Chemnitz

Neue Spur nach Angriff auf jüdisches Restaurant

War schon mehrmals Zielscheibe von Anfeindungen: der Chemnitzer Gastronom Uwe Dziuballa Foto: Getty Images

Rund 15 Monate nach der Attacke auf das jüdische Restaurant »Schalom« in Chemnitz hat die Polizei einen Tatverdächtigen in Niedersachsen ermittelt. Beamte der Landespolizeien sowie der »Soko Rex« des sächsischen Landeskriminalamtes (LKA) durchsuchten am Mittwoch die Wohnung des 28-Jährigen in Stade bei Hamburg, wie das LKA am Donnerstag in Dresden mitteilte.

Der Tatverdächtige, der durch DNA-Spuren ins Visier der Ermittler geraten sei, sei bei der Durchsuchung nicht angetroffen worden, erklärte die Behörde. In seiner Wohnung wurden demnach Handys, Tablets und Sturmhauben sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an.

KOSCHER Das koschere Lokal in Chemnitz war am Abend des 27. August 2018 nach Angaben des Gastwirts Uwe Dziuballa von zehn bis zwölf Personen überfallen worden. Die Täter warfen mit Flaschen und Steinen und verletzten den Wirt an der Schulter. Laut LKA wurde bislang nur der 28-jährige Niedersachse als Tatverdächtiger ermittelt.

Die Attacke steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Ausschreitungen in Chemnitz nach dem gewaltsamen Tod des Deutsch-Kubaners Daniel H. in der Nacht zuvor. Binnen Stunden hatten Hooligans und Rechtsextreme nach dem Vorfall mehrfach zu unangemeldeten Demonstrationen in der sächsischen Stadt mobilisiert.

Neben Attacken auf ausländisch aussehende Personen kam es dabei auch zu mehreren Angriffen auf Restaurants.

Laut LKA haben die Behörden »im unmittelbaren zeitlichen und örtlichen Zusammenhang mit dem Demonstrationsgeschehen« bislang 78 Beschuldigte ermittelt. Gegen 19 von ihnen seien bisher Anklagen erhoben oder Strafbefehle beantragt worden.  epd

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