Venedig

Künstler fordern Ausschluss Israels von Biennale

Damien Chazelle, Schirmherrin der letzten Biennale di Venezia, mit der Schauspielerin Caterina Murino und dem Festivalpräsidenten Roberto Ciccutto Foto: picture alliance / abaca

Tausende Künstler haben den Ausschluss Israels von der diesjährigen Kunstbiennale in Venedig gefordert. Es sei inakzeptabel, Kunst aus einem Staat zu präsentieren, der »gegenwärtig Gräueltaten« gegen die Palästinenser in Gaza ausführe, hieß es in einem online veröffentlichten offenen Brief der sogenannten Art Not Genocide Alliance (ANGA).

Die Unterzeichner werfen Israel Völkermord vor. Nach Angaben der Aktivistengruppe haben inzwischen mehr als 8000 Kunst- und Kulturschaffende die Petition unterschrieben.

Die Forderung kommt knapp zwei Monate vor der berühmten Kunstausstellung in der norditalienischen Lagunenstadt Venedig. Die Kunstbiennale findet vom 20. April bis zum 24. November statt. Dort werden zahlreiche Länderpavillons gezeigt. Die Künstler fordern, dass es keinen israelischen Pavillon geben soll.

Befürwortung der Politik

»Jede offizielle Vertretung Israels auf der internationalen Kulturbühne ist eine Befürwortung dessen Politik und des Völkermords in Gaza«, hieß es in der Petition. Dort ist außerdem von einem »Genozid-Pavillon« die Rede.

Der Genozid-Vorwurf gegen Israel wurde vor dem Weltgerichtshof in Den Haag von Südafrika erhoben. Demonstrierende Israelhasser in Europa und Nord-Amerika halten dem einzigen jüdischen Staat auf der Welt ebenfalls Völkermord vor. Dies war zwar bereits vor dem aktuellen Krieg der Fall, passiert jedoch seit dem 7. Oktober vermehrt.

Israel weist den Vorwurf als absurd zurück, denn seine Streitkräfte (IDF) kämpfen gegen die palästinensische Terrororganisation Hamas, nicht aber gegen die Bevölkerung in Gaza. Zudem richten die IDF Fluchtrouten für Zivilisten ein und warnen Menschen, bevor in ihrem Umfeld Terroristen angegriffen werden.

Während die Hamas Zivilisten in Israel angreift und am 7. Oktober regelrecht abschlachtete, geht es Israel darum, seine Bevölkerung zu schützen und über 100 weiterhin in Gaza festgehaltene Geiseln zu befreien. Die Hamas hat derweil weitere Massaker gegen Israelis angekündigt. dpa/ja

Berlin

Unbekannte zerstören Gedenktafel an jüdischem Friedhof

Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt ermittelt

 10.02.2026

Berlin

Ordner, der Lahav Shapira bedrängte, muss Geld zahlen

Israelfeindliche Aktivisten besetzen 2023 einen Hörsaal. Die Stimmung ist aufgeheizt. Dem Studenten Lahav Shaipra wird der Einlass verwehrt. Nun muss ein Ordner deswegen eine Geldauflage zahlen

 10.02.2026

Göttingen

Durchsuchungen wegen mutmaßlichen Nazi-Shops

CDs, Sticker, Kleidung - die mindestens sechs Verdächtigen sollen die rechtsextreme Szene ausgestattet haben. Was die Beamten bei Durchsuchungen noch fanden

 10.02.2026

Boston

US-Gericht stoppt Verfahren gegen türkische Doktorandin

Ein Meinungsbeitrag zum Gaza-Krieg reichte aus: 2025 kam die türkische Doktorandin Rümeysa Öztürk in US-Abschiebehaft. Der Fall löste landesweite Empörung aus – nun ist eine Entscheidung gefallen

 10.02.2026

Faktencheck

Gefälschte Wegweiser entlarven angebliche Epstein-Aufnahme

Der Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ist 2019 zu Tode gekommen - doch ein Bild soll ihn angeblich in jüngster Zeit in Israel zeigen. Ein genauer Blick zeigt, wieso das nicht stimmen kann

 10.02.2026

Interview

»Was mit den Juden passierte, war vielen gleichgültig«

Sara Elasari-Gruß überlebte den Anschlag auf das jüdische Altenheim in München 1970. Im Interview spricht die Ärztin darüber, wie sie sich retten konnte und wie sie den Vorfall verarbeitet hat

von Michael Thaidigsmann  10.02.2026

Warschau

Polen: Einstellung zu Juden verschlechtert sich

Fast ein Drittel aller Polen hat eine ablehnende Haltung gegenüber Juden

 10.02.2026

Nahost

Westjordanland: Washington und London fordern Kurswechsel von Israel

Großbritannien besteht auf einer Rücknahme der vom israelischen Sicherheitskabinett beschlossenen Maßnahmen. Aus dem Weißen Haus heißt es, Stabilität sei entscheidend

 10.02.2026

Jerusalem/Washington D.C.

Netanjahu reist zu Trump: Iran-Gespräche und militärische Optionen im Mittelpunkt

Die Themenpalette soll weit über einen diplomatischen Austausch hinausgehen und als strategische Weichenstellung für den Umgang mit dem Iran dienen

 10.02.2026