Den Haag

Kriegsverbrecher Ratko Mladic gestorben

Ratko Mladic im Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien Foto: picture alliance / ANP

Der verurteilte bosnisch-serbische Kriegsverbrecher Ratko Mladic ist laut serbischen Medienberichten im Alter von 84 Jahren gestorben. Nach Angaben seiner Familie vom Donnerstag verschied Mladic in einer Haftanstalt des internationalen Strafgerichts IRMCT in Den Haag. Dort hatte er eine lebenslange Freiheitsstrafe für Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord im Bosnien-Krieg (1992-1995) verbüßt.

Nach Angaben seiner Anwälte soll Mladic in seinen letzten Lebensjahren mehrere Schlaganfälle erlitten haben. Seine Familie hatte deshalb wiederholt seine frühzeitige Entlassung aus humanitären Gründen beantragt, jedoch erfolglos. Das jüngste Ansuchen habe der IRMCT erst vergangene Woche abgelehnt, wie bosnische Medien berichteten. Laut seiner Verteidigung befand sich Mladic zuletzt in Palliativpflege.

Hauptverantwortlich für Srebrenica-Massaker

Als General in der bosnischen Teilrepublik Srpska spielte Mladic eine führende Rolle bei der Belagerung der Hauptstadt Sarajevo über fast vier Jahre. Zudem gilt er als einer der Hauptverantwortlichen des Massakers von Srebrenica, wo die bosnisch-serbische Armee 1995 binnen weniger Tage mehr als 8.000 muslimische Bosniaken tötete, größtenteils Jungen und Männer. 2025 rief die UNO den 11. Juli als Gedenktag für die Opfer von Srebrenica ins Leben.

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  16.09.2026

Bern

Akte Josef Mengele bleibt lückenhaft

Der Schweizer Nachrichtendienst gibt die Josef-Mengele-Akte frei, darin finden sich jedoch nach wie vor viele geschwärzte Stellen

von Nicole Dreyfus  16.09.2026

Unterstützer der Huthi-Miliz demonstrieren in Sanaa, 11. September

Vormarsch der Huthi-Miliz

Angst vor Eskalation auf der Arabischen Halbinsel

Die Huthi-Miliz gräbt sich wohl an der wichtigen Meeresenge Bab al-Mandab ein. Saudi-Arabien warnt vor einer Geiselnahme der Weltwirtschaft

von Christoph Meyer, Ramadan Al-Fatash  16.09.2026

Jubiläum

Jüdischer Landesverband Sachsen feiert 100-jährige Geschichte

Rund 20.000 Jüdinnen und Juden haben vor dem Zweiten Weltkrieg in Sachsen gelebt. Bereits vor 100 Jahren wurde eine jüdische Interessenvertretung gegründet

 16.09.2026

Tel Aviv

Omer Shem Tov: 505 Tage Gefangenschaft, Hunger und Einsamkeit

»Wegen der Angst konnte ich nicht atmen«, sagt die frühere Geisel über die 50 Tage, in denen er in völliger Dunkelheit leben musste

 16.09.2026

Berlin-Wahl

Der Kampf ums Rote Rathaus

Wer in der Hauptstadt neuer Regierender Bürgermeister wird, ist offen – CDU und Linke liefern sich ein enges Rennen

von André Anchuelo  16.09.2026

Kommentar

Hohe Feiertage, wichtige Wahl

Die Bürger von Mecklenburg-Vorpommern wählen am 20. September ihr Parlament. Wird der besorgniserregende Trend, der in Sachsen-Anhalt zu beobachten war, fortgesetzt und verfestigt?

von Juri Rosov  16.09.2026

Judenhass

»Während er mir in den Kopf schneidet, sagt er: ›Die Juden erschießen Kinder‹«

Eine neue Dokumentation enthüllt ein erschreckendes Ausmaß an Antisemitismus im britischen Gesundheitssystem

 16.09.2026

Landtagswahl in MV

Zwischen Engagement und Frust: Besuch in einer AfD-Hochburg

Peenemünde ist ein 400-Seelen-Ort an der deutschen Ostseeküste. Bei der vergangenen Wahl haben hier besonders viele Menschen die AfD gewählt. Und dieses Mal? Ein Besuch kurz vor der Landtagswahl

von Lilli Förter, Helena Dolderer, Verena Schmitt-Roschmann  16.09.2026