Justiz

Mutmaßliche Auschwitz-Wachmänner verhaftet

Ehemaliges Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau Foto: Marco Limberg

Ermittler haben die Wohnungen von neun mutmaßlichen ehemaligen SS-Männern des Konzentrationslagers Auschwitz durchsucht. Die Beschuldigten sollen in Auschwitz an der Tötung von Häftlingen beteiligt gewesen sein, wie die Staatsanwaltschaften Stuttgart, Frankfurt am Main und Dortmund am Donnerstag mitteilten. Gegen drei Verdächtige wurde Haftbefehl erlassen. Durchsucht wurden Wohnungen in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

In Baden-Württemberg richteten sich die Ermittlungen gegen insgesamt sechs Männer im Alter von 88 bis 94 Jahren. Drei von ihnen wurden verhaftet und in ein Justizvollzugskrankenhaus eingeliefert. Während ein 88-Jähriger eine konkrete Tatbeteiligung abstritt, aber einräumte, in Auschwitz gewesen zu sein, schwiegen die restlichen fünf Beschuldigten.

auschwitz In Hessen wurden den Angaben zufolge die Wohnungen eines 89-Jährigen und eines 92-Jährigen im Rhein-Main-Gebiet durchsucht. Die beiden Männer sollen in den Jahren 1942 bis 1944 zur Wachmannschaft des KZ Auschwitz gehört haben. Den Angaben zufolge wurden schriftliche Dokumente und Fotografien aufgefunden und sichergestellt, deren Auswertung andauert. Die Beschuldigten hätten keine Angaben zur Sache gemacht.

Im nordrhein-westfälischen Landkreis Lippe wurde den Angaben zufolge die Wohnung eines 92-Jährigen durchsucht. Der Mann habe eingeräumt, ab 1942 als Angehöriger der SS im Konzentrationslager Auschwitz gearbeitet zu haben, hieß es. Er streite aber ab, an der Tötung von Menschen konkret beteiligt gewesen zu sein.

Demjanjuk Die Männer waren durch einen Hinweis der Zentralstelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg in den Blick der Justiz geraten. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Doris Möller-Scheu, sagte dem Evangelischen Pressedienst, die Zentralstelle sei nach dem Prozess gegen den ukrainischen KZ-Helfer John Demjanjuk der Frage nachgegangen, ob es weitere niedere Ränge der SS-Wachmannschaften gebe, die noch lebten und möglicherweise belangt werden könnten. Bei anderen Vernichtungslagern sei dies bereits in den 60er- und 70er-Jahren geschehen, im Falle von Auschwitz-Birkenau noch nicht.

Demjanjuk war im Mai 2011 in München als 91-Jähriger wegen Beihilfe zum Mord in Tausenden Fällen im Vernichtungslager Sobibor zu fünf Jahren verurteilt worden. Vorangegangen war ein jahrelanger Rechtsstreit um seine Auslieferung aus den USA, wo er seit 1952 lebte. Das Urteil wurde indes nie rechtskräftig, Demjanjuk starb vor der Entscheidung des Bundesgerichtshofs. epd

Nahost

Arabische Liga verurteilt »illegale« Angriffe Irans

Seit Tagen greift der Iran in Nahost militärische Ziele an, aber auch Flughäfen, Wohngebiete und Energie-Infrastruktur. Bei ihrer Notfallsitzung spricht die Arabische Liga von »feigen« Attacken

 08.03.2026

Mannheim

Mannheimer SPD-Politikerin tritt nach antisemitischen Facebook-Kommentaren zurück

Melek Hirvali Cizer schrieb, Israel züchte »babyfressende, weltweit Kinder entführende Agenten«

 08.03.2026

Washington

Bericht: USA prüfen Spezialoperation zur Sicherung iranischen Uranbestands

Eine mögliche Mission dieser Art könnte darauf abzielen, 450 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von etwa 60 Prozent zu sichern

 08.03.2026

Berlin

Konstantin Schreiber reist aus Israel ab

Aus Sicherheitsgründen verlässt der für Springer SE tätige Reporter den Nahen Osten

 08.03.2026

Berlin

DIG fordert deutsche Unterstützung für Israel und USA im Krieg gegen den Iran

Das »kriegerische antiisraelische Vernichtungsprogramm der Mullahs« sei »theologisch begründet und daher einem politischen Prozess nicht zugänglich«, sagt DIG-Präsident Volker Beck. Der Verhandlungsweg sei schon vor Jahren gescheitert

 08.03.2026

Teheran

Iran hat neuen Obersten Führer: Israel droht Chamenei-Nachfolger

Mojtaba Chamenei (56), Sohn des getöteten Ali Chamenei, gilt als möglicher neuer Revolutionsführer. Bekanntgabe verzögert sich offenbar auch aus Sicherheitsgründen

 08.03.2026 Aktualisiert

Washington/Teheran

US-Geheimdienstbericht: Militärschlag dürfte Irans Führung kaum stürzen

Bereits vor dem Krieg wurden verschiedene Szenarien untersucht – von gezielten Angriffen auf einzelne Führungsfiguren bis hin zu einem umfassenden militärischen Vorgehen gegen die staatlichen Institutionen

 08.03.2026

Berlin

Bundesregierung zieht Personal der Botschaft in Teheran ab

Das Auswärtige Amt zieht aus der Bedrohungslage Konsequenzen

 08.03.2026

Washington

USA intervenieren gegen mögliche Russland-Hilfe für den Iran

Sondergesandter Steve Witkoff kritisiert Moskau dafür, dass es Teheran im Krieg zu unterstützen scheint

 08.03.2026