des jüdischen Jahres - stattfinden sollte, ist noch nicht ganz sicher«, so Reul. dpa/ja

Nahost

Huthis greifen Flughafen in Riad an

Die Huthi und die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung bekämpfen sich im Jemen weiter. Auch Saudi-Arabien gerät immer wieder selbst in die Schusslinie. Droht eine weitere Eskalation am Golf?

 08.10.2026

Clan-Kontakte

Berliner SPD-Chef fordert Ausschluss von Ferat Koçak

Auch die Linken-Landesvorsitzende betonte, die Aufklärung sei noch nicht abgeschlossen

 08.10.2026

Kommentar

Berliner Linksbündnis: Allein mir fehlt der Glaube

Die Spitzen von Linken, Grünen und SPD in Berlin haben bei ihren Sondierungen in Berlin ein dreiseitiges Papier zur Bekämpfung von Antisemitismus vereinbart. Eine Einordung

von Michael Thaidigsmann  08.10.2026

Washington D.C.

Medien: US-Regierung erwägt neue Angriffe auf den Iran

Seit Wochen gibt es im Krieg der USA gegen den Iran keine sichtbaren Fortschritte. Kurz vor den wichtigen Zwischenwahlen könnte US-Präsident Trump die Situation noch einmal eskalieren lassen

 08.10.2026

Gedenken

Litfaßsäulen in Berlin sollen an NS-Deportationen erinnern

Mehr 1000 jüdische Berlinerinnen und Berliner Juden wurden mit dem ersten sogenannten »Osttransport« aus der Hauptstadt deportiert. Eine neues Projekt soll an die Opfer des nationalsozialistischen Zivilisationsbruchs erinnern

 08.10.2026

7. Oktober

»Wir erinnern nicht schweigend«

Melody Sucharewitz über ihren Kampf gegen das Vergessen des 7. Oktober bei der Gedenkveranstaltung auf dem Bebelplatz in Berlin. Ihre Rede im Wortlaut

von Melody Sucharewicz  08.10.2026

9. Oktober 2019

Gedenken zum Jahrestag des Anschlags von Halle

Der antisemitische Anschlag von Halle jährt sich am Freitag zum siebenten Mal. Die jüdische Gemeinde, Kirchen, Stadt und zivilgesellschaftliche Gruppen planen Gedenkveranstaltungen auch an den Anschlagsorten

 08.10.2026

7. Oktober

Steinmeier: Antisemitische Hetze unerträglich aufgeflammt

Der schlimmste Anschlag auf Jüdinnen und Juden seit der Schoa: Der Bundespräsident verurteilt den Hamas-Terror vom 7. Oktober 2023. Und blickt auch auf die Lage im Gazastreifen

 08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026