Bayern

Landtag wirbt für Yad Vashem-Außenstelle in München

Foto: Imanuel Marcus

Der Münchner Landtag setzt sich in einem fraktionsübergreifenden Antrag – ohne Beteiligung der AfD – für eine Außenstelle der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Bayern ein. Man unterstütze »vollumfänglich die Bemühungen der Staatsregierung, für Bayern als Standort des künftigen Yad Vashem Education Center zu werben«, heißt es in dem Antrag, der am Vormittag im Landtags-Bildungsausschuss behandelt werden soll.

Die Staatsregierung setzt sich dafür ein, dass München der konkrete Standort werden soll: »Wir haben uns jetzt heute offiziell auf den Weg gemacht, uns zu bewerben, dass dies in München stattfinden soll«, hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag gesagt.

In dem Landtags-Antrag, den CSU, Freie Wähler, Grüne und SPD gemeinsam erarbeitet haben, heißt es, man sehe in einem solchen Zentrum in Bayern die Chance, »die Holocaust-Education in Deutschland und Europa durch bedeutsame Facetten – insbesondere die Perspektive der Opfer – zu bereichern und so einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Demokratie und zur Bekämpfung von Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit zu leisten«.

Lesen Sie auch

Entscheidung soll 2026 fallen

Der Freistaat verfüge über hervorragende Voraussetzungen, heißt es zur Begründung. Bayern beheimate eine der größten und lebendigsten jüdischen Gemeinschaften Deutschlands. Städte wie München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg, Fürth und Regensburg hätten eine jahrhundertealte jüdische Tradition. »Diese Geschichte ist Verpflichtung: Gerade in Bayern, wo der Nationalsozialismus seinen Anfang nahm und wo sich die Konzentrationslager Dachau und Flossenbürg befanden, ist Erinnerungsarbeit von besonderer Bedeutung.«

Dass eine Außenstelle der größten Holocaust-Gedenkstätte der Welt mit Sitz in Jerusalem nach Deutschland kommen soll, steht bereits fest: Ein Yad-Vashem-Bildungszentrum soll entweder in Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Sachsen entstehen. Das hatten der Leiter der Gedenkstätte, Dani Dayan, und Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) im September mitgeteilt.

Eine Standortentscheidung stelle Dayan für das erste Halbjahr 2026 in Aussicht. Seine Arbeit aufnehmen könnte das Zentrum zwei bis drei Jahre später. Die Bildungsstätte soll demnach offen für alle sein, sich aber besonders an Lehrkräfte richten. dpa

Standpunkt

Die Militäroperation gegen das Mullah-Regime ist eine historische Chance

Ein Gastbeitrag von Roderich Kiesewetter, Bundestagsabgeordneter (CDU) und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

von Roderich Kiesewetter  06.04.2026 Aktualisiert

Extremismus

Die Linke und der Judenhass

Der »taz«-Journalist Nicholas Potter hat ein Buch über die Zusammenhänge zwischen Antisemitismus und Autoritarismus bei Teilen der Linken geschrieben. Ein Auszug

von Nicholas Potter  05.04.2026

Krieg

Trump gibt iranischer Führung Zeit bis Dienstagabend

Der US-Präsident hat der iranischen Führung mit heftigen Angriffen gedroht, sollte sie nicht einlenken

 05.04.2026

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand

Debatte

»Das wäre enorm wichtig, gerade für die vielen Kinder mit muslimischem Migrationshintergrund«

Israels Botschafter Ron Prosor spricht sich für Pflichtbesuche in KZ-Gedenkstätten aus

 05.04.2026

Krieg

Israel meldet Tötung eines weiteren Öl-Kommandeurs im Iran

Nach einem Angriff in Teheran spricht Israels Militär von einem »schweren Schlag gegen die wirtschaftlichen Grundlagen des iranischen Sicherheitsapparats«. Das steckt hinter dem Angriff

 05.04.2026

Krieg

Trump: Wir haben unseren Soldaten gerettet und in Sicherheit gebracht

Rettung wie in einem Hollywood-Film: US-Spezialeinheiten konnten den vermissten Offizier des abgeschossenen Kampfjets geborgen. Der US-Präsident schildert die riskante Mission mit dramatischen Worten

von Lars Nicolaysen  05.04.2026

Krieg

Bericht: USA greifen Suchort von vermisstem US-Soldaten an

Die Suche nach dem vermissten Besatzungsmitglied eines US-Kampfjets läuft auf Hochtouren. Jetzt werden aus dem Iran Luftangriffe in einer Gegend gemeldet, in dem sich der US-Soldat befinden soll

 05.04.2026

München

Der Grüne, das Rathaus und die jüdische Gemeinschaft

Dominik Krause wird der nächste Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt. Der 35-Jährige ist Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und geht entschlossen gegen Antisemitismus vor. Ein Porträt

von Chris Schinke  04.04.2026

Krieg

»Kritische« Rettungsmission im Iran - Trump in Erklärungsnot

Die Suche nach dem vermissten Besatzungsmitglied eines Kampfjets wird für die USA zum Wettlauf gegen die Zeit - im Iran werden Kopfgelder ausgesetzt. Die Lage bringt die US-Regierung in Bedrängnis

von Cindy Riechau  04.04.2026