Nach Landtagswahlen

Opferberatungsstellen warnen vor Flächenbrand rechter Gewalt

Verbände warnen vor vielfach nachgewiesenen Verbindungen der AfD zur militanten Neonazi-Szene Foto: picture alliance/dpa

Opferberatungsstellen in Sachsen und Thüringen warnen nach den Landtagswahlen vor einem Flächenbrand rechter, rassistischer und antisemitischer Angriffe. Grund sind laut den Beratungsstellen die hohen Zustimmungswerte für rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien und Gruppierungen. Der Leiter der Opferberatung Ezra in Thüringen, Franz Zobel, sagte am Mittwoch in Erfurt, er befürchte eine »Normalisierung von Rassismus und Antisemitismus«.

Bei den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen erreichte die in beiden Länder als rechtsextrem eingestufte AfD jeweils mehr als 30 Prozent. In Thüringen gewann die AfD die Landtagswahl mit 32,8 Prozent deutlich vor der CDU mit 23,6 Prozent.

Der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) sieht eine »besonders gefährliche Entwicklung in den vielfach nachgewiesenen Verbindungen der AfD zur militanten Neonazi-Szene«. Zobel sagte: »Wir haben es mit einer enormen Bedrohung zu tun und mit einer großen Gefahr für die Bundesrepublik.«

Im statistischen Durchschnitt zählte das Bundeskriminalamt seit Jahresbeginn 2024 täglich mindestens zwei politisch rechts motivierte Gewalttaten.

Die Geschäftsführerin der Opferberatung Support der RAA Sachsen, Andrea Hübler, sagte: »Wir sind mit einer extrem rechten Jugendkultur konfrontiert, wie wir sie seit den 1990er Jahren nicht mehr hatten.« Dieser Rechtsruck bringe »ein krasses Selbstbewusstsein junger Neonazis hervor« und eine Erweiterung des Täterpotenzials. epd

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