Berlin

Mehr Judenhass im Bundestagswahlkampf

Benjamin Steinitz von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) in Berlin Foto: dpa

Die Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) hat im Bundestagswahlkampf bundesweit insgesamt 35 antisemitische Vorfälle registriert. Die Vorfälle reichten von Plakatschmierereien bis hin zur Holocaust-Relativierung, berichtet der »Tagesspiegel« in seiner heutigen Ausgabe. So wurden bundesweit Dutzende Plakate mit Davidsternen markiert und mit »Volksverräter«- oder »Bilderberger«-Schmähungen bekritzelt.

In einem anderen Fall wurden bei einer Wahlveranstaltung der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) die Lebensverhältnisse der Palästinenser im Gazastreifen mit »KZ-ähnlichen Zuständen« verglichen, heißt es in dem Zeitungsbericht.

»Sorospack« Vier der 35 Vorfälle wurden von der Recherchestelle in der Hauptstadt registriert, beispielsweise ein beschmiertes Wahlplakat der SPD in Berlin-Treptow. Auf dem Plakat stand der Schriftzug »Sorospack«, eine Referenz an den jüdisch-ungarischstämmigen US-Investor George Soros.

Ein anderer Fall betrifft die Kleinstpartei »Deutsche Mitte« (DM), die auf einem Plakat die Abschaffung eines »Finanzkartells« forderte. Als Motiv wählte die Partei einen Kraken, über dessen Kopf eine Bank abgebildet ist und dessen Tentakel die Welt umschlingen. Der Krake als Motiv wurde bereits 1938 im NS-Magazin »Der Stürmer« verwendet, um eine angeblich jüdische Weltherrschaft darzustellen. epd

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