Einspruch

»Makkabi chai«, auch am Schabbat

Leonard Kaminski Foto: privat

Dieses Wochenende findet in Duisburg die Makkabiade statt. Hunderte jüdischer und nichtjüdischer Sportler werden in zahlreichen Disziplinen antreten und gemeinsam jüdischen Sport zelebrieren. Auch am Schabbat. Und schon stellt sich vielen Teilnehmern die Frage: Ein jüdisches Sportfest, organisiert vom einzigen jüdischen Sportverband in Deutschland, das auch am Ruhetag stattfindet – darf man das?

Wer hier ein eindeutiges Ja oder Nein erwartet, hat jüdischen Sport, ja sogar jüdische Identität in Deutschland, nicht verstanden. Ja, Schabbat zu halten ist eine unserer wichtigsten Mizwot. Nein, die meisten Juden in Deutschland halten sich nicht daran, auch wenn sie traditionsbewusst leben und ihnen ihre Jüdischkeit wichtig ist.

spannungsfeld Selbstverständlich bewegt sich Makkabi in genau diesem Spannungsfeld. Wie verbindet man jüdisches Leben mit der Teilhabe an einer modernen Gesellschaft, zum Beispiel dem Sport? Wie sorgt man dafür, dass sich in der jüdischen Gemeinde niemand, ob religiös oder nicht, ausgeschlossen fühlt? Wie so oft in der jüdischen Geschichte lautet die Antwort: mit Flexibilität und Pragmatismus.

So können die Makkabi-Ortsvereine selbst entscheiden, ob sie samstags an Wettbewerben teilnehmen oder nicht. Makkabi Frankfurt, der größte deutsche Makkabi-Klub, ist wöchentlich auch samstags auf den Spielfeldern aktiv, damit alle Sportler zum Zuge kommen können. Die nächstgrößeren Klubs, München und Berlin, ruhen am Schabbat. Flexibilität zur Zufriedenheit aller.

Bei der Makkabiade in Duisburg wird auch eine Basketballmannschaft aus Österreich teilnehmen, die den Schabbat hält. Der Spielplan des Turniers wurde so angepasst, dass das österreichische Team nicht am Schabbat antreten muss und so jedes Spiel bestreiten kann. Eine pragmatische Entscheidung.

Makkabi steht in ganz Deutschland für jüdische Identität, indem es Tradition und Moderne verbindet. Jede Woche treiben Makkabäer mit dem Davidstern auf der Brust jüdischen Sport – manche am Schabbat, andere nicht – und stärken so den Zusammenhalt der jüdischen Gemeinschaft nach innen und vertreten sie mit Stolz nach außen. Das darf man.

Der Autor spielt Fußball beim TuS Makkabi Berlin.

Justiz

Historiker im KZ-Prozess: SS-Wachen waren an Erschießungen beteiligt

Mehr als 200.000 Menschen waren zwischen 1936 und 1945 im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Bewacht wurden sie von Menschen wie Josef S. Der 101-Jährige steht dafür jetzt vor Gericht

von Lukas Philippi  03.12.2021

Einwanderungsgesellschaft

Bundespräsident verleiht Verdienstorden

Zu den Ausgezeichneten gehören unter anderem KIgA und das Jugendbildungswerk »Open Mind«

 03.12.2021 Aktualisiert

Medien

Antisemitismusvorwürfe: DW stellt Mitarbeiter während Prüfung frei

Geprüft werden die Anschuldigungen von Ahmad Mansour und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

 03.12.2021

Brüssel

EU-Verfahren gegen Deutschland

Europäische Kommission: Ähnlich wie in Ungarn oder Luxemburg wurde nicht genug gegen Hassrede getan

 02.12.2021

Auffrischungsimpfung

Israelischer Experte übt massive Kritik an Ständiger Impfkommission

Ronni Gamzu bemängelt die Langsamkeit der Deutschen

 02.12.2021

KZ Sachsenhausen

Angeklagter streitet Vorwürfe weiter ab

Wahrscheinlich einer der letzten noch lebenden potenziellen Täter steht seit Oktober vor Gericht

 02.12.2021

Bayern

Generalstaatsanwalt prüft AfD-Chatgruppe

Am Mittwoch war durch einen Bericht des Bayerischen Rundfunks bekannt geworden, dass Teilnehmer der »Alternativen Nachrichtengruppe Bayern« unter anderem über gewalttätige Proteste und einen Bürgerkrieg in Deutschland diskutiert hatten

 02.12.2021

Antisemitismus

Weltverband will weitere Konsequenzen aus Israel-Boykott Malaysias ziehen

Israels Team durfte nicht zur WM anreisen. Jetzt kündigt der Weltsquashverband eine Überprüfung des Vorgangs an

von Michael Thaidigsmann  02.12.2021

Antisemitismus

Bund: Vorwürfe schnell aufklären

Beauftragte für Kultur und Medien nimmt aktuelle Vorwürfe gegen Mitarbeiter der Deutschen Welle »sehr ernst«

 02.12.2021