Berlin

Nach Halle-Attentat mit Kampfmontur Angst ausgelöst

Foto: imago images/U. J. Alexander

Drei Wochen nach dem Attentat in Halle löste sein Auftreten Angst in Berlin aus: Gegen einen 58-Jährigen, der in Kampfmontur und einer echt aussehenden Pistolenattrappe einen Berliner S-Bahnhof betreten haben soll, ist eine Geldstrafe von 3600 Euro verhängt worden.

Der Mann wurde unter anderem wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten verurteilt. Laut Anklage ging es ihm darum, andere Fahrgäste in Angst zu versetzen.

Das Urteil des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten erging am Mittwoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Form eines Strafbefehls, weil der 58-Jährige nicht zur Hauptverhandlung erschienen war. 120 Tagessätze zu je 30 Euro wurden verhängt. Gegen diese Entscheidung kann der Mann Rechtsmittel einlegen. 

Der 58-Jährige soll am 31. Oktober 2019 in Camouflage-Bekleidung und mit einer Art Armee-Helm samt Kamera im Stadtteil Neukölln unterwegs gewesen sein. Drei Wochen zuvor hatte in Halle/Saale ein Rechtsextremist in ähnlicher Montur versucht, mit Waffengewalt die Synagoge der Stadt zu stürmen und ein Massaker anzurichten. Er warf Brand- und Sprengsätze und schoss auf die Tür. Als es ihm nicht gelang, auf das Gelände zu kommen, ermordete er eine 40 Jahre alte Passantin und in einem Döner-Imbiss einen 20-Jährigen. 

Weil der 58-Jährige in Berlin den S-Bahnhof Hermannstraße laut Anklage trotz Aufforderung von Sicherheitskräften nicht verlassen habe, war ein Einsatz der Bundespolizei ausgelöst worden. Der Mann sei polizeibekannt und werde der Reichsbürger-Bewegung zugeordnet, hieß es damals. »Reichsbürger« erkennen die Bundesrepublik nicht als Staat an. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Mannes war laut Anklage eine scharfe Patrone gefunden worden. dpa

Berlin

27-jährige Antisemitin angeklagt

Die Deutsche soll auf ihrem Instagram-Account dazu aufgerufen haben, »Neukölln zu Gaza umzuwandeln und alles anzuzünden und zu plündern«

 21.02.2024

Zentralrat

Daniel Botmann: Kulturwelt zu einem »unsicheren Ort für Juden« geworden

Im Kulturausschuss des Bundestages sprach der Geschäftsführer des Zentralrats deutliche Worte

 21.02.2024

Südamerika

»Lula hat die Wahrheit gesagt«

Linksgerichtete Staatschefs haben sich nach dem Holocaustvergleich hinter Brasiliens Lula da Silva gestellt

von Michael Thaidigsmann  21.02.2024

UNO-Sicherheitsrat

USA verhindern algerische Waffenruhe-Resolution

»Manchmal braucht harte Diplomatie mehr Zeit«, sagt Amerikas Botschafterin Linda Thomas-Greenfield

 21.02.2024

Wiesbaden

Berufsschüler beklatschen die Schoa

Die Schüler besuchten eine Vorführung von »Die Wannseekonferenz«

von Imanuel Marcus  21.02.2024 Aktualisiert

Gaza

Hilfsorganisationen fordern sofortigen Waffenstillstand

Deutschland müsse mehr gegen das Leid tun, heißt es in einem Appell. Wichtige Aspekte werden ausgespart

 21.02.2024

Frankfurt am Main

Schuster: Jüdische Akademie wird teurer und später eröffnet

Die Einrichtung wird »nicht vor Mitte 2025« ihre Arbeit aufnehmen

 21.02.2024

Frankfurt am Main/Tel Aviv/Toronto

Bedrohter Rabbiner: Deutsche Behörden waren sehr hilfreich

Der kanadische Geistliche war am Frankfurter Flughafen von einem Judenhasser bedroht worden

von Imanuel Marcus  20.02.2024

Zentralrat

Jüdische Gemeinde Berlin jetzt im Zentralrat-Präsidium

Zuvor hatte es Streit zwischen der Gemeinde und dem Zentralrat gegeben

 20.02.2024