Baden-Württemberg

Messerangriff auf Synagogen-Besucher geplant: Deutsch-Türke in Haft

Im Visier: Die Jüdische Gemeinde Heidelberg Foto: Philipp Rothe

Wegen des Verdachts auf Verabredung zum Mord ist ein 18-jähriger Mann aus Weinheim in Baden-Württemberg verhaftet worden. Er soll sich mit einem weiteren Mann über einen Messerangriff auf Besucher einer Synagoge in Heidelberg ausgetauscht haben, wie die Staatsanwaltschaften Stuttgart und Karlsruhe und das Landeskriminalamt am Freitag mitteilten. 

»Als beabsichtigtes Ziel wurde die Tötung von einem oder mehreren Besuchern beim Angriff auf die Synagoge mit einem anschließenden Märtyrer-Tod besprochen, bei dem sich beide Personen von Einsatzkräften erschießen lassen wollten«, teilten die Behörden mit. Bei dem jungen Mann handelt es sich demnach um einen 18 Jahre alten Deutsch-Türken. 

Flucht aus dem Fenster

Hintergrund ist ein Polizeieinsatz in Bad Friedrichshall am 3. Mai. Die Wohnung eines 24-Jährigen war an dem Tag durchsucht worden wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Der 24-Jährige nahm laut Polizei während der Durchsuchung plötzlich mehrere Küchenmesser an sich und flüchtete aus einem Fenster ins Freie. Dort stellten ihn die Beamten.

Statt die Messer abzulegen, bewarf er demnach einen Beamten gezielt mit einem Messer und lief auf ihn zu. Dieser schoss auf den Mann. Der Mann sitzt bereits in Untersuchungshaft. Ihm wird außerdem versuchtem Totschlag ein besonders schwerer Fall des tätlichen Angriffs auf Einsatzkräfte vorgeworfen. 

Bei der Auswertung der Beweismittel ergab sich dann die Verbindung zu dem 18 Jahre alten Mann aus Weinheim, mit dem sich der 24-Jährige nach Angaben der Ermittler im April 2024 über einen möglichen Messerangriff auf Besucher einer Synagoge in Heidelberg ausgetauscht haben soll.

Die Wohnung des 18-Jährigen wurde am 18. Mai durchsucht, der Mann wurde festgenommen und sitzt nun in Haft. Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Gefährdung von Besuchern der Synagoge hätte sich nicht gegeben, hieß es. dpa

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