Bildung

Polizei-Lehrbuch mit NS-Begriffen

Foto: imago

Nach »Stern«-Recherchen über NS-Vokabular in einem Lehrbuch für Polizeischüler hat der zur Gewerkschaft der Polizei (GdP) gehörende Verlag Konsequenzen angekündigt. Wie der Geschäftsführer des Verlags Deutsche Polizeiliteratur, Joachim Kranz, dem Magazin am Mittwoch sagte, werde geprüft, »wie es dazu kommen konnte und welche Schritte wir intern gehen müssen, um dies zukünftig zu verhindern«.

Hintergrund sind Passagen in dem Lehrbuch »Kriminologie für Studium und Praxis«, in denen Kriminologen und Juristen aus der NS-Zeit zitiert werden, ohne deren fragwürdige Rolle hinreichend einzuordnen. Gleiches gelte für Begriffe wie »Sippenforschung«, der untrennbar mit der mörderischen Rassenpolitik der Nazis verbunden ist.

RECHERCHEN Der Vorfall sei »natürlich nicht schön«, sagte der Bundesvorsitzende der GdP, Oliver Malchow, der Deutschen Presse-Agentur. »Aber unter dem Strich hilft es uns.« Der GdP sei wichtig, dass die durch »unseren Verlag Deutsche Polizeiliteratur in den Handel und die Lehre kommenden Bücher über allen Zweifel erhaben sind«. Der Verlag in Hilden bei Düsseldorf habe auf die »Stern«-Recherche »absolut richtig, schnell, offen und konsequent reagiert«.

Die Autoren betonten gegenüber dem »Stern«, es liege ihnen »fern, Diskriminierungen vorzunehmen oder gar das NS-Regime in seiner Verantwortung zu schmälern«. Ein »Handbuch« sei »jedoch nicht geeignet, sich mit dieser Problematik umfassend auseinanderzusetzen«. Bei einer Überarbeitung des Buches wollten sie aber deutlicher auf die Zusammenhänge hinweisen.

Malchow zufolge wurden seit Erscheinen der aktuellen dritten Auflage im Jahr 2016 knapp 700 Exemplare abgesetzt. »Im Fach Kriminalistik recherchieren die Studierenden ihre Literatur und wählen diese eigenständig aus«, sagte eine Sprecherin der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW, die an mehreren Standorten Kommissaranwärter ausbildet. »Eine Vorgabe seitens der Lehrenden erfolgt nicht.«  dpa

Sachsen-Anhalt

Eine Woche voller Eklats

Nach der Wahl des Landtagspräsidiums bröckelt die »Brandmauer« in der CDU weiter. Das Gedenken in Halle bot einen Vorgeschmack auf ein Land unter AfD-Regierung

von André Anchuelo  14.10.2026

Ministerpräsident Sven Schulze (CDU)

Landtag von Sachsen-Anhalt

Ministerpräsidenten-Wahl: CDU will im dritten Wahlgang im Plenarsaal sein

Bei der Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt will die CDU den Plenarsaal zunächst verlassen. Für einen möglichen dritten Wahlgang kündigt Fraktionschef Sven Schulze ein anderes Vorgehen an. AfD und BSW beschließen derweil einen Antrag zur Ukraine

 14.10.2026

Berlin

»Eine gute Wahl«: Bundesregierung ernennt von Schnurbein zur Beauftragten für jüdisches Leben

Die 52-jährige EU-Beamtin ist am Mittwoch offiziell zur Nachfolgerin von Felix Klein bestellt worden. Aus den jüdischen Verbänden und Gemeinden kamen unisono positive Reaktionen

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Banaszak: Emdes Fraktions-Aus war Grundlage für Sondierungen

Nach einer neuen Erklärung der Linken-Fraktion stoppten SPD und Grüne die laufenden Gespräche. Die Grünen-Landesvorsitzende Stahr fordert: Linke muss sich erklären

 14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Schwerdtner bedauert Gesprächspause in Berlin

Die Gespräche über eine rot-grün-rote Regierung in Berlin liegen auf Eis. Linken-Bundeschefin Ines Schwerdtner hält die Erklärung ihrer Fraktion zu Antisemitismus dennoch für ausreichend

 14.10.2026

Berlin

Julia Klöckner: AfD-Verbotsverfahren nicht »aus dem Bauch heraus starten«

Die CDU-Bundestagspräsidentin warnt davor, die Rechtsaußen-Partei zum »Märtyrer« zu machen

 14.10.2026

Unterbrochene Sondierungen

Berliner CDU an Grüne und SPD: »Hand ist ausgestreckt«

Die Regierungsbildung zwischen Linken, Grünen und SPD in Berlin stockt. Nach der überraschenden Unterbrechung der Sondierungen meldet sich ein Wahlverlierer zu Wort

 14.10.2026

Ernennung

Zentralrat und Grüne loben neue Antisemitismusbeauftragte

Katharina von Schnurbein soll neue Antisemitismusbeauftragte des Bundes werden. Der Zentralrat der Juden reagiert sehr positiv

von Christoph Arens  14.10.2026

Berlin

Streit um Antisemitismus: SPD und Grüne unterbrechen Sondierungsgespräche

Die Linke will eine rot-grün-rote Koalition in der Hauptstadt schmieden. Doch Grüne und SPD setzen erstmal ein Stoppschild. Auslöser ist der Umgang der Linken mit dem Thema Antisemitismus

 13.10.2026