Weltkunstausstellung

Nach Schormann-Rücktritt: documenta-Forum fordert schnelle Interimslösung

Foto: picture alliance/dpa

Nach dem Rücktritt der documenta-Generaldirektorin Sabine Schormann hat das documenta-Forum am Montag eine baldige Nachfolgeregelung gefordert. »Die documenta fifteen hat uns den Blick auf vielschichtige andere künstlerische Positionen ermöglicht, jedoch das Vertrauen in ihre Handlungsfähigkeit eingebüßt«, teilte das Forum mit.

»Damit dieses Vertrauen wieder zurückgewonnen werden kann und die documenta in Kassel auch in Zukunft die bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst bleibt, wünscht das documenta-Forum jetzt eine schnelle und kompetente Interimslösung.«

Das Forum ist eine Art Freundeskreis, der die Weltkunstschau unterstützt, aber auch eigene Projekte umsetzt. Im bisherigen Ablauf habe eine positive öffentliche Kommunikation über eine in weiten Bereichen sehr anregende documenta nicht erreicht werden können, monierte es.

Um jetzt und künftig Schaden von der documenta abzuwenden, seien Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten und Kommunikationswege aller Organe und Gremien der documenta klar und eindeutig festzulegen.

»Das darf nicht dazu führen, dass organisatorische Konzepte sich an einer Struktur orientieren, die der Ausstellung die ‚Luft zum Atmen‘ nimmt und die künstlerische Freiheit von vornherein einschränkt.« Künstlerische Freiheit könne nur mit Vertrauen und Verantwortung ihre Kraft entfalten.

Schormann hatte am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung als Konsequenz aus den Antisemitismus-Eklats um die documenta in Kassel ihr Amt niedergelegt. Bereits vor Beginn der Schau, die neben der Biennale in Venedig als wichtigste Ausstellung für Gegenwartskunst gilt, waren Antisemitismus-Vorwürfe gegen das indonesische Kuratorenkollektiv Ruangrupa laut geworden. Jüdische Künstler aus Israel wurden erst gar nicht eingeladen.

Kurz nach der Eröffnung Mitte Juni wurde eine Arbeit mit antisemitischer Bildsprache entdeckt. Das Werk wurde zunächst verhängt und später abgebaut.

Nach einem Beschluss des Aufsichtsrates um den Vorsitzenden, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD), und seine Stellvertreterin, Hessens Kunstministerin Angela Dorn (Grüne), soll die Ausstellung nun grundlegend reformiert werden. Dabei sollen externe Experten helfen. Für den Posten Schormanns wird den Angaben vom Samstag zufolge zunächst eine Interimsnachfolge angestrebt. dpa/ja

Glosse

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Tipps und Tricks für Judenhasser

Eine Handreichung

von Daniel Neumann  03.05.2026

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  02.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Flottille legt ungeplant auf Kreta an

Außenministerium in Jerusalem: Terrorverdacht gegen einen der Teilnehmer – zwei Aktivisten werden nach Israel gebracht

 01.05.2026

Bundesrats-Vorstoß

Zentralrat: Aufruf zur Vernichtung Israels soll strafbar sein

Bericht: Die Bundesländer Berlin und Brandenburg haben noch keine abschließende Position festgelegt

 01.05.2026 Aktualisiert

Jüdische Gemeinden

Das neue angstvolle »Normal«

Wie haben sich der 7. Oktober 2023 und die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten ausgewirkt? Der neue Lagebericht des Zentralrats der Juden in Deutschland

von Katrin Richter  01.05.2026

Berlin

CDU-Präsidium tagt in Chabad-Synagoge

Die Parteispitze will damit ein Zeichen setzen

 01.05.2026

Urteil

Buchhandlungspreis: Gericht untersagt Weimer Extremismus-Äußerung

Die Buchhandlungspreis-Affäre lässt Kulturstaatsminister Weimer nicht los. Die unter Extremismusverdacht geratenen Buchhandlungen wehren sich

 30.04.2026

Washington D.C.

Größter US-Flugzeugträger soll Nahen Osten verlassen

Erstmals seit Jahrzehnten sind wieder drei US-Flugzeugträger im Nahen Osten - das verkündete das US-Militär vergangene Woche. US-Medien zufolge dürfte sich das aber schon bald wieder ändern

 30.04.2026

Washington D.C.

Trump drängt erneut auf Begnadigung Netanjahus

»Bibi ist ein Premierminister im Krieg. Mit so etwas im Nacken kann er nicht arbeiten«, sagt der amerikanische Präsident

 30.04.2026