Köln

Polizist soll antisemitische Botschaft verbreitet haben

Foto: imago

Ein Polizeibeamter in Köln soll eine antisemitische Botschaft verbreitet haben – und könnte deshalb seinen Job verlieren. Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob sagte dem »Kölner Stadt-Anzeiger« vom Freitag: »Als ich davon erfahren habe, habe ich sofort ein förmliches Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Entlassung eingeleitet.«

Bislang ist der Mann noch nicht suspendiert, Polizeipräsident Jacob hat die Freistellung des Bezirksdienstbeamten aber beantragt. Die Polizei Köln dulde keinen Rassismus in ihren Reihen, betonte Jacob.

Null-Toleranz Das nordrhein-westfälische Innenministerium bestätigte der Deutschen Presse-Agentur den Vorgang auf Anfrage. Es gebe »Null-Toleranz bei antisemitischen Umtrieben«, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag.

Bei der Botschaft handele es sich um ein über den Messenger-Dienst WhatsApp verschicktes Bild, das Adolf Hitler zeige und den Spruch enthalte: »Was ist der Unterschied zwischen dem Nikolaus und einem Juden? Die Schornsteinrichtung«, berichtete die Zeitung – eine Anspielung auf den organisierten Massenmord der Juden in Konzentrationslagern sowie die Verbrennung der Ermordeten in Krematorien.

Ruf »Die Verbreitung solcher volksverhetzender Bilder ist für mich völlig inakzeptabel und schädigt den guten Ruf der Polizei Köln«, sagte Polizeipräsident Jacob. Die Botschaft sei im Rahmen anderer Ermittlungen gegen den Beamten zufällig entdeckt worden, berichtete die Zeitung.

Nähere Einzelheiten zu dem Mann würden aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht genannt. Aus Gründen der Neutralität übernahm das Polizeipräsidium Bonn die weiteren Ermittlungen, auch die Staatsanwaltschaft Köln wurde eingeschaltet.  dpa/epd

Antisemitismus

Judenhass oft »blinder Fleck«

Hanna Veiler sieht in ihrer Generation große Wissenslücken

 16.05.2022

Documenta

»Kunstfreiheit ist kein Freibrief für Antisemitismus«

Zentralratspräsident Schuster über die »documenta«-Debatte, ein Gespräch mit Kulturstaatsministerin Roth und über Antisemitismus in der Kulturszene

von David Kauschke  13.05.2022

Rechtsextremismus

Mehr als 100 Fälle pro Jahr in Sicherheitsbehörden

Innenministerin Nancy Faeser und Verfassungsschutzspräsident Haldenwang stellten Lagebericht vor

 13.05.2022

Frankfurt/Berlin

Lufthansa-Chef spricht mit Rabbiner und Zentralrat

Carsten Spohr und Yehuda Teichtal vereinbarten ein »gemeinsames Sensibilisierungstraining« für Mitarbeiter

 16.05.2022 Aktualisiert

Berlin

Polizei verbietet Anti-Israel-Demonstrationen

Es bestehe unmittelbare Gefahr, dass es dabei zu antisemitischen Ausrufen, Gewaltverherrlichung und Gewalt komme

 12.05.2022

JFDA

Auszeichnung für Berliner Jüdisches Forum gegen Antisemitismus

Für ihr Engagement gegen Judenhass wurde der Organisation der Simon-Wiesenthal-Preis verliehen

 12.05.2022

Berlin

Internationale Vernetzung im Kampf gegen Rechtsextremismus

Vertreter von Ministerien und Sicherheitsbehörden aus rund 40 Staaten bei Konferenz – darunter auch Israel

 12.05.2022

Essen

Reul: Polizei verhinderte wahrscheinlich »Albtraum« an Schule

Bei dem festgenommenen 16-Jährigen wurden SS-Runen sowie rechtsextreme und antisemitische Schriftstücke gefunden

 12.05.2022

Antisemitismus

Leutheusser-Schnarrenberger soll Beauftragte bleiben

Die FDP-Politikerin war vor dreieinhalb Jahren für das Amt in Nordrhein-Westfalen berufen worden

von Michael Thaidigsmann  12.05.2022