Berlin

»Palästina bis zum Sieg«

Demonstranten bei dem Al-Quds-Marsch am Samstag in Berlin Foto: Gregor Zielke

Von zahlreichen Polizisten eskortiert sind am Samstagnachmittag rund 800 Islamisten und Befürworter der Islamischen Republik Iran bei einer Demonstration weitgehend ungehindert über den Berliner Kurfürstendamm gezogen. Die Protestierer schwenkten Palästinafahnen und riefen »Freiheit für Palästina« oder »Stoppt den Mord, stoppt den Krieg – Palästina bis zum Sieg«.

Die Protestierer hatten sich zuvor auf dem Adenauerplatz versammelt und eine Kundgebung abgehalten. Anlass war der sogenannte Al-Quds-Tag, an dem seit 1996 alljährlich auch in der deutschen Hauptstadt Propaganda für das iranische Regime gemacht wird.

parolen Ein Redner teilte einerseits zwar mit, man dulde »hier keine antisemitischen und rassistischen Parolen«, gab andererseits aber auch selbst antisemitische Verschwörungstheorien zum Besten. Gewettert wurde vor allem gegen den »Zionismus«. Und daran, dass sich an der Demonstration auch ein halbes Dutzend Neonazis beteiligte, schienen jedoch weder die Teilnehmer noch der Veranstalter Anstoß zu nehmen. Der Aufmarsch endete wie vorgesehen mit einer Kundgebung am Wittenbergplatz.

Sowohl jüdische Vereine und Vertreter der Zivilgesellschaft als auch ein linkes, antifaschistisches Bündnis hatten Gegenveranstaltungen angemeldet. Unter den rund 200 Gegendemonstranten waren auch der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Gideon Joffe, und seine Amtsvorgängerin Lala Süsskind.

Der Sprecher des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus, Levi Salomon, sprach trotzdem von einer viel aggressiveren Stimmung der Demonstranten als im vergangenem Jahr. Viele hätten Fahnen der Hisbollah geschwenkt. Die Demonstration sei eine Ansammlung vieler »gewaltbereiter militanter Islamisten« gewesen, sagte Salomon.
(mit epd)

Mehr zur Al-Quds-Demonstration in Berlin in der am 23. August erscheinenden Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen.

Dresden

Sachsen erwägt Verbindungsbüro in Israel

Das sächsische Kabinett stehe seiner Anregung dazu positiv gegenüber, sagt der Beauftragte für jüdisches Leben, Thomas Feist

 24.06.2026

Abu Dhabi

Zugang für IAEA-Inspekteure: Marco Rubio widerspricht Teheraner Regime

Der US-Außenminister spricht auch die Situation in der Straße von Hormus an: »Kein Land darf Gebühren oder Maut für eine internationale Wasserstraße verlangen.«

 24.06.2026

Washington D.C.

US-Senat fordert Ende des Iran-Krieges und stellt sich gegen Trump

Die Resolution wird mit 50 zu 48 Stimmen angenommen. Vier republikanische Senatoren schließen sich fast allen Demokraten an

 24.06.2026

Nahost

Mehr als Tausend Schiffe sitzen im Persischen Golf fest

Die USA und der Iran haben sich nach dreieinhalb Monaten Krieg auf ein Rahmenabkommen geeinigt - doch für viele der im Persischen Golf festsitzenden Schiffe hat der quälende Stillstand kein Ende

 24.06.2026

Dresden

Jüdisches Leben: Gefühl von Unsicherheit im Alltag

In Sachsen gestalten Jüdinnen und Juden das kulturelle und gesellschaftliche Leben entscheidend mit. Dennoch bleibt Antisemitismus ein präsentes Problem

 23.06.2026

Meinung

Keine Geschäfte mit »Judensternen«

Schoa-Überlebende waren entsetzt, als ein Auktionshaus persönliche Gegenstände von NS-Opfern versteigern wollte. Der Bundesrat hat nun ein Gesetz auf den Weg gebracht, um das zu verbieten. Gut so!

von Christoph Heubner  23.06.2026

München

Bayern will keine antisemitischen Straftäter an Hochschulen dulden

Antisemitische Straftaten haben bundesweit stark zugenommen. Für rechtskräftig verurteilte Hochschulangehörige plant die Regierung in Bayern zusätzliche Sanktionen. Die Grünen sorgen sich um die Meinungsfreiheit

von Christoph Renzikowski  23.06.2026

Linken-Parteitag

Sie nennen es jetzt einen Genozid

In Potsdam verschärfte Die Linke ihre Position zu Israel, betonte in ihren Beschlüssen aber auch den Schutz jüdischen Lebens. Kritiker werfen der Partei vor, nur Lippenbekenntnisse abzugeben

von Michael Thaidigsmann  23.06.2026

Jubiläum

Fünf Jahre jüdische Seelsorge der Bundeswehr: Militärrabbiner Zsolt Balla zieht Bilanz

Seit dem Start der jüdischen Militärseelsorge vor fünf Jahren wächst ihre Bedeutung in der Truppe. Sieben Militärrabbiner tun inzwischen Dienst. Ein Fazit - mit Blick auf Zeitenwende und deutsche Geschichte

von Karin Wollschläger  23.06.2026