Einspruch

Lady Ashton wird immer forscher

Israel und die EU haben sich auf einen Kompromiss im Streit um das EU-Forschungsprogramm »Horizont 2020« geeinigt. Israel wird die Verträge unterzeichnen, seine Universitäten können auf EU-Forschungsmittel in dreistelliger Millionenhöhe hoffen.

Klingt gut? Es klingt besser, als es ist: Denn Geld bekommen die Wissenschaftler nur dann, wenn sie sich innerhalb der Grenzen von 1967 aufhalten. Es gibt eine Zusatzklausel, in der Israel zusichert, dass kein Cent aus dem milliardenschweren EU-Topf in israelische Einrichtungen im Westjordanland, in Ost-Jerusalem oder auf den Golanhöhen investiert wird. Die Teilnahme an »Horizont 2020« ist daher nicht primär an akademische, sondern in erster Linie an politische Kriterien geknüpft.

teilboykott Was sich als ziviles Forschungsabkommen ausgibt, stellt einen akademischen Teilboykott Israels dar. Abgesehen von kleinen Änderungen hat Benjamin Netanjahu das Abkommen zähneknirschend hingenommen. Der israelische Ministerpräsident, der hierzulande immer wieder als Hardliner diskreditiert wird, hat mit seiner Entscheidung ein beachtenswertes Maß an Weitsicht an den Tag gelegt. Dieses hätte man sich auch bei anderen gewünscht, von der EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton etwa.

Es war Ashton, die den Boykott einfädelte und nichts unversucht ließ, um den Disput über die israelischen Siedlungen auf die akademische Welt auszuweiten. Es ist bitter, dass sie damit durchgekommen ist. Die Forderung nach einem Abzug aus den Palästinensergebieten mag politisch legitim sein. Wer jedoch die Wissenschaft dafür in Haftung nimmt, zeigt vor allem eines: seine Missachtung für die Freiheit der Forschung.

Es sind die Hörsäle und Seminarräume, die Forschungslabore und Bibliotheken, in denen Menschen aller Nationen aufeinandertreffen, miteinander denken und Ideen für eine neue, bessere Welt entwickeln. Der europäische Boykott zielt auf Israel ab, er trifft aber uns alle.

Der Autor ist Korrespondent beim Handelsblatt.

Antisemitismus

Das sagt der Linken-Chef zum Büttner-Abgang

Der brandenburgische Antisemitismus-Beauftragte Andreas Büttner eckte in seiner Partei an. Jetzt verlässt er die Linke mit bitterer Kritik. Seine Partei erlebt die x-te Neuauflage einer Debatte

von Oliver von Riegen, Verena Schmitt-Roschmann  16.03.2026

Berlin

Hertie School: Studierendenvertretung verliert Misstrauensvotum

Nach einem Beschluss zur Unterstützung der gegen Israel gerichteten BDS-Bewegung haben die Studenten der privaten Hochschule ihre Vertretung abgewählt

von Joshua Schultheis  16.03.2026

Iran-Krieg

Deutschland will keinen NATO-Einsatz in der Straße von Hormus

Die US-Regierung macht Druck auf Nato-Partner, sich an der Absicherung einer wichtigen Seeroute in Nahost zu beteiligen. Berlin macht klar, dass man die Allianz gar nicht am Zuge sieht

 16.03.2026

Washington D.C.

Trump fordert militärische Unterstützung im Golf

Insbesondere von europäischen NATO-Staaten erwarte er konkrete Beiträge. Andernfalls drohe der NATO eine schwierige Zukunft, so der amerikanische Präsident

 16.03.2026

Thüringen

Jüdische Organisationen warnen vor »antisemitischer Provokation« in Buchenwald

Ein breites Bündnis wendet sich mit einer gemeinsamen Erklärung scharf gegen die Kampagne \»Kufiyas in Buchenwald\«

 16.03.2026

Nahost

Reaktion auf Beschuss der Miliz: Israel greift Hisbollah und iranisches Regime an

Die Lage im Überblick

 16.03.2026

EXKLUSIV

»Es geht nicht mehr«: Andreas Büttner verlässt die Linkspartei

Nach einem Beschluss der Linken in Niedersachsen war für Brandenburgs Antisemitismusbeauftragten das Maß voll: Er tritt aus der Partei aus

von Michael Thaidigsmann  16.03.2026

Teheran

Trotz Angriffen: Iran mobilisiert zu Al‑Kuds‑Protesten

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan findet im Iran immer eine staatlich-inszenierte Großdemonstration gegen Israel statt. Die Führung rief die Bevölkerung auf, es dem »Feind« zu zeigen

 13.03.2026

Andenes

Kanzler Merz sieht keinen Anlass für Militäreinsatz in Straße von Hormus

Der französische Präsident treibt die Idee eines Militäreinsatzes zum Schutz von Öltankern und Handelsschiffen in der Straße von Hormus voran. Kanzler Merz ist da deutlich zurückhaltender

 13.03.2026