Zwiespalt

Purim-Fest in Deutschland unter dem Eindruck des Iran-Krieges

Verkleidungen sind nicht nur für Kinder ein wichtiger Teil von Purim. Wie sehr das Fest vom Krieg beeinflusst wird, entscheiden die jeweiligen Gemeinden selbst. Foto: picture alliance / REUTERS

Unter dem Eindruck des Iran-Krieges sowie erhöhten Sicherheitsvorkehrungen auch in Deutschland begehen Jüdinnen und Juden hierzulande das Purim-Fest. »In diesen herausfordernden Tagen in Israel und weltweit gilt es tatsächlich, den richtigen und sicheren Umgang mit den Geschehnissen und Sicherheitswarnungen zu finden«, sagte Vadim Basin, Sprecher der orthodoxen Jüdischen Gemeinde Chabad Berlin am Montag.

Die Gemeinde hatte öffentlich zu einer Purimfeier in Berlin eingeladen, die den Angaben zufolge auch stattfinden soll. Gerade jetzt sei es wichtig, Zuversicht zu zeigen, dankbar zu sein für viele kleine Wunder und mit Vertrauen nach vorne zu blicken, betonte Basin. »Gleichzeitig gilt, dass wir weiterhin alle notwendigen Sicherheitsanweisungen und Vorgaben der Behörden beachten und unsere Gemeindemitglieder auf diese hinweisen.«

»Keine große Zeit für Feiern«

Anders entschieden hat die Jüdische Liberale Gemeinde Köln - Gescher LaMassoret. Eine für den vergangenen Sonntag geplante Purimfeier wurde abgesagt, wie der Vorstandsvorsitzende der Gemeinde, Rafi Rothenberg, sagte. Der Grund sei weniger die Sicherheit, sondern Empathie: »Wir meinen, dass in einer Zeit, in der täglich Menschen hier und da sterben, keine große Zeit für Feiern ist.« Gleichwohl sollte am Montagabend wie in anderen jüdischen Gemeinden auch aus der Estherrolle gelesen werden, die zentral ist für Purim.

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