Frankfurt am Main

Nancy Faeser gedenkt Opfern des Olympia-Attentats

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat am Sonntag in Frankfurt am Main an einer Gedenkveranstaltung für die israelischen Opfer des Attentats während der Olympischen Spiele 1972 in München teilgenommen. Gastgeber war der jüdische Sportdachverband Makkabi Deutschland. Ebenfalls anwesend waren der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, sowie der Antisemitismusbeauftragte des Landes Hessen, Uwe Becker.

»Wir werden das unermessliche Leid der Angehörigen der Opfer des Münchner Olympia-Attentats von 1972 nie ungeschehen machen können«, sagte Faeser. »Es fehlte viel zu lange an Aufarbeitung, Transparenz und der Übernahme von Verantwortung.« Dem sei sich die aktuelle Bundesregierung bewusst, so die SPD-Politikerin. Deshalb habe man gehandelt, »um die Familien der Opfer zu unterstützen und das Geschehene endlich umfassend mit einer wissenschaftlichen Kommission aufzuarbeiten«.

Lesen Sie auch

Seit April gibt es eine von der Bundesinnenministerin eingesetzte internationale Kommission zur Aufarbeitung des Attentats. Sie ist mit acht internationalen Expertinnen und Experten besetzt, darunter der Historiker Michael Brenner von der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Alon Meyer, Präsident von Makkabi Deutschland, sagte bei der Veranstaltung am Sonntag: »Unsere Aufgabe ist es, die Erinnerung an die Opfer lebendig zu halten und uns entschlossen gegen jede Form von Antisemitismus zu stellen.« Er appellierte an die Anwesenden: »Lasst uns gemeinsam für eine Zukunft arbeiten, in der solche schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit angehören.«

Elf Israelis wurden bei Olympia 1972 getötet

Am frühen Morgen des 5. September 1972 hatten sich palästinensische Terroristen Zutritt zum Olympiadorf verschafft und waren in das Quartier der israelischen Mannschaft eingedrungen. Sie töteten zwei Israelis, nahmen neun weitere als Geiseln. Mit der blutigen Aktion wollte die Gruppe »Schwarzer September« Gesinnungsgenossen aus der Haft freipressen. Was dann folgte, war eine Aneinanderreihung von Fehleinschätzungen und Pannen. Sie endete in der Nacht in einem komplett missglückten Befreiungsversuch auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck, bei dem alle Geiseln, ein Polizist und fünf der acht Terroristen getötet wurden.

Makkabi Deutschland war bis Montag in Frankfurt am Main, um sich dort im »Precamp« auf die European Maccabi Youth Games 2024 in London vorzubereiten. Bei dem jüdischen Sportwettbewerb werden ab Dienstag etwa 10.000 Athletinnen und Athleten aus 18 Ländern im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren teilnehmen. Die Delegation von Makkabi Deutschland besteht aus 120 Sportlerinnen und Sportlern. ja/epd

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Brüssel

EU setzt nach Wahl in Israel auf enge Zusammenarbeit

Nach der Parlamentswahl in Israel stehen Verhandlungen über die nächste Regierung an. Die EU will mit ihr zusammenarbeiten – und zugleich bestehende Meinungsverschiedenheiten offen ansprechen

 28.10.2026

Meinung

Alice Weidel und die AfD-Leaks

Einer Partei, in deren Reihen NS-Verbrechen relativiert werden, dürfen der Schutz jüdischen Lebens und die Pflege der Erinnerungskultur niemals anvertraut werden.

von Michaela Dudley  28.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

So geht es im Streit um Vanessa Emde weiter

Die Linke tut sich schwer, einen Umgang mit der israelfeindlichen Abgeordneten zu finden, die sich über Fraktionsentschlüsse hinwegsetzt. »Hier geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit«, heißt es aus der Partei

 28.10.2026

Berlin

Polizei: Aufrufe zu Gewalt verfangen derzeit nicht

Bundesweite Aufrufe zum Protesttag an Halloween: Nach gewaltsamen Demonstrationen in Frankreich stellt sich die Berliner Polizei auf einen Großeinsatz ein. Hinweise auf Plünderungspläne gibt es nicht

 28.10.2026

Nürnberg

Interaktives NS-Dokumentationszentrum öffnet

Nach fünf Monaten Probebetrieb wird das neu gestaltete Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg am kommenden Mittwoch feierlich eröffnet. Im Zentrum des Ausstellungskonzepts stehen Barrierearmut und ein multimediales Angebot

von Julia Riese  28.10.2026

Reaktion

Laschet: Chancen auf politische Versöhnung in Israel gestiegen

Der Ausgang der Wahl in Israel ist unklar - die Auszählung dauert an. Doch CDU-Außenpolitiker Armin Laschet äußert sich in einer ersten Einschätzung zuversichtlich

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump will Ben-Gvir offenbar aus Netanjahus nächster Regierung heraushalten

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse nach der Parlamentswahl könnte der US-Präsident zudem auf eine nationale Einheitsregierung drängen

 28.10.2026

Meinung

Wieder ein »kleiner Geländegewinn«

Die Linken-Abgeordnete Vanessa Emde hat es erneut geschafft, die Regierungsunfähigkeit ihrer Partei zu demonstrieren

von André Anchuelo  28.10.2026