Berlin

NS-Erinnerungsorte entsetzt über Vorfall an Hochschule

Besetzung der Alice-Salomon-Hochschule in Hellersdorf Foto: picture alliance/dpa

Die Leitungen der NS-Erinnerungsorte im Berliner Raum sind entsetzt und beschämt über die Ereignisse an der Alice-Salomon-Hochschule. Parolen wie ‚From the River to the Sea‘, ‚Hamas, mein Liebling‘ oder Transparente wie ‚No Places for Zionists‘, die das Existenzrecht Israels in Frage stellten und Jüdinnen und Juden als unerwünscht bezeichneten, seien »unerträglich und nicht hinzunehmen«, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme. Es handele sich um eine »inakzeptable Fortsetzung« der antisemitischen und antiisraelischen Vorgänge an Berliner Hochschulen.

Anfang vergangener Woche hatten »pro-palästinensche« Aktivisten einen Hörsaal der Hochschule besetzt. Auf mehreren Plakaten waren antisemitische Parolen zu lesen. Eine Büste der Namensgeberin, der jüdischen Wissenschaftlerin Alice Salomon (1872-1948), wurde mit einem Palästinensertuch verdeckt. Die Leiterin der Hochschule, Bettina Völter, hatte von einer »friedlichen Besetzung« gesprochen und am Polizeieinsatz vor der Hochschule Kritik geübt. Dafür war sie vom Zentralrat der Juden in Deutschland deutlich kritisiert worden.

Auch die Leitungen der NS-Erinnerungsorte kritisierten die Hochschulleitung deutlich: Sie erweise sich mit ihrem Verhalten dem Namen der von den Nationalsozialisten verfolgten und aus Deutschland vertriebenen Sozialwissenschaftlerin Alice Salomon als unwürdig.

Meinung

Wo ist der Geist von Sarajevo?

Auch in Deutschland rufen Vertreter der bosnischen Diaspora zunehmend nach harten Sanktionen gegen Israel und scheuen den Dialog mit den jüdischen Gemeinden hier. Das war schon einmal anders

von Marc Simon  24.07.2026

NRW

Davidstern von Pride Parade verbannt

Der 28-jährige Student Sören Habet sagt, weder die Polizei noch die Veranstalter hätten ihn mit einer Davidstern-Regenbogen-Fahne teilnehmen lassen

 24.07.2026

Umfrage

AfD liegt in Berlin erstmals vorn

Nur acht Wochen vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus wird erneut ein Stimmungswechsel registriert

von Imanuel Marcus  24.07.2026

Washington D.C.

USA knüpfen Atomabkommen mit Saudi-Arabien an Annäherung an Israel

So reagiert Präsident Donald Trump auf Kritik, Washington habe mit dem Vertrag Druckmittel gegenüber Riad aufgegeben

 24.07.2026

Neue Angriffe

Trump kündigt »militärische Bestrafung« Teherans an

Nach Medienberichten bereiten die USA zugleich eine Ausweitung ihrer Militärpräsenz in der Region vor

 24.07.2026

Diplomatie

Nauru eröffnet Botschaft in Jerusalem

Damit ist der Inselstaat das zehnte Land, das seine diplomatische Vertretung in Israels Hauptstadt ansiedelt. Auch Kolumbien will eine Botschaft in Jerusalem eröffnen

 24.07.2026

New York

Zwei Männer in Manhattan niedergestochen – Ermittler prüfen antisemitisches Motiv

Eines der Opfer ist nach Angaben der Polizei ein 50 Jahre alter Mann, der eine Kippa trug und kurz zuvor eine Synagoge verlassen hatte

 24.07.2026

Diplomatie

Malaysias Premier verteidigt Drohung, Israelis abzuschieben

Mehrere US-Abgeordnete haben Außenminister Marco Rubio aufgefordert, Malaysia wegen der jüngsten Äußerungen von Regierungschef Anwar Ibrahim Fördermittel zu streichen

 23.07.2026

Naher Osten

Trump: Atom-Deal nur bei saudischer Anerkennung Israels

Washington und Riad stehen kurz vor einem Atomabkommen zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Doch jetzt hat Donald Trump eine neue Bedingung gestellt

 23.07.2026