Meinung

Köln braucht das Museum

Köln ist eine liebenswerte Stadt. Offen, tolerant, geschichtsbewusst. Und da sie die älteste jüdische Gemeinde des Landes beherbergt, wird seit Jahren ein »Haus und Museum der jüdischen Kultur« gefordert. Das Konzept, das seit Langem vorliegt, sieht eine archäologische Zone vor: einen unterirdischen Spaziergang, der durch 2.000 Jahre Geschichte vom Dom zum nahen Rathaus führt. Zugleich spiegeln sich in den Fundamenten weit über tausend Jahre jüdischen Schicksals.

Mikwe Wichtigster Förderer war der plötzlich im Jahr 2000 verstorbene CDU-Oberbürgermeister Harry Blum. Er war fasziniert von der Vorstellung, dass der Besuch im Kölner Untergrund quer durch das historische Judenviertel führt, um, gleich neben der mittelalterlichen Mikwe, im lichten Bau eines Hauses der jüdischen Kultur von heute zu enden. Leider setzte Gezänk ein, getragen nicht zuletzt von der CDU-Fraktion im Kölner Rat.

Die bemühte auch gleich allerlei jüdische Einrichtungen, die angeblich die ablehnende Haltung der Kölner CDU teilten. Peinlich nur, dass die Zitierten eben das genau nicht tun. Richtigstellung und Entschuldigung folgten, doch eine bessere Einsicht nicht. Der Rat der Stadt beschloss soeben gegen die Stimmen der CDU, das Projekt im Prinzip zu billigen: Nur darüber, was das »jüdische Museum« konkret darstellen soll, herrscht Unklarheit. Und so wächst die Gefahr, dass der Traum vom lebendigen Kultur- und Begegnungszentrum vor dem Aus steht.

Der Autor ist Publizist und Filmemacher in Köln.

Brand

Feuer vor Synagoge in Gießen - Verdächtiger festgenommen

Vor dem Gotteshaus brennen am Abend Mülltonnen. Streifenwagen fahren zum Brandort - und nehmen dort einen Tatverdächtigen fest

 14.01.2026

Meinung

Für die Freiheit

Seit Wochen protestieren Tausende Menschen im ganzen Land gegen das Regime. Deutschland und Europa müssen nun endlich reagieren: Und zwar mit maximaler Härte

von Shahrzad Eden Osterer  13.01.2026

Teheran

Bilder von Leichensäcken im Iran sorgen für Entsetzen

Vor dem Hintergrund der Proteste hat die Führung im Iran eine Internetsperre über das Land gelegt. Trotzdem dringen Videos, Bilder und Berichte nach außen, die Schlimmes vermuten lassen

 13.01.2026

Proteste

»Hilfe kommt«: Trump ruft Iraner zum Umsturz auf

Der US-Präsident ruft die Demonstranten dazu auf, das Mullah-Regime zu stürzen

 13.01.2026

Pro & Contra

Braucht es die Wehrpflicht?

Ja, sagt Claudia B. Berger: »Wir alle sind aufgerufen, uns in die Gesellschaft einzubringen.« Nein, findet Johannes Baranski: »Wer soll diese Aufgaben in diesem Ausmaß übernehmen?«

von Claudia B. Berger, Johannes Baranski  13.01.2026

Bad Staffelstein

Söder wünscht sich mehr Unterstützung für Proteste im Iran

»Nicht nur ›Free Palestine‹«: Auf der Klausur der CSU-Landtagsfraktion denkt der Parteichef nicht allein über die bayerische und deutsche Politik nach. Auch die Geschehnisse in Teheran treiben ihn um

 13.01.2026

Berlin

Für die Hisbollah gekämpft? Angeklagter bestreitet Vorwurf

Er soll in den Libanon gereist sein, um sich von der Miliz an Schuss- und Kriegswaffen ausbilden zu lassen. Auch an Gefechten soll er teilgenommen haben. Der Berliner liefert eine andere Erklärung

 13.01.2026

Nahost-Konflikt

Uni Jena lädt umstrittenen Publizisten Hoban wieder aus

Ein Vortrag des Vorsitzenden des unter Extremismusverdacht stehenden Vereins »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost« an der Uni Jena ist abgesagt worden. Ein weiterer Vortrag wird verschoben. Studierende reagierten unterschiedlich

von Matthias Thüsing  13.01.2026

Proteste im Iran

Merz rechnet mit baldigem Ende der iranischen Staatsführung

Kanzler Merz hat die Gewalt gegen friedliche Demonstranten im Iran bereits gestern mit scharfen Worten verurteilt. Jetzt geht er noch einen Schritt weiter

 13.01.2026