Gesellschaft

Lehrerverband: Immer mehr Schüler lehnen Grundwerte ab

Schulische Aufklärung über Antisemitismus ist erforderlich Foto: Thinkstock, Illustration: Marco Limberg

Nach Beobachtung des Deutschen Lehrerverbandes lehnen immer mehr Schüler gesellschaftliche Grundwerte ab. Besonders offenkundig seien die Probleme nach dem Angriff der Hamas auf Israel geworden, sagte Verbandspräsident Stefan Düll der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (Donnerstag). Antisemitismus sei jedoch nicht der einzige Bereich, in dem eine Verachtung der Grundwerte zu beobachten sei. Dies gelte etwa auch für Homophobie und Rassismus.

Nach Einschätzung Dülls handelt es sich dabei häufig auch um Schüler mit muslimischem Hintergrund. Besonders herausfordernd sei die Lage für Lehrer dort, wo teils mehr als 50 Prozent der Schüler einer Klasse Migrationshintergrund haben. »Das anzusprechen, hat nichts mit Fremden- oder Islamfeindlichkeit zu tun. Da war man zu lange mit politisch korrekten Scheuklappen unterwegs«, sagte Düll.

Allerdings zeigten auch manche junge Leute ohne muslimischen Hintergrund ihre Verachtung für die Wertekultur des Grundgesetzes.

Der Verbandspräsident machte auch die sozialen Netzwerke für die Entwicklung verantwortlich. Die Schüler bewegten sich zum Teil in einer Parallel-Wirklichkeit. »In sozialen Netzwerken bekommen sie gespiegelt, dass ein derartiges Verhalten, ob nun homophob, rassistisch, antisemitisch oder sexistisch, vollkommen normal ist.« Düll rief die Kultusminister der Länder dazu auf, Schulen den Raum zu geben für eine zeitgemäße Medienbildung: »Wir wollen aus Schülern emanzipierte Staatsbürger machen. Das umfasst auch, dass sie im Umgang mit sozialen Netzwerken sensibilisiert werden.«

Der Deutsche Lehrerverband vertritt nach eigenen Angaben als Dachverband von vier Mitgliedsverbänden, darunter der Deutsche Philologenverband und der Verband Deutscher Realschullehrer, 165.000 Lehrer in Deutschland. epd

Berlin

27-jährige Antisemitin angeklagt

Die Deutsche soll auf ihrem Instagram-Account dazu aufgerufen haben, »Neukölln zu Gaza umzuwandeln und alles anzuzünden und zu plündern«

 21.02.2024

Zentralrat

Daniel Botmann: Kulturwelt zu einem »unsicheren Ort für Juden« geworden

Im Kulturausschuss des Bundestages sprach der Geschäftsführer des Zentralrats deutliche Worte

 21.02.2024

Südamerika

»Lula hat die Wahrheit gesagt«

Linksgerichtete Staatschefs haben sich nach dem Holocaustvergleich hinter Brasiliens Lula da Silva gestellt

von Michael Thaidigsmann  21.02.2024

UNO-Sicherheitsrat

USA verhindern algerische Waffenruhe-Resolution

»Manchmal braucht harte Diplomatie mehr Zeit«, sagt Amerikas Botschafterin Linda Thomas-Greenfield

 21.02.2024

Wiesbaden

Berufsschüler beklatschen die Schoa

Die Schüler besuchten eine Vorführung von »Die Wannseekonferenz«

von Imanuel Marcus  21.02.2024 Aktualisiert

Gaza

Hilfsorganisationen fordern sofortigen Waffenstillstand

Deutschland müsse mehr gegen das Leid tun, heißt es in einem Appell. Wichtige Aspekte werden ausgespart

 21.02.2024

Frankfurt am Main

Schuster: Jüdische Akademie wird teurer und später eröffnet

Die Einrichtung wird »nicht vor Mitte 2025« ihre Arbeit aufnehmen

 21.02.2024

Frankfurt am Main/Tel Aviv/Toronto

Bedrohter Rabbiner: Deutsche Behörden waren sehr hilfreich

Der kanadische Geistliche war am Frankfurter Flughafen von einem Judenhasser bedroht worden

von Imanuel Marcus  20.02.2024

Zentralrat

Jüdische Gemeinde Berlin jetzt im Zentralrat-Präsidium

Zuvor hatte es Streit zwischen der Gemeinde und dem Zentralrat gegeben

 20.02.2024