Statistik

Mehr als 3000 antisemitische Straftaten im vergangenen Jahr

Foto: Getty Images / istock

Die Zahl antisemitischer Straftaten ist erneut auf einen Höchstwert gestiegen. 2021 seien nach vorläufigen Erkenntnissen 3028 Straftaten registriert worden, bestätigte das Bundesinnenministerium am Donnerstag einen Bericht des »Tagesspiegels«. Das waren knapp 30 Prozent mehr als 2020.

Gestiegen ist demnach auch die Zahl der Gewaltdelikte. Die Polizei habe im vergangenen Jahr insgesamt 63 antisemitische Körperverletzungen und weitere Gewaltdelikte registriert, sechs mehr als im Jahr zuvor. Vier Menschen seien getötet worden und mindestens 24 verletzt.

impfgegner Die vier Todesopfer gingen in die Statistik durch eine Gewalttat ein, die dem »Tagesspiegel« zufolge bislang nicht als antisemitisch gewertet wurde. Im brandenburgischen Königs Wusterhausen erschoss demnach ein mutmaßlicher Impfgegner im Dezember seine Frau, die drei Töchter im Alter von vier bis zehn Jahren und sich selbst.

Der Tatverdächtige sei davon überzeugt gewesen, dass der Staat mit der Impfkampagne einen »bösen Plan« verfolge, die Weltbevölkerung reduzieren und »eine neue Weltordnung unter jüdischer Führung gründen« wolle. Aus der Ansicht einer jüdischen Weltverschwörung ergebe sich die Einordnung der Tat als antisemitisch, schreibt der »Tagesspiegel« unter Berufung auf eine Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linken. epd

Nahost

Darüber sprachen Merz und Netanjahu heute

Kurz vor direkten Gesprächen von israelischen und libanesischen Vertretern greifen zwei deutsche Regierungsmitglieder zum Telefonhörer. Wer mit wem spricht und wie Berlin auf die Gespräche blickt

 13.04.2026

Ungarn

Wie Magyars Wahlsieg die Gleichungen in Europa verändert

Nach 16 Jahren Orban kann der Oppositionsführer mit einer Zweidrittelmehrheit regieren. Euphorie in Budapest, frische Hoffnung für Europa – doch die Erwartungen an den Neuen sind riesig

von Gregor Mayer  13.04.2026

Ungarn

Netanjahu gratuliert Wahlsieger Magyar – und lobt Orban

Israels Premier: »Orban ist ein wahrer Freund Israels, der fest an der Seite Israels stand angesichts ungerechter internationaler Verleumdungen«

 13.04.2026

Budapest

Nach Wahlsieg: Magyar äußert sich erstmals zu Israel

Ungarns designerter Ministerpräsident will künftig wieder mit dem Internationalen Strafgerichtshof kooperieren. Auch zu möglichen EU-Sanktionen gegen Israel bezog Péter Magyar Stellung

 13.04.2026

Nahost

US-Militär will ab sofort Straße von Hormus blockieren

Donald Trump möchte verhindern, dass der Iran Gebühren von Schiffen durch die Meerenge verlangt. Jetzt will das US-Militär die Kontrolle der Straße von Hormus übernehmen

 13.04.2026

Gedenken

Brandenburg erinnert an KZ-Befreiung

Weit über 300.000 Menschen waren unter dem NS-Regime in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück inhaftiert. Zehntausende von ihnen kamen dort zu Tode. Zum Gedenken an die Befreiung werden diesmal noch fünf Überlebende erwartet

 13.04.2026

Nahost

Hinrichtungen im Iran auf 35-Jahres-Rekordhoch

Im Iran wurden 2025 laut Iran Human Rights mindestens 1.639 Menschen hingerichtet – ein Höchststand seit 35 Jahren. Menschenrechtsorganisationen fordern Konsequenzen

 13.04.2026

Urteil

Mustafa A. soll Lahav Shapira nicht aus Antisemitismus fast tot geschlagen haben

Der 25-Jährige wurde ursprünglich zu drei Jahren Haft verurteilt. Jetzt hat ein Berufungsgericht die Strafe abgemildert. Das Opfer der Tat nennt die Entscheidung »traurig«

 13.04.2026 Aktualisiert

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  13.04.2026