Alice Salomon Hochschule

Nach Besetzung: Hochschulleitung soll Journalisten behindert haben

Wurde am Montag von israelfeindlichen Aktivisten besetzt: die Alice Salomon Hochschule in Berlin Foto: imago/Jürgen Ritter

Führendes Personal der Alice Salomon Hochschule (ASH) in Berlin soll versucht haben, Journalisten an der Dokumentation einer israelfeindlichen Besetzung zu hindern. Das behauptet die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) Berlin-Brandenburg, eine Organisation der Gewerkschaft Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (verdi), in einer Stellungnahme auf X.

Demnach hätte die Hochschulleitung am Donnerstagnachmittag einigen Journalisten zunächst den Zutritt zu dem zuvor von Aktivisten besetzen Gebäude erlaubt. Doch dann sei die Situation »eskaliert«, schreibt die dju. »Kaum haben die Journalisten das Gebäude um 18:00 betreten, werden sie von etwa 8 vermummten Besetzern, sowie Mitgliedern der Hochschulleitung selbst daran gehindert, den Bereich um das Audimax zu betreten.« Laut dju wollte die Hochschulleitung verhindern, dass die Journalisten Zugang zu »Propagandamaterial mit antisemitischen Inhalten und Gewaltaufrufen« erhält, die die Besetzer im Audimax der ASH zurückgelassen hätten.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der Hörsaal war am Montag besetzt worden. Die Aktivisten verherrlichenden während der Aktion die Terrororganisation Hamas und riefen zu Gewalt gegen Israel auf. Die Präsidentin der ASH, Bettina Völter, sagte dagegen, die Studierenden hätten »eine ganz friedliche Veranstaltung gemacht«. Die Besetzer verließen das Gebäude einige Stunden später wieder – offenbar nicht ohne zahlreiche Spuren ihres Protests zu hinterlassen.

Die Hochschulleitung selbst soll am Donnerstag laut dju versucht haben, diese zu entfernen. »Die Hochschulleitung riss eilig belastendes Material von den Wänden und hinderte Journalisten aktiv daran, es zu sichern oder zu dokumentieren«, schreibt die Gewerkschaft. »Filmen und Fotografieren wurde verboten, Material wurde Journalisten aus den Händen gerissen.« Zudem soll eine Führungsperson der ASH »ihre Hand vor die Kamera, um Aufnahmen von einem Journalisten zu verhindern« und ein weiteres Mitglied der Hochschulleitung »forderte einen Journalisten auf, die Pressearbeit zu beenden«.

Lesen Sie auch

Das Fazit der dju zur gesamten Besetzung: »Körperlicher Angriff auf einen Journalisten, Blockaden und Verfolgungen durch Besetzer, sowie systematische Behinderung der Pressearbeit durch die ASH.« Die Hochschulleitung habe die Pressefreiheit nicht geschützt, sondern »arbeitete aktiv gegen sie«.

Auf Anfrage der Jüdischen Allgemeinen erklärte eine Sprecherin der Alice Salomon Hochschule, man habe allen anwesenden Pressevertretern für Fragen zur Verfügung gestanden. »Wenn allerdings Pressevertreter, denen wie gestern Zugang zu den Räumen der Hochschule unter der Voraussetzung gewährt worden war, dass sie keine Foto- oder Filmaufnahmen machen, gegen diese Vorgabe verstoßen, dann ist die Hochschule berechtigt, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und das Anfertigen von Foto- und Filmaufnahmen zu verhindern.« Das Präsidium der Hochschule sei derzeit dabei, »das von ihr systematisch eingesammelte und vorliegende Material auf strafrechtlich relevantes Handeln zu überprüfen, und wird dieses dann zur Anzeige bringen«. js

Meinung

Ein belasteter Ort verlangt Bewusstsein

Belastete Orte wie etwa Hitlers Geburtshaus in Braunau gibt es in Deutschland und Österreich viele. Erinnerung daran bedeutet, ihr in der Gegenwart die richtige Antwort zu geben

von Vladimir Vertlib  29.07.2026

Meinung

Wir müssen darüber sprechen, was der Terror mit dem Islam zu tun hat

Die islamistische Ideologie muss endlich klar und deutlich als solche benannt werden

von Ali Ertan Toprak  29.07.2026

Thüringen

Entschuldigung nach Hass-Kommentar eines Leinefelder Gastwirts abgelehnt

Das Auschwitz-Komitee wirft dem Gastronomen vor, Menschen mit dem Tod bedroht und die Verbrechen des Nationalsozialismus verherrlicht zu haben.

 29.07.2026

Toronto

Solidarität nach Angriffen: Lange Schlangen vor jüdischen Bagel-Läden

Nach Angriffen auf zwei Filialen der jüdischen Bäckereikette Kiva’s Bagel Bar kaufen Bewohner dort ein. Zeitgleich feuerte ein Unbekannter Schüsse auf das US-Konsulat ab

 29.07.2026

Nahost

Iran greift US-Stützpunkt in Jordanien an – Washington reagiert mit Luftschlägen im Irak

Es ist der erste Raketenangriff des Iran auf einen US-Stützpunkt, seit Präsident Donald Trump die amerikanischen Angriffe auf iranische Ziele vor wenigen Tagen ausgesetzt hatte

 29.07.2026

Berlin

Klein: Sympathie-Bekundung für Terrororganisationen strafbar machen

Nach dem Anschlag durch einen IS-Anhänger fordert der scheidende Antisemitismusbeauftragte Gesetzesänderungen

 29.07.2026

Berlin

CSD-Anschlag: Innensenatorin und Polizei beantworten Fragen

Nach dem Angriff gibt es noch viele Unklarheiten. Der Innenausschuss des Abgeordnetenhauses kommt daher zusammen. Außerdem rückt das Thema Prävention in den Fokus

 29.07.2026 Aktualisiert

Berlin

Prien stellt mehr Geld gegen Radikalisierung in Aussicht

Nach dem CSD-Anschlag sagt die Familienministerin, queere Menschen seien in Teilen des Landes besonders unter Druck und könnte Solidarität erwarten

 29.07.2026

Judenhass

Antisemitismus weltweit auf Höchststand seit mehr als drei Jahrzehnten

Die Untersuchung erfasst die sieben Länder mit den größten jüdischen Bevölkerungen außerhalb Israels, darunter Deutschland

 29.07.2026