Berlin

Mehr Finanzhilfen für pflegebedürftige Holocaust-Überlebende

In Israel lebten Anfang des Jahres noch rund 160.000 Schoa-Überlebende. Foto: Flash90

Israel und Deutschland haben eine Vereinbarung über zusätzliche finanzielle Unterstützung von pflegebedürftigen Holocaust-Überlebenden unterzeichnet. Die israelische Sozialministerin Meirav Cohen sprach am Donnerstag bei Twitter von einem »historischen Abkommen« der Regierungen beider Länder.

Nach Cohens Angaben wurde in Berlin vereinbart, dass jährlich zusätzlich 200 Millionen Schekel (58 Millionen Euro) für Holocaust-Überlebende in Israel gezahlt werden sollen.

abkommen »Das ist ein sehr bedeutsames Abkommen, in dessen Rahmen Tausende von pflegebedürftigen Holocaust-Überlebenden jeden Monat 1200 Schekel (350 Euro) zusätzlich bekommen werden«, schrieb sie. Nach Medienberichten betrifft dies rund 14.000 Überlebende.

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Cohen schrieb, der Vereinbarung seien monatelange intensive Verhandlungen zwischen Israels Sozialministerium und Außenministerium, der Jewish Claims Conference sowie dem Bundesfinanzministerium vorangegangen. Die Jewish Claims Conference war 1951 mit dem Ziel gegründet worden, die bittere Armut von vielen jüdischen Holocaust-Überlebenden zu lindern. In Israel lebten Anfang des Jahres nach offiziellen Angaben noch rund 160.000 Überlebende.

wiedergutmachung Bundesfinanzminister Christian Lindner sagte im Interview mit dieser Zeitung, er sehe Wiedergutmachung nicht als erreichbares Ziel, sondern »vielmehr als Motiv des Handelns«. Lindner sagte: »Der immerwährende Versuch der Wiedergutmachung treibt uns an. Abgeschlossen ist er nie.«

Die Unterzeichnung kam vor einer Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag des Luxemburger Abkommens. In dem 1952 von der Bundesrepublik Deutschland, dem Staat Israel und der Jewish Claims Conference geschlossenen Übereinkommen verpflichtete sich die Bundesrepublik, den jüdischen Opfern des Nationalsozialismus Wiedergutmachung zu leisten. Unterzeichnet wurde es in Luxemburg von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) und dem israelischen Außenminister Mosche Scharet. dpa

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