EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Judenhass

Neue Rias-Studie: Deutlich mehr antisemitische Vorfälle durch Pandemie

Schoa-Relativierung bei Protesten in Frankfurt gegen die Corona-Maßnahmen Foto: imago images/Hannelore Förster

Judenhass

Neue Rias-Studie: Deutlich mehr antisemitische Vorfälle durch Pandemie

Mehr als ein Viertel aller dokumentierten Fälle hatte einen direkten Corona-Bezug

 28.06.2021 12:05 Uhr

In der Corona-Pandemie hat der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) für das Jahr 2020 bundesweit deutlich mehr antisemitische Vorfälle dokumentiert. Mit 1909 waren es rund 450 mehr als im Vorjahr, als der Verband erstmals Zahlen vorlegte. Das geht aus dem am Montag in Berlin veröffentlichten Jahresbericht hervor.

Zu den dokumentierten Vorfällen gehörten Angriffe, Sachbeschädigungen, Bedrohungen, aber auch antisemitische Beschimpfungen oder Kommentare etwa bei Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen oder im Internet.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Seit Ausbruch der Pandemie wurden indes weniger Angriffe und Bedrohungen erfasst, dafür nahmen Beschimpfungen und andere antisemitische Äußerungen zu. Die Verschiebung führt Rias darauf zurück, dass es etwa für Angriffe weniger Möglichkeiten gegeben habe.

So seien beispielsweise Fußballstadien leer geblieben, Gastronomie und Kultur sowie Schulen geschlossen oder auch weniger Menschen im öffentlichen Nahverkehr unterwegs gewesen. Mehr als ein Viertel aller dokumentierten Vorfälle (489) hatte einen direkten Bezug zur Corona-Pandemie. In 284 bekannten Fällen wurden antisemitische Inhalte auf Demonstrationen verbreitet.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Etwa die Hälfte der Fälle konnte keinem eindeutigen politischen Hintergrund zugeordnet werden. Rund ein Viertel (479) wurden als rechtsextremistisch oder rechtspopulistisch gewertet, weitere 247 dem verschwörungsideologischen Milieu zugerechnet.

Israelbezogener Antisemitismus spielte demgegenüber eine geringere Rolle. Allerdings könnte dies aus Sicht von Rias nur eine Momentaufnahme gewesen sein, da es im Mai 2021 anlässlich des Nahost-Konflikts in Deutschland zu zahlreichen offen antisemitischen Demonstrationen sowie Angriffen auf jüdische Personen und Institutionen gekommen sei.

Im Berichtsjahr beteiligten sich wie im Vorjahr nur regionale Meldestellen in den Bundesländern Bayern, Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein aktiv an dem Bericht. Dennoch wurden im gesamten Bundesgebiet Vorfälle dokumentiert - wenn auch nicht systematisch. Mit rund 1000 Vorfällen passierten mehr als die Hälfte der erfassten Taten in Berlin. Dort gibt es bereits seit 2015 die erste regionale Meldestelle. Weitere Länder sollen in den künftigen Berichten hinzukommen.

»Wir müssen nach wie vor von einem erheblichen Dunkelfeld uns nicht bekannter Vorfälle im gesamten Bundesgebiet ausgehen«, sagte Rias-Geschäftsführer Benjamin Steinitz. kna

Berlin

Polizei: Aufrufe zu Gewalt verfangen derzeit nicht

Bundesweite Aufrufe zum Protesttag an Halloween: Nach gewaltsamen Demonstrationen in Frankreich stellt sich die Berliner Polizei auf einen Großeinsatz ein. Hinweise auf Plünderungspläne gibt es nicht

 28.10.2026

Nürnberg

Interaktives NS-Dokumentationszentrum öffnet

Nach fünf Monaten Probebetrieb wird das neu gestaltete Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg am kommenden Mittwoch feierlich eröffnet. Im Zentrum des Ausstellungskonzepts stehen Barrierearmut und ein multimediales Angebot

von Julia Riese  28.10.2026

Reaktion

Laschet: Chancen auf politische Versöhnung in Israel gestiegen

Der Ausgang der Wahl in Israel ist unklar - die Auszählung dauert an. Doch CDU-Außenpolitiker Armin Laschet äußert sich in einer ersten Einschätzung zuversichtlich

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump will Ben-Gvir offenbar aus Netanjahus nächster Regierung heraushalten

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse nach der Parlamentswahl könnte der US-Präsident zudem auf eine nationale Einheitsregierung drängen

 28.10.2026

Meinung

Wieder ein »kleiner Geländegewinn«

Die Linken-Abgeordnete Vanessa Emde hat es erneut geschafft, die Regierungsunfähigkeit ihrer Partei zu demonstrieren

von André Anchuelo  28.10.2026

Magdeburg

CDU-Abgeordnete sollten eidesstattliche Erklärung unterschreiben

Seit der Wahl eines AfD-Politikers zum Landtagspräsidenten steht der Verdacht im Raum, Stimmen könnten aus der CDU gekommen sein. Wie die Fraktion damit umgeht

 28.10.2026

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor linksextremen Einflüssen

Für Samstag hat die Initiative Gen Z regelt deutschlandweit zu Protesten für Bildung und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. Aus Sorge vor Ausschreitungen beobachten die Behörden die Lage genau

 28.10.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragte: »Jude« darf kein Schimpfwort sein

Katharina von Schnurbein tritt heute die Nachfolge von Felix Klein in der Bundesregierung an. Ihr erklärtes Ziel klingt einfach

 28.10.2026

Belgrad

Serbien: Anschlag auf Polizisten vor israelischer Botschaft

Erneut wird ein Wachbeamter vor der israelischen Botschaft angegriffen. Der Vorfall weckt Erinnerungen - welche Sicherheitsmaßnahmen die Behörden jetzt ergreifen

 28.10.2026