Antijudaismus

Möchtegernopfer

Offenbar will jeder ein verfolgter Jude sein. Oder zumindest vom Opferstatus profitieren. Als an mehreren Schulen des Jesuitenordens teilweise Jahrzehnte zurückliegende Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt geworden sind und in der Öffentlichkeit ein Bezug zur katholischen Sexualmoral hergestellt wurde, warnte Jesuitenpater Eberhard von Gemmingen vor einem »Generalverdacht« gegen seinen Orden. Sein gutes Recht. Er ging jedoch viel weiter: »Mit den Juden ist es so losgegangen, dass vielleicht der ein oder andere Jude Unrecht getan hat. Dann aber hat man schlimmerweise alle angeklagt und ausrotten wollen.« Zwar nahm von Gemmingen nach heftiger Kritik den Vergleich zurück. Doch der eigentliche Skandal ist ein ganz anderer: Der Pater behauptet, »der ein oder andere Jude« hätte sich schuldig gemacht und somit gleichsam zu Recht Verfolgung und Schoa erlitten. Als wäre die Schoa nur eine unzulässige Verallgemeinerung gewesen! Von Gemmingen wollte seine Ordensbrüder zu Opfern erklären und hat dabei die Opfer der Schoa zu Tätern gemacht. Abwegiger geht es kaum noch.

Russland

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In der Ukraine führt der Kremlchef Krieg, in den »Friedensrat« von US-Präsident Donald Trump für den Gazastreifen ist er dennoch eingeladen worden. Moskau erklärt, was es davon hält

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Kunstakademie Düsseldorf

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Die Hintergründe

 19.01.2026 Aktualisiert

Washington D.C.

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Großbritannien sei »kein sicherer Ort mehr für Juden«, sagt Donald Trumps persönlicher Anwalt Robert Garson gegenüber »The Telegraph«

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Miami

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Teheran

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»Euch bleibt nicht mehr viel Zeit. Schließt euch so schnell wie möglich dem Volk an«, sagt der Kronprinz Angehörigen des Militärs

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Berlin

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Es geht auch um »verfassungsrelevante« Propaganda israelfeindlicher Linksextremisten und Islamisten, so die Senatsinnenverwaltung

 19.01.2026

Nahost

Staatschefs zum »Gaza-Friedensrat« eingeladen

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 17.01.2026

Gespräch

»Ich fühle mich alleingelassen«

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von Mirko Freitag  16.01.2026